Wein von der Hauswand

Winterbach. Im Herbst 1996 pflanzte der frühere Landwirt Walter Höh auf seinem Grundstück die ersten Rebstöcke. "Phönix" für edlen Weißwein, "Regent" für einen noch blumigeren Roten. Weine, die kaum Restsäure haben und gänzlich ungezuckert sind

Winterbach. Im Herbst 1996 pflanzte der frühere Landwirt Walter Höh auf seinem Grundstück die ersten Rebstöcke. "Phönix" für edlen Weißwein, "Regent" für einen noch blumigeren Roten. Weine, die kaum Restsäure haben und gänzlich ungezuckert sind. Nach der Aufgabe des landwirtschaftlichen Betriebes sei plötzlich ein Loch da gewesen, räumt der Winterbacher Walter Höh rückblickend ein. Und weil ihn der Weinanbau samt Verarbeitung schon immer interessiert habe, reifte die Absicht, auf dem Hofgrundstück selbst Wein anzubauen. Bei der Bundesforschungsanstalt für Rebenzüchtung Geilweilerhof im vorderpfälzischen Siebeldingen wurden die ersten drei Rebstöcke bei einer Sonntagsausflugsfahrt im Kofferraum verstaut. Zehn Rebstöcke der beiden Anbausorten liefern heute pilzwiderstandsfähige Trauben für die Weinherstellung des Hobby-Kellermeisters. "Die ersten Jahre wurde aus der Weinernte Marmelade und Traubensaft, doch schon damals war der Gedanke Weinherstellung im Hinterkopf", erinnert sich Ruth Höh, die den Gatten bei seinem Hobby voll und ganz unterstützt. Jetzt war es wieder soweit, wurden die reifen Trauben an der "Hauswandlage" von Walter Höh geerntet und verarbeitet. In etlichen Arbeitsgängen, die der Winterbacher Kellermeister wie die hauptberuflichen Vorbilder aus dem Effeff kennt und nur ungern preisgibt. Wenn der weiße oder rote Rebensaft in den gläsernen Ballonen gärt, bestimmt der Wein den Tagesablauf von Walter Höh. "Ein Weinberg will den Winzer täglich sehen", scherzt Höh und fügt ernst gemeint hinzu, dass in diesem Sprichwort viel Wahrheit stecke. Das beginne mit dem Rebenschnitt, der Ernte und Verarbeitung. Derzeit ist alles am Gären. Nach Weihnachten kommt der zweite Abstrich und im Frühjahr die Flaschenabfüllung. Privatfüllung HW-Gewächs, Phönix, Niederhausen Glockensteige, so steht auf den Etiketten. "Und HW heißt nicht Walter Höh, wie schon viele meinten. Nein, das bedeutet Hauswand, denn mein Weinberg ist an den Sandsteinwänden unseres Bauernhauses!" "Die ersten Jahre wurde aus der Weinernte Marmelade und Traubensaft."Ruth Höh