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Virtueller Infotag an der IGS Contwig

Lernen in Zeiten von Corona : Vorbereitet in den zweiten Lockdown

Der Infotag an der IGS Contwig findet in diesem Jahr endgültig nur digital statt.

Bereits im vergangenen November hätte eigentlich der Tag der offenen Tür an der Integrierten Gesamtschule (IGS) Contwig wie jedes Jahr stattfinden sollen. Die Corona-Schutzmaßnahmen brachten das Kollegium auf die Idee, einen organisierten Infotag daraus zu machen – und dann kam doch alles anders. Die Infektionszahlen stiegen an und der Infotag wurde in guter Hoffnung auf den 16. Januar verschoben, Eltern und mögliche zukünftige Schüler wurden mit einem wöchentlichen Newsletter über alle möglichen Themen der Schule informiert.

Dass der Infotag nun natürlich auch zum Ersatztermin nicht wie geplant stattfinden kann, ist allen Beteiligten klar. „Wir haben uns darum dazu entschlossen, einen digitalen Infotag durchzuführen“, erklärt Schulleiter Thomas Höchst. Dieser findet, wie für den Infotag vor Ort geplant, am Samstag, 16. Januar, statt und besteht aus vier Bausteinen.

Beginn des digitalen Infotages ist um neun Uhr mit einem digitalen Rundgang durch die Schule per Videoschalte. Um 9.30 Uhr gibt es dann einen Vortrag zum Schulprofil, gefolgt von 10 bis 10.30 Uhr mit einem Vortrag zur Oberstufe. Von 10.30 bis 12.30 Uhr können Eltern und Kinder dann im Rahmen einer Telefonberatung ihre ganz persönlichen Fragen stellen oder Anliegen klären, denn: „Ich bin nach wie vor der Meinung, dass ein persönliches Gespräch wichtig ist“, findet Thomas Höchst.

Fünf Leitungskräfte stehen den Anrufern in diesen zwei Stunden am Telefon zur Verfügung. Wer an diesem digitalen Infotag teilnehmen möchte, kann einfach über die Homepage der IGS Contwig ein digitales Ticket beantragen und bekommt anschließend einen Link zur Videokonferenz geschickt. Die Anmeldungen sind dann von Samstag, 30. Januar, bis Donnerstag, 4. Februar möglich. Die Anmeldungen mit einem kurzen Aufnahmegespräch erfolgen dann allerdings vor Ort. Damit keine Elternbegegnungen und Wartezeiten mit Personenansammlungen entstehen, ist eine telefonische Termin nötig.

Digital startete auch der Schulalltag in dieser Woche. Die Erfahrungen im ersten Lockdown wurden an der IGS genutzt, um alle 70 Lehrer und alle Schüler auf das Lernsystem Moodle sowie die Plattform Big Blue Button zu schulen und auf diese Situation vorzubereiten. Aber: „Nur auf die digitale Karte zu setzen, da hatte ich Bauchweh“, erklärt Thomas Höchst. Darum habe sich die IGS für eine Mischform entschieden. In der Realität bedeutet das, dass die Schüler zunächst einen Wochenplan erhalten, mit Basisaufgaben, die jeder Schüler bis Ende der Woche erarbeiten muss. Diejenigen, die aus eigenem Interesse noch mehr leisten wollen, können Zusatzaufgaben lösen.

Zu den Fächern haben die Schüler Zugriff auf Lernvideos, die sie sich jederzeit ansehen können. Ergänzt wird das Ganze dann durch Videokonferenzen. Im Nebenfach findet eine Videokonferenz pro Woche statt, im Hauptfach drei. Stehen also sonst fünf Stunden Mathe auf dem Stundenplan, dann finden zwei per Videokonferenz mit allen gemeinsam statt, die restlichen drei Stunden erarbeiten sich die Schüler selbst mit Videos und Aufgaben.

„Für uns war es wichtig, den Schülern trotz allem eine gewisse Struktur ‚Schule’ zu geben“, erklärt Thomas Höchst die Gründe für die gewählte Unterrichtsform. Außerdem bietet die Videokonferenz auch den Lehrkräften eine gewisse Kontrolle – wer zweimal nicht anwesend ist, wird zuhause gefragt.

Zusätzlich wird einmal in der Woche der Klassenrat als Videokonferenz durchgeführt. Hierbei geht es dann um die sozialen Aspekte, sich beispielsweise als Klasse wieder zu sehen, Rückmeldung zu geben, wie man mit der Situation zurechtkommt und einiges mehr. Mit einem Abstimmungstool geben außerdem die Schüler auch dem Lehrer eine Rückmeldung darüber, wie gut sie das entsprechende Thema bearbeiten konnten.

Ein paar Probleme bereitet hier allenfalls Moodle selbst, das bereits am ersten Schultag zeitweise zusammenbrach und auch jetzt noch häufig streikt. Auch hier, beteuert, Höchst, versucht die IGS so gut es geht vorzubeugen, indem etwa die Links zu den Videos direkt mitgeschickt werden, sodass die Schüler nicht über Moodle zur Plattform gelangen müssen, sondern auf direktem Weg.