Strom vom Kirchendach

Zweibrücken. Wenn Hartmut Eder mit blinzelnden Augen die Sonne betrachtet, sieht er nicht einfach nur einen Himmelskörper. Der Großsteinhauser Pfarrer erkennt in dem gelben Kraftquell vielmehr einen Lieferanten kostenloser Energie

Zweibrücken. Wenn Hartmut Eder mit blinzelnden Augen die Sonne betrachtet, sieht er nicht einfach nur einen Himmelskörper. Der Großsteinhauser Pfarrer erkennt in dem gelben Kraftquell vielmehr einen Lieferanten kostenloser Energie. Folglich machte der Geistliche vor einem Jahr, als er im protestantischen Kirchenbezirk Zweibrücken als Umweltbeauftragter die Nachfolge von Helmut Noll antrat, auch einen verlockenden Vorschlag. Die Kirche könnte die wohlige Wärme, die die Sonne verströme, mittels Photovoltaik-Anlagen auf den Kirchendächern sinnvoll und umweltbewusst nutzen. Soweit seine Vision. Was ist daraus geworden? Nun, ein Jahr später, hakte der Pfälzische Merkur bei dem umweltbewussten Seelsorger nach. "Es ist noch nicht soweit, es handelt sich dabei um ein langfristiges Projekt", bittet Eder um Verständnis. Aber erste Erfolge gebe es bereits. So habe die Landessynode inzwischen den Beschluss gefasst, dieses Vorhaben zu fördern. "Dieser Beschluss ist praktisch die Gesetzesvorlage für die Landeskirchen", macht der Pfarrer die Bedeutung klar. Die Umsetzung sei aber leider eher langwieriger Natur. Das liege auch daran, dass viele Kirchen denkmalgeschützte Gebäude seien, auf denen nicht im Hau-Ruck-Verfahren eine Photovoltaik-Anlage aufgebaut werden könne. Bei den Kindergärten der Kirchengemeinden gehe das schneller. Deshalb tue sich dort jetzt auch etwas, erklärt Eder. "Der Kindergarten Weizenkorn in Niederauerbach ist derzeit dabei, eine Solar-Anlage auf das Dach zu stellen", nennt er ein Beispiel.