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Wider "überflüssige" Arbeitslosigkeit

Wider "überflüssige" Arbeitslosigkeit

Zweibrücken. Das Ausbildungsjahr neigt sich dem Ende zu

Zweibrücken. Das Ausbildungsjahr neigt sich dem Ende zu. Dabei trete in den Arbeitsagenturen ein besonderes Phänomen auf, sagte der Leiter der auch für Zweibrücken zuständigen Pirmasenser Agentur für Arbeit, Armin Schätter: "Jedes Jahr steigt in steter Regelmäßigkeit mit Ende des Ausbildungsjahres die Zahl der arbeitslosen Ausgeblideten, weil diese vom Ausbildungsbetrieb nicht übernommen werden." Appell: Azubis übernehmen Schätter geht davon aus, dass auch in diesem Jahr Betriebe ihre Azubis nicht weiter beschäftigen. Deshalb appelliert der Arbeitsagentur-Chef, dass die Firmen, "wenn es ihnen nicht möglich ist, die Ausgebildeten zu übernehmen", so fair sein sollen, das den Jugendlichen mitzuteilen. Dann könne die Arbeitsverwaltung reagieren und versuchen, den Jugendlichen zu vermitteln. Auf jeden Fall sei die Arbeitslosigkeit nach der Ausbildung "überflüssig". Schätter rät den Jugendlichen, wenn sie Bedenken haben, dass sie übernommen werden, sich bei der Arbeitsagentur als arbeitssuchend zu melden. Die Arbeitsagentur hat rund 1000 Ausbildungsbetriebe angeschrieben. Doch die Reaktion war nach Aussage Schätters "verhalten". Mit der Kurzarbeit gebe es eine Möglichkeit, dass Betriebe die Ausgebildenden auch in "einer schwierigen Situation" übernehmen, erläuterte Michael Sester, Teamleiter Arbeitgeber Service. Fachkräftemangel befürchtet Schätter betonte in dem Pressegespräch, dass vor dem Hintergrund der zurückgehenden Geburtenzahl gut ausgebildete Fachkräfte in "absehbarer Zukunft heiß begehrt sein werden". Dabei würden die großen Betriebe schon weiter blicken und sich auf die Jahre 2017, 2018 einstellen. "Bei kleineren Betrieben wird oft nur in die Auftragsbücher geschaut", kritisierte Schätter. Doch wenn die Wirtschaftskrise zu Ende gehe, würden wieder mehr Arbeitskräfte gebraucht. Auch der derzeitige Vorsitzende des Verwaltungsausschusses der Arbeitsagentur Pirmasens, Gewerkschaftssekretär Thomas Warth betont: "Die jungen Menschen werden hier gut ausgebildet und sollten auch hier einen Arbeitsplatz finden, damit sie nicht wegziehen müssen." Mit dem nahtlosen Übergang von der Ausbildung in den Beruf werde auch signalisiert, dass sich Leistung und Anstrengung in der Ausbildung lohne.