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Wiederkehrender Beitrag in Hornbach könnte sich mehr als verdoppeln

Hornbach : Mehrbelastung lässt Räte schlucken

Je nach Gestaltung des Straßenausbau-Programmes könnte der wiederkehrende Beitrag in Hornbach auf 42 Cent steigen.

Der Ausbau von Denkmal- und Talstraße, der Straßen Auf der Platte wie Sankt-Johanner-Weg war für Stadtbürgermeister Reinhold Hohn und die Hornbacher Ratsmitglieder eigentlich mit dem laufenden Bauprogramm, das in diesem Jahr ausläuft, abgehakt. Ein Trugschluss aber, denn allein schon die Verbandsgemeindewerke konnten das nicht alles stemmen. Mit dem Ausbau der Talstraße wird in den nächsten Tagen erst begonnen. Im Jahr 2022 soll sie fertiggestellt sein. Bietet sich somit an, ins kommende, fünfjährige Ausbauprogramm der Klosterstadt (2022-2027) aufgenommen zu werden. Erneuerungsbedürftig zudem die Bürgersteige entlang der B 424 von der Klosterkirche bis hoch zur Linde, der schon gebildete II. Bauabschnitt.

Mit dem vorderen Teil der Zinselstraße würde sich ein damit geschnürtes Ausbauprogramm bestens bündeln lassen, wären da nicht die Kosten für die Anlieger. Die nämlich zahlen derzeit 18 Cent pro Quadratmeter Beitragsfläche und müssten künftig 42 Cent zahlen. Das Raunen innerhalb der Stadtratsmitgliederreihen war vielsagend und der Stadtbürgermeister machte auch sofort klar: „Das muss in den Fraktionen noch sehr genau besprochen werden, das müssen wir nicht am Knie abbrechen.“

Hohn erinnerte zudem an die Kostensteigerung auch im Sektor Straßenausbau und konnte es sich dabei auch nicht verkneifen, auf eine, nach seiner Einschätzung falsche Denkweise bei der Kommunalaufsicht der Kreisverwaltung Südwestpfalz hinzuweisen: „Als wir wegen des Niedrigzinses und der Baukosten Darlehen wollten, um schnellstmöglich Straßen auszubauen, hat man uns das verwehrt. Jetzt müssen wir die Teuerungen in Kauf nehmen!“ Eine Entscheidung für ein Straßenausbauprogramm fiel deshalb nicht, die Fraktionen werden vielmehr in sich gehen und die weitere Vorgehensweise erst einmal für sich beraten und entscheiden. Der Stadtbeigeordnete Helmut Weiske will zudem von der Verwaltung eine detaillierte Aufstellung über die Kostensteigerungen bei verschiedenen Straßenzügen.  

Statt Windräder präferieren die Hornbacher im Stadtrat Photovoltaikanlagen zur Energiegewinnung. Auf einer Fläche oberhalb des Ringwaldhofes, von Hohn als „Quetschenallee“ apostrophiert, wollen zwei namhafte Betreiber Solarparks schaffen. Die Stadt könnte davon mit jährlichen Erträgen in fünfstelliger Höhe profitieren. Hohn: „Heute will ich über die Sache nur informieren, einen Grundsatzbeschluss ob wir wollen oder nicht, soll demnächst gefasst werden. Es besteht in Details nämlich noch Klärungsbedarf.“

Einen solche sieht der Stadtbürgermeister zudem beim Thema „Amazon siedelt sich im Gewerbegebiet Steitzhof an“. Die Hornbacher Interessen müssten dabei gewahrt werden. Hohn: „Als wir 2006 beim Bau der L700 auf eine Kriechspur und Lärmschutzmaßnahmen pochten, hieß es, das gibt der Verkehr nicht her. Jetzt beginnen wir mit dem Bau einer Psychosomatischen Klinik, vielleicht Wohnmöglichkeiten für ältere Menschen und dann der Verkehrslärm und die Fahrzeugstaus, da werden wir uns als Stadt bei der Anhörung der Träger öffentlicher Belange aber gehörig zu Wort melden!“

Beschwichtigen konnte in diesem Punkt allerdings der Verbandsbürgermeister Björn Bernhard, der soviel aus der ZEF-Sitzung verriet, dass Kriechspur und Lärmschutz auch für den LBM ein Thema sind. Auf Nachfrage des Pfälzischen Merkurs bei Ortsbürgermeister Bernhard Krippleben aus Mauschbach ist sicher, dass auch von dieser Ortsgemeinde die fehlende Kriechspur und Lärmschutzmaßnahmen bei dem zu erwartenden Verkehrsaufkommen ein ganz besonderes Thema sein werden. 

Welche Vorteile eine Zuständigkeit der Verbandsgemeinde bei den Kindergärten bietet, erläuterte Bürgermeister Björn Bernhard ausführlich. In der Klosterstadt ist die Protestantische Kirchengemeinde Einrichtungsträger, Verhandlungen zu einer Gebäudeübernahme durch die Stadt stehen im Raum. Für rund 35 000 Euro wird ein Toilettencontainer für den Spielplatz bei der Pirminiushalle und dem Wohnmobilstellplatz angeschafft. Das örtliche Starkregenkonzept soll das Büro Dilger aus Dahn planen.