Viel Gefühl, gepaart mit (Un-)Sinn

„Der Letzte macht das Licht aus“ heißt das Theaterstück, das Julian Weis mit seinem Team mit jugendlichem Überschwang einstudiert hat. Mit dieser Komödie überzeugte der Rosenkopfer Theaternachwuchs.

Der Saal im Dorfgemeinschaftshaus in Rosenkopf war bis auf den letzten Platz gefüllt. Alle wollten ihre Jugendlichen mal in ganz anderen Rollen sehen, weg von Schule und Beruf, rein ins volle Theaterleben. Julian Weis hat das Stück "Der Letzte macht das Licht aus" mit seinem Team mit jugendlichem Überschwang einstudiert. "Ich habe bei den Aufführungen der Theatergruppe vom Heimat- und Kulturverein immer den Vorhang auf und zu gezogen. Jetzt dachte ich, wir könnten doch selbst mal was machen", erzählt er.

Das Stück spielt in einer studentischen Zweier-WG, Stefan und Leonie leben nebeneinander her. Stefan trinkt gern und sieht fern, ist antriebslos. Während Leonie möchte, dass sich alle wohlfühlen, sie nimmt Anteil. Klaus taucht auf, dem die Welt entsetzlich langweilig ist. Also muss eine aufrüttelnde Party her, auf der dann ganz verrückte Typen auftauchen, wie das Leben eben so spielt. Der hibbeligste ist Michi, der redet und redet und stürzt wortwörtlich über Stühle und Tische. Anna versucht Besänftigung mit einer Käseplatte.

Michi sagt: "Ich hab keine Zeit für Käse". Marco baggert zwei Mädchen an, die aus ihrem Sexleben erzählen. Lebensweisheiten grassieren: "Frauen haben etwas Magisches", es wird ein bisschen politisiert, durchaus tiefsinnig mitunter, insgesamt komisch bis tragikomisch. Die Party gerät aus dem Ruder, wie das Leben mitunter.

Die Frauenrollen sind prima besetzt, wenn die Fassaden schwinden, entpuppen sich sympathische Mädchen. Wenn man so will, alle sind Menschen wie du und ich. Die Inszenierung ist flippig und herrlich verrückt, einfach gelungen.

Das Publikum zieht mit, Lacher allenthalben. Leonie, Anna, Jule, Isabella, Katharina, Nicki, Stefan, Klaus, Michi, Marco und Ivo, alle spielen überzeugend, mit Engagement und Talent! Und die Lichttechnik samt bunter Spots klappte prima. Es ist das erste abendfüllende Stück der Theaterjugend. Erwartungen für die Zukunft machen sich breit!

Joachim Plagemann sagt: "Das Stück entwickelt sich furios, dynamisch geht's voran, es reißt mit". Karin Heintz hat ganz früher auch mal Theater gespielt: "Ich weiß, wie aufregend Theaterspielen ist, und dann noch bei der Premiere. Ich bin ganz begeistert."

Wenn Interesse vorhanden ist, wird es am 13. Juni um 19.30 Uhr eine zweite Aufführung geben.

Es spielten: Anna-Lena Jelinek, Elena Zott, Selina Holzhauser, Julia Haupenthal, Sabrina Ast, Luca Ruppert, Julian Weis, Dennis Lauer, Sören Schmidt, Christian Heim und Nicolaus Mohr; Technik: Joscha Weis, Jakob Morawietz; Regie: Julian Weis; Souffleuse: Hanne Mangold.