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Windpark Buchwald bei Mittelbach: Viele Fragen offen

Windpark bei Mittelbach : Noch viele Fragen offen

Beim geplanten Windpark bei Mittelbach ist im Detail noch vieles unklar.

Der Buchenwald auf Mittelbach-Hengstbacher Gemarkung, zwischen dem Wahlerhof und Bickenaschbacher Hof gelegen, hat soviel Windpotential, dass sich das Errichten von modernen, hohen Windkraftanlagen lohnt. Im Flächennutzungsplan der Stadt Zweibrücken gibt es keine Konzentrationsflächen für Windkraftanlagen. Jeder Investor hat deshalb die Möglichkeit, mit einem Antrag auf der Grundlage des Bundesimmissionsschutzgesetzes, kurz BimSch. genannt, einen entsprechenden Bauantrag zu stellen. Die Baywa AG München will das noch im Dezember 2021 für zwei Windkraftanlagen im erwähnten Waldrefugium tun (wir berichteten).

Im Vormonat war über das Vorhaben im Bauausschuss gesprochen worden. Dieser Umstand löste im medialen Blätterwald ein gehöriges Rauschen aus. Der Ortsvorsteher sicherte Ortsbeiratsmitgliedern und Bürgern Informationen aus erster Hand zu. Jetzt war es soweit. Am Montagabend gab es einen Sachstandsbericht von Stadtplaner Harald Ehrmann.

Im Dezember 2021 soll der Bauantrag auf Genehmigung von zwei Windkraftanlagen mit einer Jahresleistung von 27 Millionen Kilowattstunden im Jahr, ausreichend um 9000 Haushalte mit grünem Strom zu versorgen, mit Standorten Buchwald bei der Stadt Zweibrücken eingehen. Bei der Sitzung gab es viele offenen Fragen, zu denen Ehrmann jedoch nur begrenzt Stellung beziehen konnte. Begrenzt deshalb, weil selbst für die Stadt viele Frage offen sind.

Zwar konnte Stadtplaner Harald Ehrmann wohl über die wahrscheinliche Höhe der beiden Windräder und bisher genannten Standorte berichten; das eine soll auf einer Ackerfläche, das weitere im Wald direkt zu stehen kommen. Doch Hintergrundfragen wie etwa „Sind die Standortflächen schon erworben oder wo genau liegen sie?“ konnte der Vortragende nicht beantworten.

Dafür klärte das Unternehmen die Stadt Zweibrücken bereits über die zeitliche Bauschiene auf. Mit den Arbeiten zum errichten der beiden Windräder soll 2024 begonnen werden. Die Inbetriebnahme ist für 2025 geplant. Weil von westpfälzischer Seite aus die beiden Standorte nur schwer erschließbar sind, soll diese über saarländisches Gebiet erfolgen. Über die Flächensicherung und notwendigen Fachgutachten sei gesprochen worden, allerdings ohne Details, so Stadtplaner Ehrmann am Versammlungsabend.

Für den Ortsvorsteher Kurt Dettweiler, die Ortsbeiratsmitglieder und übrigen Zuhörer war nach dieser detaillierten Hintergrundinformation eine Kernfrage übrig geblieben. Kurt Dettweiler: „Buchenwald und Dörrenbach sind wegen Fauna- und Florahabitat eigentlich außen vor gewesen. Wieso kommt der Buchenwald jetzt wird als Standort auf die Prioritätenliste?“

Welche Gutachten nunmehr vorlägen, die den Buchenwald aus Standort nicht ausschließen würden, wollten Ortsbeiratsmitglieder wissen und allgemein sei doch bekannt, dass sich gerade im Buchenwald Rot- und Schwarzmilan stark ausgebreitet haben. Doch Harald Ehrmann musste dazu eine Antwort schuldig bleiben, denn Gutachten wie auch gutachtliche Stellungnahmen sind in den Vorgesprächen noch nicht vorgelegt worden.

Zur Frage nach geeigneten Standortflächen für die beiden Windräder konnte Kurt Dettweiler aus eigener Erfahrung berichten: „Als die Thematik in der Presse erstmals zur Diskussion kam bin ich tagsdarauf angerufen worden. Meine Frage: Haben Sie denn überhaupt Standortflächen? Antwort von der Gesprächspartnerin: „Darüber machen Sie sich mal keine Sorgen!“

Die Frage danach, ob gar die Stadt eigenen Waldflächen zur Verfügung stelle beantwortet Ehrmann mit dem Hinweis: „Das haben wir noch nicht geprüft, primär sind es private Flächen!“ Die „Standortwende“ kann nur mit Gutachten begründet werden, machte das Stadtratsmitglied aus Mittelbach-Hengstbach Anne Bauer (SPD) deutlich, derweil für ihren Stadtratskollegen Herbert Beckmann (CDU) die Erschließung der möglichen Standorte ein Ding der Unmöglichkeit ist. „Das ist für mich nicht nachvollziehbar. 70-80 Tonnen-Kräne, die können da nicht hochkommen, Warum bietet man dem Unternehmen nicht Flächen im Windpark auf der Weißen Trisch an!“