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Trotz Mehrkosten wird jetzt weitergebaut

Trotz Mehrkosten wird jetzt weitergebaut

147 000 Mehrkosten sind beim vierten Bauabschnitt des Bechhofer Dorfzentrums entstanden. Doch einen Baustillstand soll es nicht geben, obwohl die SPD den Schulterschluss verweigert und auch den Haushalt ablehnt.

Jetzt liegen die Karten auf dem Tisch. Beim vierten Bauabschnitt des Bechhofer Dorfzentrums sind Mehrkosten in Höhe von 147 000 Euro entstanden. Eine schwere Belastung, wie Ortsbürgermeister Paul Sefrin (CDU) ohne etwas zu beschönigen einräumte. Aber: Das Werk soll vollendet werden. In einer Kampfabstimmung, mit neun Ja- gegen sieben Nein-Stimmen, wurde die Fortführung des Projektes Dorfzentrum beschlossen. Ein unvollendetes Werk in der Mitte des alten Dorfkerns wird es nicht geben. Mehrkosten und Restarbeiten für den vierten Bauabschnitt sind im Haushalt nun verabschiedet.

Fundiert, emotionsfrei und trotz der bekannten spektakulären Vorgeschichte mit nicht enden wollenden Schuldzuweisungen, fasste Sefrin sachlich, noch einmal die hinreichend bekannte Vorhabenhistorie, Fakten und Prüfungsergebnisse zusammen. Ein Schwerpunkt dabei, die vom Planungsbüro P4 Architekten aus Kaiserslautern vorgenommene Mehrkostenermittlung für den Bauabschnitt - mit den Räumen für Physiotherapie-Praxis und öffentlichen Toiletten, welche bei der Nutzung des Platzes zugänglich sein sollen. Als positives Zeichen wertete der Bürgermeister die Erklärung der künftigen Mieterin, am geschlossenen Vorvertrag festzuhalten. Das sei sicher nicht selbstverständlich, betonte auch CDU-Sprecher Matthias Roos, der die Mehrkosten gleichfalls unerfreulich nannte, dann jedoch ein Szenario ohne das Dorfzentrum skizzierte. Aufhören würde Schulden ohne Gegenwert bedeuten. Statt 20 müsse die Finanzlast jetzt wohl 30 Jahre getragen werden. Es bleibe aber die Hoffnung, dass eine Förderung der Mehrkosten durch das Land erfolgt. Und Roos warb bei der SPD, die Arbeiten und somit die Mehrkosten mitzutragen.

Vergeblich, wie Dieter Stephan (SPD) gleich erkennen ließ. "Wir stimmen nicht zu", sagte dieser knallhart und verwies darauf, dass wichtige Investitionen zurückgestellt werden müssten, wie etwa die Sanierung des Dachs beim Dorfgemeinschaftshaus oder der Leichenhalle. Dafür listete Stephan nachmals die "groben Verstöße" auf und ließ erkennen, dass allenfalls bei einem Herausrechnen der Kosten für die Toilettenanlage eine Bereitschaft der SPD zum Mittragen denkbar sei. Achim Scherer (SPD) beschwor zum wiederholten Male die Vergangenheit. Das Vorhaben sei für die SPD schon immer ein Schritt ins Ungewisse gewesen und jetzt trete all das ein, was seine Parteifreunde schon vor 15 Jahren vorhersagten. Als Dummheit und Riesenfehler bezeichnete Stephan die Absicht, weiterzumachen. Bernd Forsch (SPD) sprach von einer Entscheidung zwischen Pest und Cholera. Niemand sei bereit, die Bremse zu ziehen. Den vorgestellten Etat lehnte die SPD-Fraktion gleichfalls ab, wenngleich die Sanierung des Dorfgemeinschaftshausdaches (235 600 Euro) und der Leichenhalle (30 000 Euro) neben der Straßenbeleuchtung (204 800 Euro) vorgesehen sind.