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Studie „Langes und gutes Leben in der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land“

Zufriedenheit der Bürger von Zweibrücken-Land mit ihrem Wohnort : Kleinbundenbach Erster, Battweiler Letzter

Kira Keßler hat in ihrer Studiums-Abschlussarbeit „Langes und gutes Leben in der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land“ unter anderem die Zufriedenheit der Bürger in zehn Orten verglichen. Auch zu weiteren Fragen gibt es einige interessante Ergebnisse.

„Langes und gutes Leben in der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land“ – in ihrer gleichnamigen Master-Arbeit hat die 25-jährige Kira Keßler zehn ausgewählte Orte der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land unter dem Blickwinkel des Älterwerdens untersucht. Die Ergebnisse dazu sind sehr aufschlussreich. Die Schauerbergerin hatte Regionalentwicklung und Raumordnung an der Technischen Universität (TU) Kaiserslautern studiert. Ihr Masterabschluss war Wegbereiter für die Anstellung bei der Unteren Planungsbehörde des Landkreises Kusel.

Die Kreisverwaltung Südwestpfalz hat die Absolventin des Studienganges tatkräftig unterstützt. Die dort Verantwortlichen sind auch eingebunden gewesen bei der Entscheidung, welche Orte für die Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land näher untersucht werden sollten. Kira Keßler begründete dies bei der offiziellen Vorstellung der Masterarbeit (wir berichteten) so: „Contwig, Bechhofen oder Hornbach als Modellorte heranzuziehen wäre nicht aussagekräftig gewesen, denn diese Orte zählen nicht allein zu den größeren Ortschaften in der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land, hier gibt es vielmehr auch ein breites Spektrum an Infrastruktur auch für ältere Menschen. Läden zum Einkaufen dessen, was täglich benötigt wird, Ärzte, Apotheken oder private Pflegedienste, Freizeitangebote und Mobilität, um nur einige Faktoren zu nennen. Das sieht ganz anders in Althornbach, Battweiler, Dietrichingen, Großsteinhausen, Käshofen, Kleinbundenbach, Kleinsteinhausen, Mauschbach, Riedelberg und Rosenkopf aus, wo die Bürger ab 65 Lebensjahren befragt wurden und ich mich bei vor Ort für die wissenschaftliche Ausarbeitung kundig gemacht habe.“

Erhebungsgrundlage war dann ein Fragebogen mit insgesamt 51 Fragen, welcher an den betroffenen Personenkreis, älter als 65 Jahre, postalisch verschickt wurde. Beim Rücklauf der Erhebungsunterlagen gab es dabei die erste positive Überraschung für Kira Keßler, denn von den 1100 versandte Fragebogenexemplare kamen immerhin rund 450 zurück, was 41 Prozent entsprach. Die TU Kaiserslautern hat darin eine langjährige Erfahrung, 25 Prozent sind dabei die Regel.

Wie zufrieden sind sie mit ihrem Wohnort, lautete eine Kernfrage des mit vielen 51 Detailfragen bestückten Bogens und dass dabei Battweiler mit 13 Prozent Unzufriedenen als Schlusslicht glänzte, lässt aufhorchen. An der Spitze lag Kleinbundenbach, das überhaupt keine Negativstimmen unter den rückläufigen Befragungsteilnehmern hatte. Gleiches gilt übrigens für Großsteinhausen und Riedelberg. 317 Personen , der weitaus überwiegende Teil der Befragten ist jedoch generell mit der Heimatgemeinde zufrieden. Nur 20 Personen sind unzufrieden, ein gleich hoher Anteil äußerte sich zu dieser Frage nicht explizit.

Als Kritikpunkte nannten die Befragten vor allem Versorgungslücken (246 Personen), nicht ausreichende Verkehrsanbindung (222 Personen) oder das Fehlen von sozialen Angeboten (197 Personen).

Zwar haben Althornbach und Mauschbach mit der Stadt Hornbach sozusagen eine Stadt mit bester „Infrastruktur“ vor der Nase, dennoch wirkte sich bei der Befragung aus, dass es in diesen beiden Orten überhaupt keine Möglichkeit zur Versorgung mit Lebensmitteln gibt. Vielleicht könnte ein „Bürgerbus“, wie ihn beispielsweise andere Verwaltungseinheiten des Landes bereits erfolgreich organisieren Abhilfe schaffen.

Die topografische Lage von Käshofen spiegelt deshalb auch der Wunsch nach einer besseren Anbindung zur naheliegenden, saarländischen Nachbarstadt Homburg wieder. Dem Einsatz des Cap-Mobils (rollender Supermarkt) kam bei der Befragung eine besondere Rolle zu. Allerdings gaben 44 Prozent an, es nicht zu nutzen.

„Langes und gesundes Leben in der Verbandsgemeinde Zweibrücken Land“, so die Überschrift der Arbeit – und wie verhält es sich dabei mit den Sonderwünschen der älteren Menschen in den ausgewählten zehn Ortschaften? Jene die nicht mehr im Berufsleben stehen möchten im gewohnten Umfeld bleiben. Sie wollen sich möglichst lange die Selbständigkeit erhalten und auf keinen Fall in die Stadt „umsiedeln“. Die Wünsche nach einer guten Grundversorgung und sozialen Kontakten sind nachvollziehbar. Fürs Einbinden ins Vereinsleben sind die meisten offen. Und wenn jetzt in Kleinbundenbach und Contwig zusätzliche Wohnmöglichkeiten für ältere Menschen geschaffen werden ist das sicher ein Plus auch für die Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land.