Treffpunkt Taubenschlag

Die Liebe zur Rassegeflügelzucht wurde August Stadler gewissermaßen in die Wiege gelegt. Schon sein Vater züchtete Hühner. Vom Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter wurde er nun zum Ehrenmeister ernannt.

August Stadler aus Stambach , geboren jedoch in Zweibrücken, wurde jüngst vom Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter (BDRG) zum Ehrenmeister ernannt. Ehrenmeister wurde er nicht wegen hervorragender Zuchterfolge, die er natürlich auch vorzuweisen hat, sondern "in Anerkennung seiner großen Verdienste um die Förderung der Deutschen Rassegeflügelzucht", wie in der Ernennungsurkunde geschrieben steht.

Ausschlaggebend für die Verleihung war und ist seine ehrenamtliche Tätigkeit im Sinne des BDRG in all den Jahren. Stadler ist Mitglied in Vorständen verschiedener Rassegeflügelzuchtvereine und im Landesverband tätig, war Ausstellungsleiter, ist Preisrichter und schreibt für die Fachpresse. Und natürlich ist er auch Züchter. 1995 und 1996 wurde Stadler zum Beispiel deutscher Meister mit Altenglischen Kämpfern goldhalsig. Von BDRG erhielt er die silberne und goldene Nadel und wurde Meister der Rheinlandpfälzischen Rassegeflügelzucht.

Die Liebe zur Rassegeflügelzucht wurde ihm gewissermaßen in die Wiege gelegt. Er wurde 1950 geboren, schon sein Vater züchtete Hühner. "Heute bin ich wie in all den Jahren mit der Zucht von Hühnern und vor allem auch von Tauben beschäftigt", sagt Stadler, "ich kann ohne nicht sein". Seine Lieblinge sind seltene, wertvolle, exotische Tauben aus Australien, Südafrika, Ostasien und Südamerika. Die fliegen selbstverständlich nicht draußen über Stambach herum, sondern verlassen ihre großzügigen Volieren, die alle selbst gebaut sind, nie. "Sie brauchen immer dieselbe hohe Umgebungstemperatur (die eine eigene Solaranlage produziert), brauchen Ruhe und Fürsorge. So fressen die Rosenhalsfruchttauben nur Früchte, die nicht nachgezuckert wurden. "Die Früchte werden in kleingehackten Stückchen serviert". An die 50 Tiere hält der Hausherr so in feinster artgerechter Umgebung.

Viel Wissen gehört zu solch einem Hobby. Das besorgt sich Stadler in seiner umfangreichen Fachbibliothek, die sich in seinem Büro befindet. Darunter auch sehr alte Folianten, "in denen man aber am besten heute nicht mehr blättert, da die inhaltigen Bilder Schaden nehmen würden. Acht dicke Alben beinhalten an die 2000 Postkarten mit Taubenabbildungen aus aller Welt, bis vor den Ersten Weltkrieg zurückreichend. Und richtig verfallen ist er dem Sammeln aller Postkarten aus Zweibrücken und Zweibrücken-Land, deren er habhaft werden kann. Zwei dicke Alben sind es bisher.

Das Familienleben kommt dabei aber nicht zu kurz. Ehefrau Irmgard zieht mit. Seine drei Kinder haben kein Geflügelzuchtgen abbekommen. "Als vor kurzem aber zwei Kaninchen in einem Geschäft als Schlachttiere angeboten wurden, kaufte meine Tochter sie sofort auf, jetzt hoppeln sie vergnügt auf ihrem Grundstück herum", erzählt die Mutter. Gelernt hat August Stadler Geflügelzucht. Er arbeitete an die 40 Jahre bei den US-Streitkräften auf dem Flugplatz und machte so seinen Beruf zum Hobby. Seltene Urlaube werden im schönen Deutschland verbracht. "Meine Tiere brauchen mich ja täglich", betont er. Und so soll es auch noch lange bleiben.