1. Pfälzischer Merkur
  2. Zweibrücken-Land

Umwaltausschuss Zweibrücken-Land: Wind versorgt Verbandsgemeinde mit viel Strom

Umwaltausschuss Zweibrücken-Land : Wind versorgt Verbandsgemeinde mit viel Strom

Der Anteil der erneuerbaren Energien liegt in Zweibrücken-Land knapp über 50 Prozent.

(sf) 44 Prozent des Stromverbrauchs in der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land werden von Windrädern produziert, zehn Prozent mit Photovoltaik-Anlagen und 45 Prozent aus nicht erneuerbaren Energien. „Das ist sehr erfreulich“, sagte der für das Thema Klima zuständige zweite Beigeordnete der Verbandsgemeinde, Bernd Hofer (Grüne).

Die Zahlen stammen aus dem Klimaschutz- und Energiekonzept des Landkreises Südwestpfalz, das Hofer in Teilen in der ersten Sitzung des Umweltausschusses vorlegte. Nach den Zahlen sank im Landkreis der Kohlendioxidausstoss um 17 Prozent im Vergleich zum Jahr 1990. Vor allem in den Bereichen Wärme und Strom. In der Verbandsgemeinde sind danach die Emmissionen des Treibhaushausgases sogar um 20 Prozent gegenüber 1990 zurückgegangen. Auch hier wirkt sich der Strombereich stark aus.

Bei der Stromversorgung liegen der Kreis und die Verbandsgemeinde weit auseinander. Im Kreis sind noch 73 Prozent aus nicht erneuerbaren Energien an der Versorgung beteiligt. Anhand der großen Zahl von Auspendlern zur Arbeitsstelle stellte Hofer fest, dass die Menschen im Landkreis und auch in der Verbandsgemeinde „auf Mobilität angewiesen sind“. Und da werde fast ausschließlich mit Benzin und Diesel gefahren. In dem Konzept wird der Umbau auf erneuerbare Krafstoffe für die Jahre 2020 bis 2050 zwar genannt. „Das ist meiner Meinung nach hier unrealistisch“, schätzte der Grünen-Politiker die Zahlen ein. Auch wenn er sich mehr Elektromobilität wünscht.

In dem Konzept stehen auch Zahlen für die Wärmeerzeugung. Dabei bedauerte Hofer, dass der Anteil der erneuerbaren Energien im Kreis lediglich 8,3 Prozent und in der Verbandsgemeinde sogar nur sechs Prozent ausmachten. „Bei der Umstellung wird auf die Bürger in den nächsten Jahr noch einiges zukommen.“ Dabei informierte der Beigeordnete über das Quartierskonzept für energetische Sanierungen. „Das hilft den Bürgern und dem Klima“, warb Hofer für das Konzept, bei dem es eine Förderung gebe.

Im Frühjahr sollen die Bürgermeister zur nächsten Sitzung des Umweltausschusses eingeladen werden, in der das Konzept erläutert werden soll. Bei dem Konzept wird zunächst der Ist-Zustand ermitteln, dann das Sanierungspotenzial ermittelt und eine Wirtschaftlichkeitsanalyse erstellt.

Die Grundschule Dellfeld wird derzeit saniert. Dabei setzt die Verbandsgemeinde auf eine Gas-Absorptionsheizung, die mit 85 000 Euro fünfmal teurer ist als ein Gas-Brennwertkessel. Nach der Berechnung der Gesamtkosten der Ingenieurgesellschaft InTechA rechnet sich die teurere Investition nach 23 Jahren. „Die Rechnung erfolgt mit heutigen Preisen“, sagte Hofer. „Wenn die Gaspreise steigen, rechnet sich die Investion noch früher.“

Dabei nannte der Beigeordnete auch die angekündigte Kohlendioxid-Bepreisung. In dem Zusammenhang sprach Hofer auch weitere Liegenschaften der Verbandsgemeinde an. „Da ist noch einiges möglich.“ Wobei er darauf hinwies, dass eine Umstellung eines Gebäudemanagements bedürfe. „Da sind sich alle Fraktionen im Rat ja einig.“

„Es war gut, dass wir Geschäftsbereiche gebildet haben. Da können sich die Beigeordneten intensiver mit einem Thema beschäftigen“, stellte Verbandsbürgermeister Jürgen Gundacker (SPD) nach den Erläuterungen der Zahlen fest.

In der Sitzung sprach Gundacker auch die Biosphärenbrücke an, die den Bliesgau, den Pfälzerwald und die Nordvogesen verbinden soll. Dazu möchte die Verbandsgemeinde eine Studie erstellen lassen, wenn diese gefördert wird. Dazu gebe es bereits Gespräche mit Mainz. Aus den drei involvierten Ministerien habe er positive Rückmeldungen erhalten, sagte der Bürgermeister.

Mit Wanderwegen könnten die Gebiete verbunden werden. Bei der Umsetzung sollen auch Vertreter der Landwirtschaft, des Forstes und der Naturschutzverbände gehört werden. „Kinder brauchen Gelegenheiten, die Natur zu erfahren“, begründete Tim Scherer (Grüne) den Antrag für einen entsprechenden Wettbewerb, an dem sich die Kindergärten und die Grundschulen in der Verbandsgemeinde beteiligen können. Bei dem Wettbewerb Naturerfahrung sollen die Kinder Sensibilität für die Natur und Umwelt entwickeln. „Aber die Erlebnisse in der Natur schulen auch das Gemeinschaftsgefühlt“, warb Scherer für den Wettbewerb, bei dem die Kinder Gärten anlegen, Insektenhotels bauen, oder Verantwortung für Bäume, Ufer oder Hecken übernehmen können. „Wir wollen die Kindern nicht nur ordentlche Gebäude bieten, sondern auch die Naturerfahrung fördern“, stimmte der Bürgermeister dem Wettbewerb zu. Dem schloss sich der Ausschuss an. „Das ist eine super Sache“, sagte Karl Bißbort (CDU). Die drei besten Vorschläge werden mit jeweils 500 Euro prämiert. Von März bis Juni können sich die Schulen und Kindergärten bewerben.