Südwestpfälzer fliegen auf Elster

Die Möglichkeit, mit dem Programm Elster die Steuererklärung am Computer zu erledigen, wird von den Bürgern im Raum Zweibrücken/Pirmasens rege genutzt. Jetzt wirbt das Finanzamt mit einer Aktion dafür.

Rund 55 000 Einkommensteuererklärungen werden jedes Jahr beim auch Finanzamt Pirmasens/Zweibrücken eingereicht. Derzeit ist Hochkonjunktur. 57 Prozent davon werden mit Elster abgegeben. Elster steht für elektronische Steuererklärung. "Mit dieser Quote sind wir Spitzenreiter in Rheinland-Pfalz", sagt Harald Schwerdtfeger, der Leiter der Arbeitnehmerstelle bei der Finanzverwaltung in der Pirmasenser Kaiserstraße.

Und das Finanzamt in Pirmasens, das auch für Zweibrücken zuständig (in der Rosenstadt gibt es im Behördenzentrum Max nur noch eine Außenstelle) hat sich laut Vorsteher Gerhard Bißbort weitere ehrgeizige Ziele gesteckt: Die Elster-Quote soll in den kommenden Jahren weiter steigen. Die Steuererklärung am Computer über das Internet habe mehrere Vorteile: Die Daten liefen direkt ins System und würden daher schneller von den Beamten bearbeitet. Folglich habe der Bürger seine Rückerstattung zeitiger auf dem Konto, berichtet Bißbort. Abteilungsleiter Schwerdtfeger kann dazu die Zahlen liefern. Vier bis sechs Wochen dauere es in der Regel nach einer elektronischen Erklärung, bis der Steuerbescheid ergehe. Kunden, die noch Papier anliefern, müssten bis zu vier Wochen länger auf ihre Rückerstattung warten. Nach Angaben Bißborts können Arbeitnehmer in der Regel mit einer Rückerstattung bei der Lohnsteuer rechnen. Nachzahlungen seien die Ausnahme.

Wie Geschäftsstellenleiter Rainer Seibert auf Nachfrage ergänzte, machte die Lohnsteuer im vergangenen Jahr mit fast 200 Millionen Euro den Löwenanteil der Einnahmen von insgesamt fast 490 Millionen Euro aus. Um Elster zu fördern, haben sich die Verantwortlichen des Finanzamts etwas Besonders einfallen lassen: Ein "Flitzer" dreht bis Ende April seine Runden in Pirmasens, Zweibrücken und dem Landkreis. Dort wo der auffällige Mini-Kleinwagen aufkreuzt, hat er zwei, drei Mitarbeiter des Finanzamts im Schlepptau, die den noch zaudernden Bürgern die Angst vorm Computer und Elster nehmen wollen. Sie geben Tipps im Umgang mit dem System. Bei der Steuererklärung dürfen sie allerdings nicht helfen. Den Dienstag, 5. April, hat das Amt sogar zum Elster-Tag ausgerufen.

Auch für das Finanzamt bringt Elster Vorteile. Denn die Angaben müssen nicht mehr per Hand erfasst werden und können sofort mit einem Prüfprogramm auf Plausibilität gescheckt werden. Das spart nicht nur Papier, sondern auch teure Arbeitszeit. Denn bei der Personalstärke steht das Finanzamt unter Druck. Nach Angaben Bißborts will das Land bis 2020 sieben Prozent der Stellen abbauen. Derzeit arbeiten beim Finanzamt Pirmasens140 Vollzeit- und 67 Teilzeitkräfte - fast alles Beamte.