Zusammen ist man weniger allein

Zweibrücken. Leben im Alter ist eines der zentralen Themen der heutigen Zeit. "Die Bevölkerung wird immer älter", unterstrich Norbert Pohlmann, einer der Sprecher der Lokalen Agenda, die Wichtigkeit, sich auch mit alternativen Wohnformen zu beschäftigen

Zweibrücken. Leben im Alter ist eines der zentralen Themen der heutigen Zeit. "Die Bevölkerung wird immer älter", unterstrich Norbert Pohlmann, einer der Sprecher der Lokalen Agenda, die Wichtigkeit, sich auch mit alternativen Wohnformen zu beschäftigen. Gemeinsam mit dem Zweibrücker Seniorenbeirat hatte die Agenda deshalb Birgit Herger von der DRK-Beratungsstelle Lebenswohnraum aus Main in das Mehrgenerationenhaus eingeladen. Diese informierte die zahlreich erschienenen Gäste über nachhaltiges Wohnen. "Geeigneter Wohnraum für ältere Menschen fehlt", stellte die Expertin fest. Auch seien die klassischen Konzepte unattraktiv geworden und Dienstleistungen könnten sich nur wenige leisten. Eine Alternative sei, Sicherheit durch Kontaktnetzwerke zu gewinnen. Die Menschen könnten neue Nachbarschaften gründen und durch Wohnprojekte neues Bauen erproben. Es gebe viele Formen, den Lebensabend wohnlich zu gestalten. Zum einen müsse die Wohnung durch seniorengerechtes Bauen barrierefrei sein. Eine andere Möglichkeit sei betreutes Wohnen. Als weitere Alternative bliebe der Seniorenstift oder das Altenheim. Neben diesen klassischen Konzepten gebe es gemeinschaftsorientierte Angebote. Das könnte "Wohnen für Hilfe" sein. Dabei nimmt ein älterer Mensch beispielsweise einen Studenten auf, der ihm, anstatt Miete zu zahlen, bei anfallenden Arbeiten hilft. Dann gibt es noch die sogenannte Pflege-Wohngemeinschaft. Hier würden Pflegebedürftige und Demenzkranke gemeinsam leben, was zu einer Verringerung der Einsamkeit führe. Die neueste Alternative, die von der DRK-Mitarbeiterin favorisiert wird, sei gemeinschaftliches Wohnen, bei dem die Betroffenen Solidargemeinschaften bilden. Nach Auffassung der Beraterin bedarf dies allerdings sehr viel Vorlaufzeit. Es sei eine nachhaltige Lösung, für die es keinen Leitfaden gebe. Die Wohnprojekte würden beispielsweise eine gemeinsame Freizeitgestaltung organisieren, soziales Engagement praktizieren und Arbeiten gemeinsam erledigen.