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VR-Bank Südwestpfalz und Sparkasse Südwestpfalz planen gemeinsame SB-Filialen

Pressekonferenz der VR-Bank Südwestpfalz : VR-Bank und Sparkasse wollen kooperieren

Die beiden südwestpfälzischen Kreditinstitute planen gemeinse Geldautomaten und Überweisungs-Terminals, um sich aus keinen Orten zurückziehen zu müssen.

Wie kann die VR-Bank Südwestpfalz Pirmasens-Zweibrücken weiterhin in der Fläche präsent bleiben? Mit dieser Frage beschäftigt sich der Vorstand. Eine Antwort ist eine erfolgreiche Geschäftspolitik, was im vergangenen Jahr auch gelungen ist, indem Bilanzsumme und Ertragslage gesteigert wurden. Eine andere Antwort ist, neue Modelle für die Bankdienstleistungen zu finden, woran ebenfalls gearbeitet wird. Denn die Genossenschaftsbank will künftig gemeinsam mit der Sparkasse Südwestpfalz SB-Stellen betreiben.

Noch gebe es keine konkreten Standorte, aber die Gespräche mit der Sparkasse seien angelaufen, informierte in der Bilanzpressekonferenz der VR-Bank am Dienstag Vorstandsvorsitzender Paul Heim: „Das ist eine Win-Win-Situation für beide Häuser, und wir können dauerhaft die Versorgung der Bürger mit Bargeld und Dienstleistungen sicherstellen.“

Die Verhandlungen über eine solche Zusammenarbeit bestätigt Peter Kuntz, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Südwestpfalz, der ebenfalls Vorteile für die Kunden sieht, weil in der Südwestpfalz dadurch etliche Standorte gesichert werden können. Gemeinsame SB-Stellen sollen aus einem Geldautomaten und jeweils einem Terminal für Bankdienstlienstleistungen der beiden Partner bestehen. Ein solches Modell wird bereits in Hinterweidenthal von der VR-Bank Südliche Weinstraße-Wasgau mit der Sparkasse realisiert.

Die 13 Geschäftsstellen der VR-Bank Südwestpfalz werden ständig überprüft auf ihre Frequenz und Wirtschaftlichkeit, erläuterte Heim: „Wir müssen immer schauen, ob sie noch gefragt sind.“ Und er lässt keinen Zweifel daran, dass es auch Veränderungen geben kann, etwa bei den Öffnungszeiten. Schließungen von VR-Bank-Filialen seien momentan aber nicht im Gespräch.

Abgebaut wurde im vergangenen Jahr auch Personal. Allerdings nur über die natürliche Fluktuation, wie der Vorstandsvorsitzende betont. Die fusionierte Genossenschaftsbank habe eine hohe Altersstrutur, sodass momentan viele Mitarbeiter in Ruhestand gehen, die nicht mehr ersetzt werden. Wurden 2017 noch 202 Mitarbeiter angegeben, arbeiteten im vergangenen Jahr noch 187 Beschäftigte in der VR-Bank. Ein weiterer geplanter Personalabbau sei aber nicht das Ziel, so Heim, frei werdende Stellen werden künftig wieder besetzt. Es werde sogar wieder Personal gesucht, ergänzt Marketingeiterin Jutta Diehl: „Wir haben sieben offene Stellen und suchen Fachkräfte.“

Auch die Digitalisierung ist bei der VR-Bank Südwestpfalz ein Thema, aber Heim machte deutlich, dass nicht jeder Hype mitgemacht werde. „Wir schauen genau, was für uns interessant ist“, erklärt er, und sinnvolle Digitalisierungsprojekte würden umgesetzt.

Wichtig ist es dem Vorstandsvorsitzenden, dass die VR-Bank in der Region verwurzelt bleibt: Natürlich über die 187 Mitarbeiter, aber auch als sozialer Faktor durch Spenden- und Sponsoringaktionen. 140 000 Euro wurden in entsprechende Aktionen im vergangenen Jahr investiert. Zudem habe die Bank 1,3 Millionen Euro an Steuern gezahlt, wovon auch die Stadt über die Gewerbesteuer profitiert habe.

Einen Schlussstrich würde der Bankvorstand mit Heim, Knecht und Vehrenberg gerne unter die Unterschlagungsaffäre aus dem vergangenen Jahr ziehen. Aber ein Ende der strafrechtlichen Ermittlungen ist nicht in Sicht – und so lange kann auch die VR-Bank nicht das Buch zuschlagen. Die angekündigte Sonderprüfung nach der Aufdeckung der Unterschlagung von 1,1Millionen Euro durch zwei beschäftigte der VR-Bank und einen Geldtransportmitarbeiter (wir berichteten) wurde von einer unabhägigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft durchgeführt, informiert Heim, deren Abschlussbericht liege der Staatsanwaltschaft schon seit Monaten vor. Aber erst wenn die Anklagebehörde vorankommt und die strafrechtliche Aufarbeitung erfolgt ist, könne auch die Bank intern weitermachen. „Das Warten ist nicht zufriedenstellend“, bekennt Heim: „Immer wieder beschäftigt uns dieser Vorfall, das ist nicht in unserem Sinn.“