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Trockenheit verringert Maisernte im Zweibrücker Land

Mais-Ernte : Trockenheit drückt Ernte-Erträge

Derzeit läuft in der Region die Mais-Ernte auf vollen Touren.

Bis weit in die Nachtstunden hinein rattern derzeit auf den Maisfeldern die großen Häcksler. Die sonnigen Herbsttage müssen gleich doppelt genutzt werden: Für die Futterernte und die Getreideaussaat. Kalendarisch war jetzt Herbstanfang, doch davon ist auf den Bauernhöfen der Region noch nichts zu spüren. Arbeit gibt es weiterhin in Hülle und Fülle für die Landwirte. Die Trockenheit macht allen auf den Feldern zu schaffen. Der Blick vieler geht deshalb täglich zum Himmel hoch.

Auf Hochtouren läuft im Augenblick die Maisernte im Zweibrücker Land. Die Bilder in vielen Orten auf der Sickingerhöhe, dem Steinhauser Land, im Hornbach- oder Schwarzbachtal gleichen sich. Riesige Muldenkipper, vollbeladen mit grünem, duftendem Häckselgut rollen im Eiltempo durch die Straßen der jeweiligen Orte. Alles geht förmlich im Minutentakt. Die einen fahren zu den Silos, die anderen düsen auf die Erntefelder zurück.

„Vor drei Jahren hatten wir Futter ohne Ende, diesmal müssen wir schauen, dass wir noch den vierten Schnitt bekommen“, beschreibt Landwirt Jörg Klein seine betriebliche Situation. Die Maissilos konnten inzwischen gefüllt werden, doch der Ertrag bleib bei Weitem hinter den Erwartungen zurück. „Es hätte einfach mehr regnen müssen. Das ist vor allem dort sichtbar geworden, wo sandige Böden bestellt worden sind. Bei uns ist das beispielsweise den Berg hoch in Richtung Kleinbundenbach. Dort haben wir keine schwere Böden. Folglich war die Sache auch schnell abgeerntet.“

Ähnlich die Situation beim Berufskollegen Klaus Schwuchow, der den großen Stall nur einen Steinwurfweit entfernt an der Battweiler Straße hat. Der Mais hat inzwischen die Dickrübe früherer Jahre vom Futtertisch der Kühe verdrängt. „Die Rübenernte war einfach nicht so gut zu mechanisieren wie das jetzt beim Mais der Fall ist“, sagt Schwuchow und erinnert sich dabei an die eigene Jugendzeit, wo sich die Anfänge des Maisanbaues abzeichneten. Der stand damals noch in Konkurrenz mit der Futterrübe, allerdings wurde dem Maisanbau bereits in älteren Lehrbüchern eine große Zukunft vorausgesagt wurde.

Ähnlich äußerte sich Werner Veith aus Battweiler, der einen Teil seiner Maisernte nicht selbst einlagert, sondern diesen bereits auf dem Stengel an einen Betrieb in der Region verkauft hatte, der aus dem Mais Energie gewinnt. „Das ging jetzt alles „ratzfatz“, die sechs Hektar erntete ein saarländischen Lohnunternehmen geradezu im Sauseschritt ab. Die waren mit einem riesigen Fuhrpark zur Stelle, um das alles in die Lager des Energiebetriebes bei Lambsborn zu bringen.“

Nicht ganz glücklich ist der Landwirt aus Battweiler darüber gewesen, dass sich, obwohl entsprechende Vorkehrungen getroffen worden waren, der Maiszünsler bei ihm in den Feldern einnisten konnte. Das habe doch den Ertrag minimiert und deshalb kommt Werner Veith nach seiner Einschätzungen nur zu einem durchschnittlichen Ernteergebnis.

Über das silierte Gras bekommt das Vieh im Stall die Eiweißnährwerte, der Mais ist für die Kohlehydrate und Stärke Futterstofflieferant. An die Güte der Vorjahre komme der diesjährige Mais nicht ganz heran, meint Nachbar Steffen Sewohl, der gleichfalls eine große Fläche an Mais bestellt hatte und diese nunmehr in den verschiedenen Silos draußen auf der Gemarkung einlagerte. Weil es zügig gehen musste, bediente sich der Junglandwirt eines Lohnunternehmens aus der Nachbarortschaft. Dieses besorgte den Abschnitt draußen auf dem Feld, Abtransport und Einlagerung auf dem Erdsilo war dann wiederum eine eigene Sache von Steffen Sewohl. „Wir haben eine gute Partnerschaft mit anderen Landwirten, das klappt ausgezeichnet.“ Wie etliche seiner Berufskollegen hat Sewohl zum eingelagerten Mais noch Luzerne als Energiefutter für die Kühe beigegeben. „Das ist später bei der Milchleistung zu spüren, denn auch die Kühe haben dafür Gespür und zeigen durchaus, was sie auf dem Futtertisch mögen oder nicht“.

Im Hornbacher Tal, wo große Flächen mit Mai bestellt gewesen sind, gab es gleichfalls fast einhellig die Klage über einen mäßigen Ernteertrag. Bedingt dadurch, dass den sandigen Böden in diesem Jahr die notwendige Feuchtigkeit fehlte, um den Mais wachsen und entsprechend reifen zu lassen. Das wiederum ist beispielsweise auf der Sickingerhöhe, wo schwerere Lehmböden doch überwiegend anzutreffen sind, nicht der Fall gewesen. Mit dem Ernteertrag war Landwirt Martin Lang aus Biedershausen im Großen und Ganzen doch sehr zufrieden.