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Zweibrücker Polizei sucht jetzt echten Enkel: Trotz hartnäckiger Proteste: Oma beschenkt falschen Enkel reichlich

Zweibrücker Polizei sucht jetzt echten Enkel : Trotz hartnäckiger Proteste: Oma beschenkt falschen Enkel reichlich

Von einem falschen, aber ehrlichen „Enkel“ berichtet die Zweibrücker Polizei.

(red) Von einem „Enkeltrick der besonderen Art“ berichtet die Zweibrücker Polizei: Der Fall beinhaltet alle Zutaten eines Enkeltricks, ohne jedoch einer zu sein: eine betuchte Oma mit wenig Kontakt zu ihrem echten Enkel, Telefongespräche zwischen Oma und „falschem“ Enkel sowie Geldübergabe an die fremde Person. Die in diesem Fall aber kein Betrüger ist – ganz im Gegenteil!

Denn: Seit etwa drei Wochen ruft eine betagte Dame aus Niedersachsen bei einem Mann aus der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land an und versucht immer wieder, diesem klarzumachen, dass er ihr Enkel sei. Der Mann verneint dies klar und deutlich. „Die Anruferin ist tatsächlich nicht seine Großmutter“, betont Polizeichef Matthias Mahl. „Da der Angerufene aber exakt denselben Vor- und Familiennamen wie ihr richtiger Enkel trägt, lässt sich die betagte Dame von den Aussagen ihres vermeintlichen Enkels nicht beirren und schickt ihm zunächst einen Brief mit 50 Euro.“ Kurz darauf kündigt sie sogar telefonisch an, ihm einen größeren Geldbetrag zu übersenden, den sie extra für ihn gespart habe. Der Mann lehnt das Ansinnen ab – jedoch erfolglos. Am 4. Juli wird ihm durch die Post ein Paket zugestellt, in dem sich 13 500 Euro, eine Perlenkette, eine goldene Halskette mit Anhänger und eine Packung Pralinen befinden. Der reich beschenkte, ehrliche Mann gibt die Gegenstände unverzüglich auf der Wache der Polizeiinspektion Zweibrücken ab.

Den Beamten gelingt es, einen Mann aus einer Kleinstadt bei Heidelberg namentlich ausfindig zu machen, von dem sie aufgrund seines Geburtsortes (identisch mit dem Wohnort der betagten Dame) annehmen, dass er der gesuchte Enkel sein dürfte. Weil ein telefonischer Kontakt bislang nicht zunächst gekommen ist, bleiben die  Wertgegenstände einstweilen bei der Polizei. Sie ermittelt weiter und will die weitere Verfahrensweise mit der Seniorin aus Niedersachsen absprechen.