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Tausende Besucher bei historischem Markt

Tausende Besucher bei historischem Markt

Hornbach. Eine traumhafte Kulisse bot am Wochenende der historische Handwerkermarkt in Hornbach. Herrschte am Samstag wegen des Regens noch Tristesse, so strömten gestern mehrere tausend Besucher in die Pirminiusstadt. An 43 Ständen wurden teilweise längst in Vergessenheit geratene Handwerkskünste präsentiert und viele ausgefallene Waren angeboten

Hornbach. Eine traumhafte Kulisse bot am Wochenende der historische Handwerkermarkt in Hornbach. Herrschte am Samstag wegen des Regens noch Tristesse, so strömten gestern mehrere tausend Besucher in die Pirminiusstadt.An 43 Ständen wurden teilweise längst in Vergessenheit geratene Handwerkskünste präsentiert und viele ausgefallene Waren angeboten. So hatte Jürgen Doll aus Großsteinhausen selbst getöpferte Gefäße mitgebracht. An einen anderen Tisch wurden Brotzeitteller, Bögen und Holzschwerter verkauft. Ein besonderer Blickfang waren die Figuren von Annemie Höhn. "Die Vögel sind für den Garten bestimmt", erklärte die Rosenkopferin. Hergestellt wurden sie aus Eisen, Weiden, Stroh und Dachwurzelgras. "Für eine Figur braucht man in etwa vier Stunden", berichtete die Hobby-Handwerkerin. Der Duft von Bratwürsten und Schwenkern vom Grill wehte auf dem Markt den Besuchern um die Nase, die in Hornbach nicht nur Handwerkliches kaufen, sondern auch sehen konnten wie dieses früher hergestellt wurde. Johannes Ulrich Brenner zeigte, wie mit mittelalterlicher Drechselkunst Holz bearbeitet wurde. Auf einer Wippdrehbank konnten die Besucher erleben, wie aus einem rohen Klotz ein Becher wird.

Direkt daneben war eine alte Schmiede aufgebaut, in der es auch ein Kettenhemd gab. Tobias Trautmann nutzte die Gelegenheit und zog das "Kleidungsstück" an. "Damit komme ich aber nicht weit", war der Homburger überrascht, dass das Hemd 22 Kilogramm wiegt.

Ein paar Meter weiter war Peter Schneider dabei, aus Weiden einen Korb zu flechten. Seit über 30 Jahren betreibt der Hesse dieses Handwerk, das heute meist von Maschinen erledigt wird. Auf den Handwerkermarkt gab es auch historische Kleidung und Schmuck. Bodo Schmock beispielsweise präsentierte bearbeitete Münzen, die als Anhänger eine Kette zieren können. Seine Ehefrau Janet hatte Ringe und Armbänder aus Silber und Gold mit in die Westpfalz gebracht.

In der Gralsschenke gab es neben kulinarischen Spezialitäten wie "Kässchmier" auch Met und Dunkelbier. Auch an die vierbeinigen Gäste wurde gedacht: Für sie stand ein Napf mit "Hundebier" vor der Theke. Vera Zimmermann, die mit Gewürzen und Kräutern vertreten war, zeigte sich mit dem Markt zufrieden: "Heute war richtig was los. Das hat für den Samstag entschädigt." Heinz-Walter Roth, Chef des Hornbacher Ortskartells, strahlte über das ganze Gesicht: "Der Handwerkermarkt sollte nächstes Jahr wieder stattfinden!"