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Zweibrücken-Land 2021: Grüner Strom und moderne Verwaltung

Jahresvorschau Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land : Grüner Strom und moderne Verwaltung

Zweibrücken-Lands Bürgermeister Björn Bernhard über die Schwerpunkte in der Verbandsgemeinde im Jahr 2021.

230 Tage ist Björn Bernhard jetzt Verbandsbürgermeister von Zweibrücken-Land mit seinen 17 Ortschaften. Die Corona-Pandemie verhindert einen Neujahrsempfang wie bei den Amtsvorgängern um diese Jahreszeit üblich: „Vielleicht hätte ich schon dieses Jahr eine andere Art von Neujahrsempfang präsentiert. Ideen sind in mir gereift und Corona wird uns nicht ständig knebeln wie im Augenblick“, sagt offen Bürgermeister Björn Bernhard im Gespräch mit dem Pfälzischen Merkur zu Amtsbeginn und Ziele der nahen Amtszeit, vornehmlich 2021.

Die Phase des Eingewöhnens habe wichtige Erkenntnisse gebracht. „Als Banker eines großen Unternehmens, das voll digitalisiert ist, musste ich schnell akzeptieren, dass die Verwaltung von Zweibrücker-Land digital betrachtet doch noch viel Nachholbedarf hat.“ Aber die Weichen sind gestellt, versichert Bernhard. Für die Mitarbeiter hat es schon neue, zeitgemäß große Bildschirme am Arbeitsplatz gegeben. Neue Server wurden installiert. Für die Arbeit direkt im Haus wurde eine IT-Stelle geschaffen Die Ausschreibung für die Neubesetzung läuft und soll noch im ersten Halbjahr besetzt werden.

Die Zusammenarbeit mit dem bisherigen Betreuungsbüro wird keineswegs gekappt, unterstreicht der Bürgermeister. Ein direkter Ansprechpartner in der Verwaltung sei jedoch unumgänglich. Björn Bernhard: „Digitale Technik kostet Geld, aber gerade in Coronazeiten wird deutlich, wie sehr die Verwaltung hier noch aufzuholen hat. Wir sind allerdings auf gutem Weg“, gibt sich der Verbandsbürgermeister überzeugt und betont dabei, wie gut ihn die Mitarbeiter aufgenommen haben.

Passend zum Thema digitaler Sachstand die Änderungen, welche noch dieses Jahr voll für die schnellere Sachbearbeitung greifen sollen: Stichwort digitaler Rechnungseingang. Zentral soll künftig eingescannt werden. Ortsbürgermeister und Ratsmitglieder werden wohl mit Tablets ausgestattet. „Weg vom Papier, hin zur digitalen Erledigung, das Ziel wollen wir schnell erreichen zumal auch die entsprechenden Informationssysteme  für die Ratsmitglieder und Gremien bereits beschlossene Sache sind. Derzeit laufen bereits Schulungsprozesse an den zentralen Verwaltungsstellen.“

Personell wird die Verwaltung trotz des Digitalisierungsprozesses wachsen. Eine Wirtschaftlichkeitsstudie zu entsprechenden Überlegungen liegt vor. Mängel beim Brandschutz am bestehenden Verwaltungsgebäude (Fehlen des zweiten Rettungsweges) und das Stichwort „barrierefrei“ zeigen nach den Worten des Verbandsbürgermeisters zudem Handlungsbedarf auf. Die Sanierung des Verwaltungsgebäudes sei schon thematisiert, im Augenblick stünden 400 000 Euro an Haushaltsmitteln zur Verfügung. Einsparpotential sieht Björn Bernhard konkret bei den Fixkosten für die Verwaltung, sprich Stromkosten. „Hier können wir auch einen konkreten Umweltbeitrag leisten. Zusammen mit der WVE als Partner werden wir Photovoltaikanlagen gerade dort installieren, wo wir viel Strom verbrauchen. Das ist zum einen bei der Verwaltung direkt und in Contwig beim Warmfreibad.“ Die Entsorgungskosten für das alte Eternitdach über den Umkleiden und sonstigen Räumen geben noch neben der Dachstabilität selbst Rätsel auf.

Tragfähig erscheint Björn Bernhard allein aus Laiensicht das Dach beim Verwaltungsgebäude für eine solche stromerzeugende Anlage. 50 000 Euro könnten in zwei Jahrzehnten eingespart werden. Die zeitliche Umsetzung umschreibt der Bürgermeister mit „zeitnah“. Das Freizeitbad selbst soll peu a peu umgestaltet werden. Die Betonsanierung am Sprungturm dränge sich auf, Hainbuchenhecken seien in den Coronatagen vom Badepersonal selbst  dort neu gepflanzt worden, wo die alten Bodendecker nicht mehr passender Bewuchs gewesen seien. Sanitärräume und der Kiosk müssten gedämmt werden und die Arbeit in einem auf 50 Grad aufgeheizten Bademeisterbüro sei wahrlich nicht mit arbeitsschutzrechtlichen Vorgaben vereinbar.

Eine Umsetzung in angemessenen Schritten hält Björn Bernhard für angebracht der dabei die Finanzen nicht aus dem Auge lässt: „Mal schauen, wie sich die Einnahmen beim Zef entwickeln. Da viele Handwerksbetriebe auf dem Zef-Gebiet aktiv sind, waren die steuerlichen Einbrüche nicht ganz so stark wie befürchtet.“ 

Neben  der Beschaffung von drei Kleinlöschfahrzeugen (KLF) für die Wehren aus Althornbach, Käshofen und Rosenkopf, wird der Bau des neuen Gerätehauses in Dietrichingen ein Schwerpunkt beim Brandschutz sein. 288 000 Euro investiert die Verbandsgemeinde allein in die Fahrzeugbeschaffung. Insgesamt sind die Beschaffungskosten für fünf Fahrzeuge im Etat festgeschrieben. 

Noch im 1. Jahresquartal (März-Sitzung für den Verbandsgemeinderat) möcht Bürgermeister Bernhard die Standortfrage für die Grundschule Contwig geklärt haben. Die ADD hatte noch Rückfragen zur vorgelegten Wirtschaftlichkeitsbetrachtung. Zum Monatsende erwartet Bernhard eine Rückmeldung seitens der ADD. Dann sind die Mitglieder des Verbandsgemeinderates bei der Standortfrage am Zug.