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VT Contwig sauer über Zuschuss-Vertagung durch Gemeinderat

Walter Hüther von VT Contwig ist empört über Rat : Empörung und Enttäuschung bei VT Contwig

Einen Zuschuss von 310 Euro für einen neuen Anstrich der Turnhalle hatte die VT Contwig beim Ortsgemeinderat beantragt. Dieser hat die Entscheidung auf Antrag der SPD vertagt. VT-Vorstand Walter Hüther ist fassungslos.

Bekommt die Vereinigte Turnerschaft Contwig von der Ortsgemeinde einen Zuschuss für ihre Fassaden-Sanierung? Erst mal nicht. Wegen einer rechtlichen Unklarheit (erlauben die Contwiger Förderrichtlinien den Zuschuss?) hat der Contwiger Ortsgemeinderat die Entscheidung vertagt. Darüber hat der Pfälzische Merkur in seinem Artikel „Rat streitet um Zuschuss für VT-Turnhalle“ am 28. April berichtet. Der Vorsitzende der VT Contwig, Walter Hüther, ist empört und enttäuscht über diese Entscheidung, wie er in einem Brief an den Merkur unmissverständlich klarmacht.

„Grundsätzlich freue ich mich sehr, wenn ich in der Zeitung Berichte über meinen Verein lese. Der Artikel über die Inhalte und die Entscheidung des Gemeinderats auf Antrag der SPD zu unserem Zuschussantrag hat aber nicht nur mich eher fassungslos, enttäuscht und betroffen gemacht“, schreibt er.

Eines vorweg: Es gehe ihm nicht um den Zuschuss von 300 Euro. „Für einen Verein unserer Größenordnung ist das eine Summe, die nicht über Existenz oder Nichtexistenz entscheidet und auch nicht die Durchführung der Maßnahme verhindert. Hier geht es vielmehr um Stimmung, Sensibilität, Signale, Haltung und politische Glaubwürdigkeit! Eine Kleinigkeit mit großer Wirkung!“, betont der Vorsitzende. „In allen Wahlprogrammen der SPD und ihres Bürgermeisterkandidaten David Betz stand die Unterstützung der Vereine mit an oberster Stelle! Und dann folgen den Worten solche Taten! Unfassbar. Die Sache klingt wie eine Kleinigkeit, doch ist der SPD eigentlich klar, was für eine Symbolik, was für ein Signal und was für eine Wirkung dahintersteckt? Alle Vereine kämpfen derzeit gegen Existenzängste, Finanznöte, Mitgliederschwund und fehlende Neueintritte mangels Angeboten. Keine Einnahmen durch Veranstaltungen etc. Seit über 15 Monaten ruht der Betrieb der meisten Vereine fast vollständig und ein Ende ist noch nicht in Sicht“, bedauert der Vereinsvorstand.

Doch anstatt in dieser Situation jede Gelegenheit zu nutzen, die Vereine wie versprochen zu unterstützen, diskutiere man über unbekannte Richtlinien und Satzungen zur Zuschussgewährung. „Ich gebe zu, das ist bestimmt notwendig und nach Jahren bestimmt auch erforderlich, aber deshalb einen von mehreren aktuellen Anträgen (auch Sanierungsanträgen) der Vereine zurückzustellen und andere zu genehmigen – was ist das für eine Art und Weise? Das ist doch kein Stil! Für mich unerklärbar. Unterstützung sieht anders aus.“

Und noch eins verwundert den Vorsitzenden: „Trotz der Aussage des Verbandsgemeindevertreters in der Sitzung, dass die Förderung auf jeden Fall zulässig sei, war die SPD gegen die Unterstützung. Was ist das für eine Haltung und welche Motivlage steckt dahinter? Und dann fragt der Bürgermeisterkandidat noch allen Ernstes, ob die Sanierung einer Außenfassade des Anbaus der Turnhalle für den Sport und die Jugend überhaupt was bringt! Wo denkt er, werden die 250 Kinder und 500 Erwachsene der VT denn ihren Sport treiben – auf der Wiese? Es ist eine Turnhalle, die saniert wird! Im Anbau befinden sich Geräteraum, Duschen, Umkleideräume und Toiletten, die für einen regulären Sportbetrieb notwendig sind. Auch die Renovierung einer Außenfassade mit Verputzen und Streichen, um Wassereintritte und das Bröckeln zu verhindern, gehört definitiv dazu.

Bisher war es nie ein Problem, der Gemeinde und den Parteien unsere Turnhalle völlig problemlos und unbürokratisch zur Verfügung zu stellen. Für Altennachmittage, Bürgerinformationsveranstaltungen, Sitzungen, Parteitage, Wahlveranstaltungen etc. Es war immer ein Geben und Nehmen! Trotzdem bleibt es zu 100 Prozent eine Turnhalle! Und trotz dieser Kenntnis hat die SPD den Zuschussantrag in Frage gestellt und eine Vertagung der Entscheidung beantragt. Da hätte ich mir bei der schwierigen Pandemiesituation für Vereine und Gesellschaft auch fachlich mehr Sensibilität, eine andere Haltung und ein anderes Signal gewünscht. Es bleiben somit leider große Worte ohne Taten – jeder Bürger in Contwig kann sich jetzt ein Bild von der Glaubwürdigkeit solcher Versprechen seitens der SPD machen.“

 Walter Hüther, Vorsitzender der VT Contwig.
Walter Hüther, Vorsitzender der VT Contwig. Foto: Susanne Lilischkis

Die VT werde sich nun überlegen müssen, so der Vorsitzende, ob Wahlveranstaltungen der „unterstützenden“ SPD in ihrer Halle auch was für den Sportbetrieb und die Jugend bringen? „Mit Ruhm hat man sich jedenfalls nicht bekleckert und mit dieser Meinung stehe ich im Moment sicher nicht alleine. Ganz abgesehen davon, dass bisher einheimische Betriebe auch immer von Sanierungen der VT Contwig profitiert haben.“