Vorm Regen ins Fenster geflüchtet

Mauschbach. Ist Kerwe angesagt, dann ist in Mauschbach der Teufel los. Hätte es dafür noch eines Beweises bedurft, der Verlauf des gestrigen Sonntags hat ihn geliefert. Selbst vom Dauerregen ließen sich Straußmädels und -buben beim Zug durch die Ortsstraßen nicht einschüchtern

Mauschbach. Ist Kerwe angesagt, dann ist in Mauschbach der Teufel los. Hätte es dafür noch eines Beweises bedurft, der Verlauf des gestrigen Sonntags hat ihn geliefert. Selbst vom Dauerregen ließen sich Straußmädels und -buben beim Zug durch die Ortsstraßen nicht einschüchtern. Damit die vielen Kerwegäste die tolle Kerwerede in vollen Zügen genießen konnten, handelten die Verantwortlichen blitzschnell: Die oberen Frontteile des Festzeltes wurden ausgehängt, Louisa Lauer und Laura Krippleben nahmen ihren Rednerplatz in einem Fenster des Dorfgemeinschaftshauses ein und dann ging es Schlag auf Schlag. Wie etwa der Geschichte von Berthold dem Postler und dem Geburtstagsgeschenk. "De Poschdler als zwedder Mann do bei uns im Ort, muss als de OB Tiedtke vertrete, wenn der in Urlaub is fort. Emol die Wuch dud der dann uff die Verbandsgemehn fahre, un wenn e runder Gedurtsdah is, de Jubilare Presente hinfahre." So auch zu einem 75-Jährigen, der den Postler mit Häppchen und Wein bewirtete. Zu spät bemerkte der Postler, dass der Haushund an seine Hose knabberte. "Ei Dunnerkeil mir hot jo der Keeder die Hoos geschduzd", soll des Bürgermeisters Adjutant geflucht haben. "Geehnse doch fort un kaafe se sich e Neije, die Rechnung bringe se efach bei uns vorbei", habe der Geehrte angeboten. Das tat Postler Weber und musste sich anhören, wie die Übergabe kommentiert wurde: "Ei Herr Weber, hätte des misse so deire Hose sein? Sie hann jo bei uns ah gedrunk e ganzi Flasch Wein!" Die Rednerinnen schlossen: "Dodezu gebds nur enni Sach zu sahn, do soll doch de Borjemäschder in Zukunft sei Geschenke selber hindrahn!" Geschichten wie diese lieferten die beiden Straußmädels bei ihrer Rednerpremiere am laufenden Band, die Zuhörer kamen kaum aus dem Lachen heraus. So wurde dem "Benno" aus dem Hinnereck gehuldigt, blieb "Schneiders ehr Wuzz" nicht vergessen, verneigten sich alle vor dem ältesten Straußbub, dem Marcel, und wurde auch Jan-Marc Lauer dafür gedankt, dass er über sechs Jahre die Rede schrieb. Vom Gemeindediener Manfred war die Rede und ein Knaller kam ganz zum Schluss: "Em Stefanie soi offenes Audofenschder und neije Friseur fer achtzich Kletz in de Audoweschdroos." Dass Louisa und Laura stürmischen Beifall erhielten, war sonnenklar, auch wenn diese nicht vom Himmel lachte. cos