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Nikolaus-Tradition: Wenn der Nikolaus durch den Ort zieht

Nikolaus-Tradition : Wenn der Nikolaus durch den Ort zieht

In Kleinbundenbach beschenken die Mitglieder der Feuerwehr die Jüngsten in der Vorweihnachtszeit.

Seit mehr als 40 Jahren überraschen Mitglieder der Kleinbundenbacher Wehr mit dem Nikolaus die Kleinen im Ort und verteilen Gaben. Einzige Bedienung: Die Kinder müssen ein Jahr alt sein und noch nicht zur Schule gehen. Und natürlich müssen die Eltern mit einem Nikolausbesuch auch einverstanden sein, was in der Regel der Fall ist. Manchmal werden auch „Sonderwünsche“ angemeldet, die die Nikolaushelfer und der Mann mit dem weißen Rauschebart und dem roten Kapuzenmantel gern erfüllt.

„Es ist eine längst liebgewonnene Tradition, die nicht nur den Kindern Freude bereitet. Wer mit dem Nikolaus durch die Straßen zieht, ist mit Leib und Seele bei der Sache dabei, so wie das bei uns Feuerwehrleuten immer der Fall ist“, sagt Manfred Gerlinger, inzwischen über 43 Jahre bei der Löscheinheit seines Heimatortes, davon mehr als zwei Jahrzehnte an der Spitze. Den Nikolaus mimt Manfred Gerlinger dabei auch schon wieder gut fünf Jahre. Dabei vergisst er nicht an den langjährigen „Dorfnikolaus“ Günther Hamm zu erinnern, der sich mehr als 30 Jahre in den Dienst dieser Sache bei der Feuerwehr stellte, ohne jemals selbst aktiver Feuerwehrmann jemals gewesen zu sein. „Der Günther hat das schon zu einer Zeit gemacht, als unser heutiger Ehrenwehrführer Otwin Ruf noch aktiv war. Als Nikolaus mit uns Feuerwehrleuten durchs Dorf zu ziehen, das ist ein Herzensanliegen des leider viel zu früh verstorbenen Freundes gewesen. Dafür ließ sich dieser sogar extra einen Bart wachsen, damit alles ganz echt ausgesehen hat. Er war halt ein großer Kinder- und Menschenfreund“, sagt sein heutiger Nikolaus-Nachfolger Manfred Gerlinger. Verstehen kann dieser das alles gut, denn beim Besuch der Kleinen im Dorf gebe es wirklich nur schöne Erlebnisse. „Wir die Kinder mit großen Augen, manchmal etwas schüchtern, Gedichte aufsagen oder Lieder singen, dann ist das was Besonderes. Und wenn es bei den Kinder nicht mal klappt, dann animiert der Nikolaus die Eltern und anderen Verwandte doch für die Kleinen in die Bresche zu springen.“

Für die Geschenkpäckchen ist Sina Wagner, die Tochter des Nikolauses, verantwortlich. Wenn die Kleinsten keine Schokolade bekommen sollen, werden dafür „Weckmänner“ aus frischem Hefeteig zusammen mit den übrigen Sachen eingepackt. Inhaltlich sind die Päckchen gleich, die Kosten dafür werden vom Förderkreis der Feuerwehr übernommen und Heiko Brünesholz freut sich, dass auf diesem Wege wieder an dieKleinbundenbacher Dorfgemeinschaft zurückgegeben werden kann.

In einem alten Handwagen, natürlich in den Farben der Feuerwehr angestrichen, wird von Haus zu Haus gezogen und in diesem Jahr sei der Kreis der zu beschenkenden Kinder im Ort besonders groß gewesen.