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Weniger Holzeinschlag in Kleinsteinhausen

Kleinsteinhausen : Schonzeit für den Gemeindewald

Wegen Trockenheit und der Borkenkäferplage war im vergangenen Jahr mehr eingeschlagen worden als geplant.

Stürme, Trockenheit und Borkenkäfer. Was dem Deutschen Wald bundesweit schadet, sind auch Schadensfaktoren für den Kleinsteinhauser Gemeindewald. Revierförsterin Maria Jäger sprach mit Blick auf das abgelaufene Forstwirtschaftsjahr gar von einem Katastrophenjahr bei der Ratssitzung am Dienstag im großen Saal des Dorfgemeinschaftshauses, wohin Ortsbürgermeisterin Martina Wagner mit den Ratsmitgliedern coronakonform mit den Ratsmitgliedern zur Sitzung ausweichen musste. Wegen des Borkenkäfers und der Bodendürre sind fast 1000 Festmeter Holz eingeschlagen worden, berichtete die Revierförsterin Jäger.

Fast doppelt so viel wie eigentlich geplant. Der geplante Hiebsatz für das Jahr 2020 habe bei 580 Festmetern gelegen, rief Försterin Maria Jäger allen nochmals in Erinnerung. Planungsaussagen für das neue Forstwirtschaftsjahr wollte die Forstverantwortliche nur unter Vorbehalt machen, wenngleich es in Blickrichtung Schädling „Borkenkäfer“ für alle eine versöhnlichere Mitteilung gab. Der Schadensbefall sei rückläufig, so Försterin Jäger. „Ich will nur das einschlagen, was notwendig ist. Das Bereitstellen von Brennholz ist überhaupt keine Frage, das geht klar. Sonst aber nur, was unabdingbar ist, eben durch Käferbefall oder Trockenheit.“

450 Festmeter sehe der Forstwirtschaftsplan als Ansatz vor, doch wenn es regulierbar sei, möchte Försterin Jäger aus den bekannten Gründen in diesem Jahr auch noch unter diesem Hiebsatz bleiben. Dass sich Ortsbürgermeisterin Martina Wagner gemeinsam mit den Ratsmitgliedern sehr aktiv und engagiert um die Belange des Gemeindewaldes kümmert, zahlt sich andererseits auf der Guthabenseite aus. Die Waldzertifizierung bringt einen finanziellen Bonus an Fördermitteln von rund 10 000 Euro für die gesamte Waldfläche. Um die Antragstellung der Fördergelder muss sich die Ortsgemeinde nicht kümmern, das erledigt das Forstamt für die Kommune. Mit der doppelten Holzmenge, die eingeschlagen wurde, stiegen auch die Einnahmen. Maria Jäger schätzt die Summe allein aus dem Holzeinschlag durch den Borkenkäfer-Befall auf 15 000 bis 20 000 Euro. Detaillierte Positionen ließen sich im Augenblick aber noch nicht nennen.

Die Daniel-Theysohn-Stiftung fördert weiter das Kleinsteinhauser Pilot-Projekt Zukunftswald. Im Modellversuch wird bei den Aufforstungen erprobt, welche Baumarten in Folge des spürbaren Klimawandels bisher gedeihen und sich dem Wandel anpassen. Das Pilotprojekt wird von der Uni Trier wissenschaftlich begleitet. Bei den Aufforsterungsarbeiten im ersten Step sind der Laubhölzer wie Edelkastanie, Flatterulme, Vogelkirsche, Elsbeere, Eiche und Baumhasel gepflanzt wurden. Die Aufforstungsfläche betrug damals drei Hektar.

Diesmal, so die Försterin, sollen versuchsweise Nadelhölzer auf einer ähnlich großen Fläche gepflanzt werden. Die Jungpflanzen seien bereits geliefert und über den Winter im Boden „eingeschlagen“ worden. Zedern, Schwarzkiefer und Eibe würden zu den Baumarten zählen, die in der kommenden Wochen, soweit es die Witterung zulässt, gepflanzt werden. Um einem Wildverbiss vorzubeugen sei die Pflanzfläche eingezäunt. für den kommenden Herbst seien weitere Aufforstungsflächen im Herrenwald vorgesehen. Rund 13 000 Euro sollen in diesem Jahr als Ergebnis erwirtschaftet werden. Der Rat stimmte den vorgelegten Forstwirtschaftsplan für das Jahr 2021 zu.

Mit dem neuen Zuschnitt für die Forstreviere war Kleinsteinhausen nicht einverstanden. Martina Wagner hatte sich mit einem Beschwerdebrief (wir berichteten) sogar direkt ans Ministerium gewandt. Die Antwort, so die Ortsbürgermeisterin in der Sitzung, sei nicht aussagekräftig gewesen. Maria Jäger zeigte den Ratsmitgliedern auf, was nunmehr geschieht, weil auch andere Kommunen dem Organisations-Neuvorschlag nicht zugestimmt haben. Mit dem Vorschlag, wie ihn nunmehr die Forstbehörde umsetzen will, konnten sich die Ratsmitglieder anfreunden.

Bei der Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses fallen Mehrkosten in Höhe von 45 000 Euro an. Diese werden auch von den übergeordneten Behörden als unabweisbar eingestuft. Der Ortsbeigeordnete Ludger Grünfelder erläuterte die Sanierung der Deckenbalken mit U-Schienen. Dem Aufstockungsantrag stimmten die Ratsmitglieder allesamt zu. Es wird ein Zuschuss in Höhe von 60 Prozent zu den Mehrkosten erwartet.