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Wendelinus-Kirche Reifenberg fertig saniert Gottesdienst am Sonntag

Für rund 260 000 Euro : Reifenberger Wendelinus-Kirche fertig saniert

Der Abschluss der Arbeiten soll am Sonntag mit einem Festgottesdienst gefeiert werden. Erlaubt sind nur 80 Teilnehmer.

(cos) Abgeschlossen ist die Innensanierung der Sankt-Wendelinus-Kirche von Reifenberg. Für rund 260 000 Euro hat das Gotteshaus wieder einen Teil seines ehemaligen Glanzes zurückbekommen. Das Freilegen und Restaurieren der Ölbilder über den beiden Seitenaltären ist dabei ein besonderer Arbeitsbereich gewesen.Am Sonntag, 25. Oktober, wird mit einem Festgottesdienst der Abschluss der Sanierung gefeiert. Den Festgottesdienst um 10.30 Uhr wird Domkapitular Peter Schappert zelebrieren.

„Auf diesen Tag haben wir hingearbeitet“, sagt Pfarrer Bernhard Selinger von der Großpfarrei Heiliger Bruder Konrad aus Martinshöhe, wo sich der Hauptsitz dieses Pfarreien-Zusammenschlusses befindet. Dieser bedauert wie alle weiteren Verantwortlichen und insbesondere die Katholiken aus Reifenberg, dass bei 80 Kirchenbesuchern die Obergrenze liegt. Pfarrer Selinger bittet deshalb in diesem Zusammenhang auch nochmals alle interessierten Gottesdienstbesucher, sich beim Gemeindeausschuss-Vorsitzenden Pirmin Zimmer unter der Rufnummer (0 63 75) 3 88 92 77 zu melden, damit eine Teilnahme am Gottesdienst gesichert ist. Musikalisch wird dieser vom Kirchenchor Reifenberg und der Bläsergruppe aus Schmitshausen gestaltet. Die Festpredigt hält auch Domkapitular Peter Schappert.

Wer nach der Kirchensanierung erstmals wieder das Gotteshaus betritt, wird auf Anhieb von der neuen Ausstrahlung des Kircheninnern in seinen Bann gezogen. Auf der linken Kirchenseiten mit Marienaltar gab es bereits einen Altartisch aus rotem Sandstein. Passend dazu ist nunmehr auch der Wendelinusaltar rechts mit einem solchen aus der Eifel versehen worden. Gemeindeausschussmitglied und Hobbyhistoriker des Ortes Toni Hüther: „Da musste viel Überzeugungsarbeit geleistet werden – mit dem Ergebnis jetzt sind wir allerdings hoch zufrieden.“

Es ist insbesondere die farbliche Gestaltung im Kircheninnern mit ihren kräftigen Farbtönen, welche künftig alle Besucher besonders ansprechen wird. So haben beispielsweise die 14 Kreuzwegstationen, links und rechts im Kirchenschiff platziert, mit ihrem durchgehenden blauen Farbband eine besondere Note bekommen. Dieses Band geleitet automatisch zum Chorraum, der mit seinem Glanz für eine ganz besondere Ausstrahlung sorgt.

Kirchenrestaurator und Künstler Michael Walter aus Fremdingen-Schopflohe, einem Ort im bayerischen Landkreis Donau-Ries, hat dabei mit seiner künstlerischen Beratung wichtige Impulse gegeben, die Architekt Hermann Held aus Contwig gekonnt vor Ort umzusetzen wusste. Dieser plante und begleitete die Kirchensanierung über Monate hinweg.

Handwerker aus der Region und der näheren Umgebung sind mit den Sanierungsarbeiten betraut gewesen. Vor allem die elektronische Versorgung des Gotteshauses hatte große Mängel aufgezeigt und musste ebenso wie die Belüftung und die Heizung von Grund auf erneuert werden. Roland Ludes aus dem Ort ist für diese Arbeiten zuständig gewesen. Eine Toilette steht nunmehr den Gottesdienstbesuchern auch zur Verfügung. Sie ist im Vorraum der Sakristei untergebracht worden.

Bei der Sanierung alter Bausubstanz ist man vor Überraschungen nie gefeit. So erging es auch den Verantwortlichen der Kirchensanierung in Reifenberg, Während der mehrmonatigen Bauphase zeigte es sich beispielsweise, dass die Kirchenfenster auch im Innern Schaden genommen hatten. Sie waren undicht, Regenwasser von außen drang ein. Zudem ist der Einbau zweier zusätzlichen Belüftungs-Fenster notwendig geworden. Auch die Bankpolsterung wurde erneuert, wie die Festgottesdienstbesucher am Sonntag zufrieden feststellen werden.

Die anfängliche geschätzte Bausumme von rund 228 000 Euro wird sich um vermutlich 30 000 Euro erhöhen. Insgesamt gab es einen Zuschuss der Diözese Speyer in Höhe von 150 000 Euro. Bei diesen Baukosten nicht berücksichtigt sind die Kosen für die Freilegung und Restaurierung der beiden Ölbilder links und rechts des Kirchenschiffs über den dortigen Seitenaltären. Deren Kosten liegen bei rund 60 000 Euro.

Von der Restauratorin und Konservatorin Eva Lincul aus Neustadt/Weinstraße, sie zeichnete auch für die Arbeiten in der Sankt-Barbara-Kirche in Knopp verantwortlich, wurde jetzt auch in Reifenberg eine ausgezeichnete Arbeit abgeliefert. Für diese Arbeiten gab es an Zuwendungen und Spenden rund 18 000 Euro. Allein von der Daniel-Theysohn-Stiftung den erklecklichen Betrag in Höhe von 6000 Euro. Die Restsumme muss hier die Kirchenstiftung Reifenberg allein aufbringen.