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Südwestpfalz hat noch knapp 1,5 Millionen Euro aus Corona-Zuschuss übrig

Corona-Beihilfe : Noch knapp 1,5 Millionen Euro übrig

Landrätin Susanne Ganster hat im Kreisausschuss über Ausgaben in der Corona-Krise informiert.

Von den fast 2,4 Millionen Euro, die der Landkreis Südwestpfalz als Sonderzahlung des Landes im Rahmen der Corona-Pandemie erhalten hat, sind bislang rund 835 000 Euro ausgegeben worden. Rund 1,53 Millionen Euro stünden noch zur Verfügung, informierte Landrätin Susanne Ganster in der jüngsten Sitzung des Kreisausschusses.

Die größten Positionen bei den Ausgaben seien die Schutzanzüge und Atemschutzmasken, berichtete Ganster. Rund 518 000 Euro wurden für insgesamt 32 000 Vollschutzanzüge, rund 161 500 Euro für 50 000 Atemschutzmasken ausgegeben. Hinzu kommen als weitere größere Kostenfaktoren die Gebäudeunterhalt der früheren Realschule plus in Wallhalben als Notfall-Lazarett, die mit rund 25 000 Euro zu Buche schlägt, die Anschaffung von Hygienebedarf, insbesondere Desinfektionsmittel und Handschuhe in Höhe von rund 24 000 Euro und 520 Feldbetten für 21 600 Euro. Als kleinere Positionen nannte die Landrätin unter anderem die Erweiterung der Telefonanlage im Kreishaus für die Einrichtung der Corona-Hotline. „Wir haben über 800 000 Euro ausgegeben“, rechnet Ganster vor. Da jedoch auch Schutzausrüstung an Dritte, unter anderem Arztpraxen, weitergegeben wurden, wird bei der Kreisverwaltung mit einer Rückerstattung in Höhe von 102 000 Euro ausgegangen.

Noch nicht genau fest steht, ob auf den Landkreis Kosten zukommen, die im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie stehen und wenn ja, in welcher Höhe. Ganster sprach in diesem Zusammenhang die Ausfallgebühren der Kreisvolkshochschule und der Kreismusikschule an. Hierbei betonte sie nochmals, dass Eltern für die Kreismusikschule keine Gebühren bezahlen müssten, ebenso bei der Kreisvolkshochschule. Eventuell kämen auch Ausfallkosten im Öffentlichen Personennahverkehr hinzu. Insgesamt rechnet die Kreisverwaltung bei den Ausfällen mit rund 100 000 Euro.

In der Sitzung informierte Ganster, dass seit Donnerstag vergangener Woche vier weitere Mitarbeiter das Gesundheitsamt verstärken. Ein Mitarbeiter kommt vom Robert-Koch-Insitut, drei Mitarbeiter vom Medizischen Dienst der Krankenversicherungen (MDK). „Die MDK-Mitarbeiter sollen sich um die Nachverfolgung von Corona-Infektionen kümmern“, sagte die Landrätin, die auch einen Überblick über die bisherige Arbeit im internen Krisenstab bei der Kreisverwaltung gab. Seit Mitte März treffe sich der Krisenstab um Dr. Heinz-Ulrich Koch, dem Chef des Gesundheitsamtes Südwestpfalz, anfangs täglich, in der Zwischenzeit montags bis freitags. „Hier bewerten wir immer die Lage, die sich gerade etwas entspannt“, meinte Ganster.

Nicht „zumuten“ will der Landkreis Schüler, die den Bustransfer nutzen und eine Maske vergessen haben, die vom Land zur Verfügung gestellten Masken. „Das sind einfache Masken aus PU-Schaum, die die Busunternehmen an die Schüler ausgeben sollten“, berichtete Ganster. Deshalb habe sich der Kreis entschieden, „einfache“ chirugische Masken an die Busunternehmen für den Fall der Fälle zu verteilen. „Wenn wir der Meinung sind, dass Material nicht brauchbar ist, dann nehmen wir Geld in die Hand und holen eigenes“, machte Ganster deutlich.

Dies sei auch beim Desinfektionsmittel so gewesen. Das zur Verfügung gestellte Kombi-Mittel für Flächen und Hände sei laut Dr. Koch unter anderem nicht für Kinder geeignet, weshalb eigenes Desinfektionsmittel gekauft wurde, informierte Ganster.

Für die weitere Vorgehensweise in der Corona-Krise wünscht sich die Landrätin, dass sich die Region, Land und Bund einheitlich bewegen. „Da niemand sagen kann, wie lange die Pandemie anhält, ist auch ungewiss, wie lange die noch zur Verfügung stehenden 1,5 Millionen Euro ausreichen“, sagte sie.