Mauschbacher Gemeindewald Lehrreicher Ausflug ins Grüne

Mauschbach · Mauschbacher waren eingeladen, mit der Revierförsterin durch den Gemeindewald zu streifen.

Tiefe Einblicke in die Bewirtschaftung des Gemeindewaldes von Mauschbach gab jetzt die verantwortliche Revierförsterin Maria Jäger (links).

Tiefe Einblicke in die Bewirtschaftung des Gemeindewaldes von Mauschbach gab jetzt die verantwortliche Revierförsterin Maria Jäger (links).

Foto: Norbert Schwarz

Auf den Heimatort und den Gemeindewald sind fast ausnahmslos alle Mauschbacher stolz. Im Planwagen, mit den bekannten „Kälberber-Insignien“ – schwarze Flecken auf weißem Untergrund, auf den Wagenseiten, ging es jetzt durch den Gemeindewald oberhalb von Mauschbach, der zwischen dem Flugplatz und dem bekannten Orchideengebiet Monbijou liegt. Die Ortsgemeinde mit Ortsbürgermeister Bernhard Krippleben hatte dazu eingeladen. Zur Waldbewirtschaftung stand Revierförsterin Maria Jäger.

Doch nicht allein der Umstand, Gemeindewald zu besitzen löst bei den Bürgern allgemeine Glücksgefühle aus. In Mauschbacher Öfen flackert zudem viel Holz aus dem Gemeindewald. Die Nachfrage ist enorm und nirgendwo größer. Ortsbürgermeister Krippleben: „Wir haben im Dorf rund 132 Haushalte und davon gibt es 28 Bewerber für Holz aus dem Gemeindewald!. Im Vergleich zu anderen Kommunen enorm hoch!“

Krippleben wies darauf hin, dass jeder Holzwerber den Nachweis führen muss, dass ihm der Umgang mit einer Motorsäge gestattet ist. Revierförsterin Maria Jäger griff diesen Punkt sofort auf. Ein Hexenwerk sei der Erwerb dieses „Sägescheines“ auf keinen Fall, aber aus Sicherheitsgründen eine Grundvoraussetzung für solche Arbeiten im Forst, gleich ob Staats- oder Gemeindewald.

Das Bestellaufkommen sei in Mauschbach enorm hoch, bestätige auch die Revierförsterin. Vergangenes Jahr sei das Bestellaufkommen geradezu explodiert. „Wir hatten am Ende 290 Ster Brennholz auf dem großen Bestellzettel.“ Für dieses Jahr wurde der Holzeinschlag früher begonnen. Die Witterung beeinträchtigte zwar den Einschlag, sicher ist aber, dass für die Mauschbacher Bürger die Holzabgabe in diesem Jahr aus dem Mauschbacher Wald gewährleistet werden kann. Nachhaltigkeit werden im Gemeindewald groß geschrieben, denn nur alle zwei Jahre kommt es überhaupt zum Einschlag im Gemeindewald. Mit dem diesjährigen Holzeinschlag werden ausschließlich die Nachfrage für Brennholz zufriedengestellt. Industrieholz beispielsweise fiele überhaupt keines an.

Auf großes Interesse stieß die Revierförsterin mit ihren Ausführungen zum Klimawandel und den Reaktionen im Baumbestand. Eichenbestände litten enorm unter der Trockenheit. Auf den Erhalt der Baumartenvielfalt legt die Revierförsterin allergrößten Wert und konnte mit Beispielen sozusagen am Wegesrand darüber informieren, warum diese für die Waldbewirtschaftung so wichtig ist. Mischbaumarten sollen deshalb im künftigen Waldbild bestimmender Faktor sein. Kirschen, Ahorn, Buchen, Eichen oder Feldahorn.

Das Waldmanagement stellte Maria Jäger allen vor. Den Wald für den Klimawandel fit zu machen ist einer der Schwerpunkte dieses Managementes. Keine Monokulturen, Erhalt der Biodiversität. Naturschutz soll im Wirtschaftswald integriert werden. Habitatbäume müssen in einer bestimmten Anzahl auf der Fläche verbleiben, fünf Prozent der Waldfläche sollen der Natur überlassen werden.

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