Landfrauen-Verein Großsteinhausen Waldweihnacht mit Mensch und Tier

Großsteinhausen · Die Landfrauen aus Großsteinhausen konnten endlich ihre seit zwei Jahren geplante Waldweihnacht an der neuen Grillhütte am Hochseiter Wald begehen. Gepaart mit der Feierfreude waren die Achtsamkeit für die Natur und die Wunscherfüllung für viele Kinder.

 Pfarrerin Verena Krüger eröffnete die Waldweihnacht. Begleitet von Kindergarten-Leiterin Stephanie Schröder auf der Blockflöte und Jürgen Dott mit der Gitarre, sangen Kinder wie Erwachsene Weihnachtslieder.

Pfarrerin Verena Krüger eröffnete die Waldweihnacht. Begleitet von Kindergarten-Leiterin Stephanie Schröder auf der Blockflöte und Jürgen Dott mit der Gitarre, sangen Kinder wie Erwachsene Weihnachtslieder.

Foto: Cordula von Waldow

Kinder und Tiere standen im Mittelpunkt der Waldweihnacht, zu welcher der Landfrauen-Verein Großsteinhausen für den Samstag vor dem ersten Advent eingeladen hatte. In Corona-Zeiten aufgekeimt, konnte die Idee erstmalig an der neu gebauten Grillhütte im Hochseiter Wald stattfinden. In der großen Feuerschale unter freiem Himmel knisterten die Holzscheite, ein blauer Lichtervorhang bot unter dem Hüttendach Licht und Schutz. Liebevolle Dekoration – von den Rentieren vor der Hütte über die Biergarnituren bis zum Wünsche-Weihnachtsbaum –  sorgten bereits vor dem ersten Advent für zauberhafte Stimmung. Es duftete nach selbst gemachtem Glühwein, frischen Waffeln und knusperigen Würsten.

Pfarrerin Verena Krüger, selbst Mutter von kleinen Kindern, erinnerte mit ihrer kindgerechten Botschaft an das Fest der Liebe und des Lichts. Begleitet von Kindergarten-Leiterin Stephanie Schröder auf der Blockflöte und Jürgen Dott mit der Gitarre, sangen Kinder wie Erwachsene die altbekannten (Vor)Weihnachtslieder gerne mit. Besonders gut gefiel allen „In der Weihnachtsbäckerei“.

Die Spannung wuchs, doch bevor das sehnsüchtig erwartete Christkind angeritten kam, gab es eine berührende, interaktive Mitmachgeschichte für die Kinder. Sabine Zimmer las und Stephanie Schröder ließ mit ihren Orff-Instrumenten den Wind rauschen, die Vögel zwitschern und die im Spinnennetz glänzenden Wassertropfen perlen. Lisa entdeckt im Sommer einen wunderschönen Baum im Wald und erwählt ihn als Weihnachtsbaum. Wem gehört er? Hat ihn der Wind gesät oder die Vögel? Ihre Verbundenheit wächst und statt den Baum abzusägen und zu töten und ihn damit den Tieren, dem Wald, der Natur zu rauben, feiert sie am Heiligen Abend dort im Wald Bescherung mit der ganzen Familie: Alle hängen Leckereien für die Waldtiere an die starken, grünen Zweige. Für Lisa ist es das schönste Weihnachtsfest, die Waldweihnacht der Tiere.

Zunächst halfen die Kinder, den Leuchtbaum zu schmücken. Danach, ausgestattet mit Karotten, Meisenringen und ähnlichen Köstlichkeiten, begannen die gut 20 Kinder und ihre Eltern, den Umkreis der Hütte in ein Büfett für die Tiere zu verwandeln. Mittlerweile war es dämmrig geworden. „Habt ihr alle eure Wunschzettel?“, hieß es auf einmal. Darauf dürfen nicht nur Wünsche für sich selbst geschrieben werden, sondern auch für andere Kinder und für die Welt. Frieden für alle war dort ganz oft zu lesen.

Und dann kamen sie aus dem Wald: Das eher praktisch gekleidete „Christkind“ (Anna Schneider) mit seinem Knecht Ruprecht (Laura Schneider), beide hoch zu Ross. Ehrfurchtsvoll beobachteten die aufgeregten Kinder, wie sich die Pferde, die fuchsfarbene Sell-Français-Stute Hotesse de me d‘Or und ihr 32-jähriger Begleiter Jolly sich vertrauensvoll mit der im Wind wehenden Beleuchtung und dem knisternden Feuer arrangierten und brav stehen blieben.

Nacheinander durften dann die Kinder ihre Wunschzettel in den großen Sack stecken, der an dem Sattel von Hotesse befestigt war und natürlich die geduldige Stute streicheln. In der Hütte herrschte dann ein Kommen und Gehen, als die Familien den Heimweg antraten und andere Besucher sie ablösten.

Sylvia Lauer, die Vorsitzende der Großsteinhauser Landfrauen, freute sich über die durchweg gelungene Veranstaltung, die endlich wunschgemäß durchgeführt werden konnte. Das Beste: Bereits an diesem Abend waren alle Kinderwünsche vom Wunschbaum abgepflückt, denn die Großsteinhauser bedenken auch die teilweise bedürftigen Kinder zweier Spiel- und Lernstuben in Zweibrücken.

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