Dreister Fall in Südwestpfalz Telefonbetrüger erbeuten fast 14 000 Euro

Südwestpfalz/Saarbrücken · Opfer war eine 49-jährige Südwestpfälzerin, die unter anderem mit einem angeblichen Jackpot-Gewinn geködert wurde. Sogar noch größer war der Schaden bei einer Saarbrückerin – die ebenso wie kürzlich ein Zweibrücker von falschen Polizisten um Gold „erleichtert“ wurde.

 Die 49-Jährige wurde unter anderem damit geködert, dass Sie einen hohen Gewinn im Eurojackpot (Symbolbild) gemacht habe.

Die 49-Jährige wurde unter anderem damit geködert, dass Sie einen hohen Gewinn im Eurojackpot (Symbolbild) gemacht habe.

Foto: dpa/Thomas Banneyer

Trotz zahlreicher Berichte und polizeilicher Warnungen reißt die Welle dreister Telefonbetrugsfälle in der Region nicht ab. Meist sind die Opfer Senioren, im jüngsten Fall aber eine 49-Jährige.

Der Frau aus dem Landkreis Südwestpfalz wurde in den vergangenen Tagen telefonisch mitgeteilt, dass gegen sie ein Pfändungsbescheid über 12 000 Euro vorliegen würde. Sie solle deshalb unbedingt einen bestimmten Rechtsanwalt kontaktieren, was die Frau auch tat. Der – wie angebliche – Anwalt erklärte, dass bei Zahlung von knapp 5000 Euro auf ein ausländisches Konto die Gesamtschuld hinfällig sei. Die Südwestpfälzerin überwies den Betrag.

Der gleiche „Anwalt“ meldete sich im Nachgang erneut, berichtet die Polizeidirektion Pirmasens weiter: „In diesem Fall hatte er eine erfreuliche Mitteilung: Die Frau habe angeblich den zweiten Preis im Eurojackpot in Höhe von 90 000 Euro gewonnen. Hierzu wären aber zunächst Gebühren in Höhe von 9000 Euro ins Ausland zu überweisen. Gutgläubig wurde die Zahlung geleistet.“

Und es ging weiter: Kurz darauf wurde der Südwestpfälzerin mitgeteilt, dass sie sogar zusätzlich den ersten Preis in der Lotterie gewonnen habe. Für den Gewinn in Höhe von 100 000 Euro fielen natürlich wieder Gebühren an. Da die Frau aber die geforderten 10 000 Euro nicht mehr aufbringen konnte, schlug man eine Zahlung von nur noch 7000 Euro vor.

Nach dieser dritten Überweisung meldete sich die Bank bei der Frau und es stellte sich sehr schnell heraus, dass sie Opfer eines Betruges geworden war, informiert die Polizei weiter. Die Bank konnte lediglich die letzte Überweisung zurückholen, sodass der Frau ein Gesamtschaden von fast 14 000 Euro entstanden war.

Erst am vergangenen Mittwoch hatte das Landespolizeipräsidium Saarland über einen dramatischen Telefonbetrug berichtet, mit sogar noch höherem Schaden. In diesem Fall gaben sich Kriminelle in Saarbrücken als Polizeibeamte aus – und erbeuteten von einer Seniorin mehrere Goldbarren im Wert eines sechsstelligen Betrages. Seit Oktober 2023 hätten Betrüger mehrfach über Telefon und einen Messengerdienst die über 80 Jahre alte Frau kontaktiert, erklärt die Polizei. Sie gaukelten ihrem Opfer vor, bei der Aufklärung einer Straftat helfen zu müssen – und brachten es dazu, bei der Bank Goldbarren zu bestellen und vor der Haustür abzulegen. Das Gold sei dem Opfer dann per Paket geschickt worden, erklärte ein Polizeisprecher.

Als die Frau nach einer weiteren Kontaktaufnahme der Betrüger zunächst misstrauisch wurde, legten die Kriminellen als Ersatz für das übergebene echte Gold der Frau unechte Goldbarren vor das Haus. Dies habe die Seniorin dazu bewegt, weitere Goldbarren anzukaufen und wieder zur Abholung bereitzulegen, so die Polizei. Erst nach einem Gespräch mit einem Bekannten sei der Betrug aufgefallen.

In diesem Fall war dem Opfer laut Polizei erklärt worden, sein Name habe auf einer Liste von Betrügern gestanden. Bei den Straftaten ginge es um Goldbarren, die Frau solle den Ermittlern als eine Art Probekäuferin helfen.

Bereits Anfang März hatte ein Telefonbetrüger, der sich als Polizist ausgab, einen über 90-jährigen Zweibrücker um einen Goldbarren im Wert von 32 000 Euro gebracht (wir berichteten).

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