Verbandsgemeinderat Sieben Sirenen fürs Hornbachtal

Zweibrücken-Land · Insgesamt braucht die Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land 25 neue Alarmgeber.

 Noch ist die alte Sirene auf dem Dach des Dietrichinger Dorfgemeinschaftshauses, doch bald wird das Fachunternehmen Hörmann eine neue, funkgesteuerte Sirene  installieren.

Noch ist die alte Sirene auf dem Dach des Dietrichinger Dorfgemeinschaftshauses, doch bald wird das Fachunternehmen Hörmann eine neue, funkgesteuerte Sirene  installieren.

Foto: Norbert Schwarz

Katastrophenschutzsirenen und der Auftrag zum Bau eines Kleinlöschfahrzeugs für die Löscheinheit Dietrichingen sind weitere  Themen bei der Zusammenkunft der Mitglieder des Verbandsgemeinderates Zweibrücken-Land am Mittwochabend im Althornbacher Bürgerhaus gewesen. Eilentscheidungen hatte Verbandsbürgermeister Björn Bernhard in Abstimmung mit den Beigeordneten der Verbandsgemeinde treffen müssen, Thomas Hohn als Beigeordneter mit dem eigenen Geschäftsbereich fürs Löschwesen und Katastrophenschutz erläuterte die Hintergründe. 

Seit einigen Jahren schon haben die noch immer zum Dorfbild gehörenden Alarmsirenen für die Feuerwehren ausgedient. Die Bundesluftschutzzentrale hatte vor langer Zeit für die Beschaffung gesorgt. Ausgedient mit ihrem Heulton hatten die Warnsirenen vor allem deshalb, weil sie sich nicht per Funk auslösen ließen. Thomas Hohn, selbst aktiver Feuerwehrmann: „Seit etlichen Jahre erfolgt die Alarmierung der Feuerwehr nur noch per Funk, das ist das Aus für die Feuerwehrsirenen gewesen.“

Nicht einmal mehr bei Probealarmen waren sie zu hören und beim bundesweiten Alarmtag vergangene Woche gaben die Sirenen meist auf den Dächern von Dorfgemeinschaftshäusern und Ratsgebäuden auch kein Ton von sich. Thomas Hohn: „Bei uns blieb alles stumm, ich wollte nicht die 17 Wehrführer aufscheuchen und sie per Hand die Sirenen bedienen lassen!“

Das wird sich ändern, wenn die 25 neuen Sirenen, welche die Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land beschaffen will, „am Netz“ sind. 400 000 Euro sind dafür bereits bereitgestellt, doch derzeit spielt die Förderung solcher Beschaffungsmaßnahmen von Bund und Land den Verantwortlichen von Zweibrücken-Land etwas in die Hand. Thomas Hohn am Mittwochabend: „Wir haben die Förderbescheide schwarz auf weiß, damit bekommen wir im ersten Schritt die Beschaffung von sieben der notwendigen 25 Sirenen gefördert!“

25 deshalb, weil beispielsweise in manche größere Ortschaft mehr als eine Sirene hinkommen soll. In Contwig und Stambach beispielsweise sind es fünf, in Dellfeld-Falkenbusch sind es drei. Wie Thomas Hohn in einem Gespräch mit dem Pfälzischen Merkur nach der Sitzung erläuterte, hat diese Vorgehensweise auch den Vorteil, dass die Beschaffungsaktion vom Ausschreibungsvolumen nicht europaweit ausgeschrieben werden muss. „Im Augenblick verbleiben für die Verwaltung nur die Nebenkosten für den Stromanschluss oder etwa einen Ständer, wenn wir die neue Sirene nicht auf einem Dach eines öffentlichen Gebäudes in einem Ort platzieren können.“

Dass jetzt in Orten des Hornbachtals die ersten sieben Sirenen hinkommen erklärt der Hornbacher Thomas Hohn als verantwortlicher Beigeordneter so: „In Althornbach, Hornbach, Mauschbach, Dietrichingen oder Dellfeld mit Falkenbusch habe wir alte Standorte. In Althornbach etwa auf dem Dach des neuen Bürgerhauses oder der Feuerwehrbleibe. Zwei müssen schalltechnisch nach Althornbach, jetzt bekommen die eine Sirene. In Mauschbach ist es ein Standort beim Glockenturm, in Dietrichingen wieder auf dem Dorfgemeinschaftshaus. In Contwig müssen gleich fünf neue Standorte her, um schalltechnisch den Vorgaben nachzukommen zu können. Die Standorte haben wir aber noch überhaupt nicht, also kommen jetzt im ersten Schritt doch mal die Orte dran, wo die Sache unproblematisch ist!“

Thomas Hohn appelliert an das Verständnis seiner Feuerwehrkollegen, denn jetzt kommt die Verbandsgemeinde an die schon erwähnten Fördergelder und da musste alles ratzfatz gehen, weil nur sieben Sirenen gefördert wurden. Dazu nochmals der Beigeordnete Hohn: „Der Landkreis ist bei der bundesweiten Aktion mit 240 000 Euro für die Kreisgemeinden bedacht worden. Zweibrücken-Land ist mit einer Fördersumme von 89 000 Euro bedacht worden. Dafür können wir jetzt die sieben Sirenen beschaffen, habe aber ja noch immer unseren Haushaltsansatz (400 000 Euro) in der Hinterhand, wenn es beispielsweise im kommenden Jahr keine Fördergelder mehr gebe!“

Für den Beigeordneten Thomas Hohn ist jedenfalls klar, dass die jetzige Vorgehensweise kostengünstig für die Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land ist und der Verbandsgemeinderat sah das geschlossen ebenso und vertraute dem „Kaufmann“ Thomas Hohn indieser Sache. Übrigens ist Sirene nicht mehr Sirene. Die neuen Warnmelder können nicht mehr nur wie früher „heulen“, auch das Übermitteln von vorgefertigten Meldungen und Nachrichten ist möglich – und alles per Funk. 

Ein neues Tragspritzenfahrzeug bekommt die Löscheinheit Dietrichingen. Einen solchen Fahrzeugtyp gibt es bisher in der Verbandsgemeinde noch nicht. Es hat gegenüber dem Kleinlöschfahrzeug den Vorteil, dass es mehr Löschwasser aufnehmen kann und für größere Nutzlasten, etwa Notstromaggregate, ausgelegt ist. Thomas Hohn dazu: „Die BTG aus Görlitz liegt mit ihrem Angebot sogar unter unserer Kostenschätzung, und die lag bei 160 000 Euro. Also kommen wir auch damit gut hin.“ In 16 Monaten soll das neue Fahrzeug ausgeliefert werden.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort