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Winterbach, Oberauerbach und Battweiler sind Jakobuskirchengemeinde

Jakobuskirchengemeinde unter Leitung von Pfarrer Tilo Brach : Aus drei mach eins: Neue Gemeinde

Nach zehn Jahren behutsamen Zusammenwachsens firmieren die protestantischen Gemeinden Winterbach, Oberauerbach und Battweiler jetzt gemeinsam als Jakobuskirchen­gemeinde unter Leitung von Pfarrer Tilo Brach.

Nichts ist so beständig wie der Wandel. Dieser macht weder vor den Kirchen halt noch vor den einzelnen Gemeinden. Doch gut Ding will Weile haben. Seit zehn Jahren wachsen die drei protestantischen Gemeinden Winterbach, Oberauerbach und Battweiler mit Pfarrer Tilo Brach bereits zusammen. Seit Anfang Januar 2022 firmieren sie gemeinsam als Jakobuskirchengemeinde – ein Ergebnis des Miteinanders und Kooperierens.

Pfarramt und Verwaltungszentrum verbleiben in Winterbach, doch Tilo Brach betont: „Die drei Gemeindeteile sind absolut gleichwertig und gleichberechtigt.“ Die im Herbst 2020 auf sechs Jahre gewählten Presbyterien wurden zu einem gemeinsamen Presbyterium der Jakobuskirchengemeinde mit rund 1400 Gläubigen zusammengeführt und entscheiden künftig gemeinsam über die Haushalte und die Marschrichtung der Verbundgemeinde.

Aus Altersgründen hätten sich allerdings fünf Ehrenamtliche aus dem Kirchenvorstand zurückgezogen und übernähmen stattdessen andere Aufgaben in den Gemeindeteilen, 14 sind geblieben. Da es keinen Mittelpunkt in der Verbundgemeinde gibt, begehen – wie teilweise bereits bisher – alle drei Dörfer Veranstaltungen künftig gemeinsam an jeweils einem der drei Standorte. Ein Beispiel sei etwa der Weltgebetstag, der jetzt in einer volleren Kirche gefeiert werden könne. Oder die Jugendarbeit. Hierbei, bei Präparanden sowie in der Frauenarbeit werde seit langem kooperiert. „Ein Jugendgottesdienst macht viel mehr Spaß, wenn da eine kleine Schar Gleichaltriger miteinander feiert“, beschreibt Tilo Brach nachvollziehbar.

Der Pfarrer betont aber auch: „Man muss den Menschen Zeit lassen.“ Es sei immens wichtig, die Basis mitzunehmen und keinesfalls nur auf Leitungsebene oder sogar von außerhalb vom „grünen Tisch“ her zu planen. Aus zahlreichen Einzelgesprächen wissen er und sein Presbyterium: „Die Menschen müssen das von der Emotion her verstehen, dass es jetzt Zeit ist in der Gemeindearbeit vieles zusammen zu machen.“

So hätten die Gemeinden bereits gelernt: Sie lassen manches los und gewinnen dadurch neues. „Kirche in Bewegung“ sei „ein Entwicklungsprozess, der uns allen bevorsteht“, erinnert er an die Großentwicklung der Landeskirche, die im Dekanat Zweibrücken unter dem Motto „Kirche 2025“ bereits seit zwei Jahren intensiv vorbereitet wird. Ebenfalls von und mit der Basis. Ein Lern- und Entwicklungsprozess für alle Beteiligten. Dabei spiele Vertrauen eine ganz bedeutende Rolle.

Gehe es in der Jakobuskirchengemeinde weniger um finanzielle Probleme, so sei doch der demografische Wandel ein für alle sichtbares Thema. Die Ressourcen für alle drei, ehemals selbstständigen Gemeinden könnten jetzt zusammengezogen, jeder nach seinen Stärken und Talenten eingesetzt und die Kompetenzen gebündelt werden. Bei der Konfirmandenarbeit oder bei der Erwachsenenbildung werde es voraussichtlich nötig sein, regional noch größer zu denken.

Erste Schritte zur Gemeinsamkeit sind etwa die, als Anpassung an die Coronazeit entwickelten Winterbacher Online-Gottesdienste, die regelmäßig mehr Menschen quer durch alle Altersstufen und weit über die Region hinaus verbinden. „Wir Pfarrer haben nicht mehr die Kraft, um uns um alle Gemeinden in derselben Weise einbringen zu können“, verweist der Mitsechziger auf die Vergangenheit, in der jeder sich um alles kümmern musste. Sich gemeinsam auf den Weg machen als Gläubige der Tat und nicht nur des Wortes. Dieses Ziel habe zu der biblischen Figur des Jakobus und zu dem Namen geführt. Denn nicht nur der Pfarrer ist der Überzeugung: „Glaube ohne Tat ist tot.“