Weniger Betten, mehr Gäste

Bilanz der Südwestpfalz-Touristik: Im vergangenen Jahr hat in der Südwestpfalz vor allem Campingurlaub geboomt.

Für den Tourismus in der Südwestpfalz war 2016 ein gutes Jahr. In der Mitgliederversammlung der Südwestpfalz-Touristik hat Geschäftsführer Martin Hartwig von mehr Gästen und Übernachtungen in den ersten elf Monaten des vergangenen Jahres gesprochen. Besonders Campingurlauber haben die Region stärker für sich entdeckt.

Mehr Gäste, mehr Übernachtungen, aber weniger Betten: Auf diesen Nenner bringt Hartwig die Bilanz für 2016. Mit 146 208 Gästen (plus 1,6 Prozent) und 386 130 Übernachtungen (plus 4,4 Prozent) hat der Landkreis ebenso zugelegt wie die Stadt Pirmasens mit 45 527 Gästen (plus 4,9 Prozent) und 52 472 Übernachtungen (plus 10,7 Prozent), während in Zweibrücken sowohl die Gästezahlen mit 21 944 (minus 13,7 Prozent) und 33 986 Übernachtungen (minus 20,7 Prozent) deutlich zurückgingen.

Das hat auch seinen Grund, denn 2016 haben gleich zwei Hotels in Zweibrücken geschlossen (wir berichteten).

Mit 472 588 Übernachtungen (ohne Camping) wurde das Ergebnis für die gesamte Südwestpfalz vom Jahr zuvor (2015: 459 934) um 2,75 Prozent übertroffen. Und wenn die Dezember-Zahlen vorliegen, hofft Hartwig die "magische Grenze" von 500 000 Übernachtungen übertreffen zu können. Mit dieser Bilanz wurde sowohl die Entwicklung in der Pfalz wie auch in Rheinland-Pfalz deutlich übertroffen.

Der Geschäftsführer wies darauf hin, dass diese Steigerung erzielt wurde, obwohl sich die Bettenzahl um 5,9 Prozent verringert hat. Nur noch 4777 Gästebetten waren 2016 gemeldet (2015: 5077). Neben den beiden Hotels in Zweibrücken (-25,4 Prozent auf 362 Betten) hätten in der gesamten Südwestpfalz auch viele kleinere Privatanbieter geschlossen.

Eigens erfasst wird der Campingurlaub, der im Landkreis, in dem die Campingplätze liegen, die höchsten Zuwächse im vergangenen Jahr erbracht hat: Um 18,2 Prozent auf 20 911 steigerte sich die Zahl der Campingurlauber, deren 70 954 Übernachtungen sogar ein Plus von 53,3 Prozent bedeutet haben. Damit hob sich der Landkreis deutlich vom Landestrend ab, der stagnierende Zahlen für den Campingurlaub verzeichnet.

Längst angekommen im Tourismus sind die beiden Themen Internet und soziale Medien, die Internetsitzungen potenzieller Gäste sind von 2015 auf 2016 um rund 50 Prozent auf 62 363 Homepagebesuchen angewachsen. Und die Facebook-Fans der Südwestpfalz-Touristik lagen mit 3306 im vergangenen Jahr um 22 Prozent höher. Für das noch junge Jahr plant die Südwestpfalz-Touristik mit einem Etat von 370 900 Euro, wobei mit einem Verlust von 94 516 Euro geplant wird. In diesem Jahr wird ein neues Gastgeberverzeichnis für die Jahre 2018/19 erstellt. Der Haushalt 2017 wurde von den Mitgliedern einstimmig angenommen.

Auf ein neues Projekt hat Hartwig explizit hingewiesen, mit dem die E-Mobilität im Landkreis für Touristen verbessert werden soll. Gastronomen, die für Touristen mit E-Bikes und Pedelecs eine Aufladestation anbieten, können sich bei der Südwestpfalz-Touristik melden. Sie werden erfasst und in den entsprechenden Werbemedien erwähnt, außerdem können sie für dieses Angebot mit einem eigenen Logo werben.