Vandalismus gibt Rätsel auf

Hornbach. War es ein entgleister Kinderstreich oder einfach nur blinde Zerstörungswut? Mit dieser Frage beschäftigen sich am Wochenende Mitglieder der Kirchengemeinde Klosterkirche in Hornbach, vor allem Pfarrer Klaus Hoffmann und die Mitglieder des Presbyteriums

Hornbach. War es ein entgleister Kinderstreich oder einfach nur blinde Zerstörungswut? Mit dieser Frage beschäftigen sich am Wochenende Mitglieder der Kirchengemeinde Klosterkirche in Hornbach, vor allem Pfarrer Klaus Hoffmann und die Mitglieder des Presbyteriums.Eine Gruppe bislang unbekannter Täter (die Polizei geht nach derzeitigem Stand von Minderjährigen aus) hatte am Donnerstagabend zwischen 17 und 19 Uhr unbeschriebene Gebetszettel aus dem Kirchengebäude des Klosters gestohlen und dann an der seitlichen Eingangstür verbrannt. Ferner entzündeten sie die Kerzen im Bereich des Altars und ließen diese brennen. Die Beamten werten die Taten als Störung des religiösen Friedens und haben Ermittlungen aufgenommen (wir berichteten).

"Ich bin erschrocken, als ich vor der Seitentür der Kirche die verbrannten Gebetszettel fand", erklärt Ellen Hoffmann, Ehefrau von Pfarrer Klaus Hoffmann. Sie entdeckte die Spuren der Tat bei ihrer abendlichen Schlussinspektion gegen 19 Uhr. Diese Schlussinspektion gehört - wie das morgendliche Aufschließen der Kirche - zu ihren Routineaufgaben. In der Kirche brannten zudem alle Altarkerzen und zwar an der Erinnerungsstätte, wo Gläubige für ihre Verstorbene eine Erinnerungskerze anzünden oder aus sonstigem Grund ein Teelicht brennen lassen. Die Täter hatten sie entzündet. Ellen Hoffmann löschte die Kerzen und beratschlagte sich kurz mit Mitgliedern des Presbyteriums, wie man auf diesen Vorfall reagieren soll. Schließlich erstattete die Gattin des Pfarrers Anzeige bei der Polizei.

Auch gestern sei die kriminelle Handlung in der Gemeinde ein Thema gewesen, erklärt die Frau. "Unvorstellbar, was da alles hätte passieren können", schaudert es auch Elisabeth Platz, die in der Kirchengemeinde so etwas wie "die gute Seele" ist und seit 1995 im Pfarrbüro ihren Dienst versieht. Für den Presbyter Klaus Schwarz ist vor allem die Entscheidung des Presbyteriums wichtig, "dass die Klosterkirche tagsüber weiterhin offen bleibt." Viele Jakobspilger kämen zu Besuch. Und natürlich auch Gäste des angrenzenden Hotels sowie Besucher der Klosterstadt. "Da wäre es schon traurig, wenn diese Besucher unser historisches Gotteshaus nicht mehr von innen betreten oder zum Gebet aufsuchen dürften", findet er.

Für den Ehrenpresbyter Gunter Hatzendorf wäre es vor allem wichtig, mehr über das Motiv zu erfahren. "Was kann den oder die Täter angetrieben haben, schließlich hätte Schlimmes passieren können." Der frühere Lehrer Klaus Schwarz neigt dazu, hinter der Tat Jugendliche oder gelangweilte Kinder in der Ferienzeit zu vermuten. "Ein weiteres Rätsel und besonderer Aspekt ist der Umstand, dass sonst nichts zerstört wurde, wenn auch Spuren zeigen, dass die Täter im gesamten Gotteshaus herumgelaufen sind."

Pfarrer Klaus Hoffmann erfuhr erst am Samstag von der Tat in der Klosterkirche. Mit einer Jugendgruppe hatte er gemeinsam an einer Ferienaktion teilgenommen.