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Wohnen für Ältere: Wohnpunkt plus: Großsteinhausen ausgestiegen

Wohnen für Ältere : Wohnpunkt plus: Großsteinhausen ausgestiegen

Ortsbürgermeister Volker Schmitt nennt das Risiko als Grund für die Entscheidung.

Wohnen im Alter ist schon seit einigen Jahren ein großes Thema in Großsteinhausen. So wurde 2010 zuerst ein Bürgerbegegnungshaus geplant. Die ermittelten Kosten für den Umbau einer alten Schreinerei in Höhe von 1,3 Millionen Euro waren dem Ortsgemeinderat zu hoch, weshalb das Projekt keine Mehrheit gefunden hatte (wir berichteten).

Dann erfolgte vor drei Jahren ein zweiter Anlauf. Als einer von zehn Gemeinden in Rheinland-Pfalz beteiligte sich die Gemeinde an dem Programm „Wohnpunkt plus“ an dem in diesem Jahr auch Hornbach teilnehmen wird. Dabei soll der Aufbau von betreuten Wohngruppen und selbst organisierten Wohngemeinschaften für ältere und pflegebedürftige Menschen vorangebracht werden.

„Wir sind inzwischen allerdings ausgestiegen“, berichtet Ortsbürgermeister Volker Schmitt auf Nachfrage des Merkur. Ein Investor sei zwar erst bereit gewesen, in das Vorhaben in Großsteinhausen einzusteigen. Doch eine weitere Voraussetzung für Wohnpunkt plus ist noch ein Betreiber. Hier sei die Gemeinde trotz verschiedener Gespräche nicht fündig geworden. „Das Risiko ist einfach zu groß“, nennt Schmitt dann den Grund, warum auch der Investor wieder Abstand von dem Projekt genommen habe. Grundsätzlich sei die Idee des Landes ja „schön und lieb gedacht“. Doch wenn die Bewohner bis zu 2000 Euro im Monat für einen Platz bezahlen müssen, habe auch er Bedenken. So glaubt der Ortsbürgermeister, die meisten würden sich dann dafür entscheiden, weiter daheim zu leben und sich je nach Pflegestufe mobil betreuen lassen.

Im Grunde seien es zwei Aspekte, die Wohnpunkt plus schwierig gestalten. Zum einen fehle es den Gemeinden an Geld. Auch das Land selbst steuere wenig bei. Schmitt sieht den Knackpunkt aber darin, dass Investor und Betreiber verschieden sein müssten: „Es wäre besser, wenn alles in einer Hand bleibt.“ So könnte dann beispielsweise das Projekt auch leichter finanziell unterstützt werden. In Betracht käme unter anderem eine Anschubfinanzierung bei dem Umbau der benötigten Immobilie.

Sehr zufrieden ist der Ortsbürgermeister aber im Bezug der Betreuung durch die LZG (Landeszentrale für Gesundheitsförderung und das Büro Kobra, von denen die Gemeinde unterstützt worden sei.