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Streit um Standort für Kita-Erweiterung in Bechhofen

Uneinigkeit vor Ratssitzung am Montag : Wohin mit dem Erweiterungsbau für die Kita?

Beim letzten Gespräch zwischen den Bechhofer Ratsfraktionen, Verwaltung und Leitung der Einrichtung gab es keinen Konsens.

Trotz intensiver Vorgespräche mit allen Beteiligten ist die Frage, wo die Erweiterung des bestehenden Kindergartens auf der Schmittenflur erfolgen soll, weiterhin unklar. Bechhofens Ortsbürgermeister Paul Sefrin wünschte sich nichts sehnlicher, als in dieser pikanten Grundsatzfrage einen gemeinsamen Nenner zu finden. Doch dieser Wunsch scheint nicht in Erfüllung zu gehen. Kommenden Montag, 30. November, wird es deshalb vermutlich im Ortsgemeinderat keinen einstimmigen Beschluss geben. Um allerdings zeitlich nicht weiter ins Hintertreffen zu gelangen, muss eine Entscheidung auf den Tisch.  

Der Bechhofer Kindergarten „Spatzennest“ ist mit seinen 115 Kindern in sechs Gruppen und 21 Beschäftigten einschließlich der Kindertagesstätten-Leiterin Daniela Kau ein mittelständisches Gemeindeunternehmen. Eine Ganztagsstätte, selbst für Kleinkinder unter drei Jahren. Nicht allein wegen des kommenden neuen Baugebietes ist die räumliche Erweiterung unabdingbar. Zuzug junger Familien, Verbleib solcher ebenso aus dem Ort. Dazu die ab dem kommenden Jahr geltenden Neuerungen aus dem Zukunftsgesetz. Ortsbürgermeister Paul Sefrin: „Wir wissen ja um die Zwänge, die Vorplanung steht auch soweit auf gesunden Füßen, allein die Standortfrage konnte bisher nicht geklärt werden. Als sicher gilt, dass auf dem eigentlichen Gelände keine räumliche Erweiterung stattfinden kann. Bechhofen wird sozusagen einen zweiten Kindergarten neu bauen. Nicht irgendwo, sondern in unmittelbarer Nähe der bestehenden Einrichtung, just gegenüber beim Dorfgemeinschaftshaus. Als das Planungsbüro Grub aus Zweibrücken beim Vorstellen der Vorplanung den Bereich der Rollschnelllaufbahn ins Kalkül brachte, war der Aufschrei bei den Freizeitsportlern groß. Aktive Rollschnellläufer oder Skater gibt es es schon längere Zeit in Bechhofen nicht mehr. Trotzdem, der Wunsch, Bahn und grünes Zentrum im Mittelpunkt, umgeben von Grundschule, Dorfgemeinschaftshaus und Kindergarten zu erhalten, ist durchaus nachvollziehbar.“

Zusammen mit der Fachaufsicht bei der Kreisverwaltung Südwest diskutierten das Fachpersonal der Einrichtung mit Leiterin Daniela Kau an der Spitze, den Fraktionsvertretern und Mitgliedern aus dem Ortsgemeinderat, dem Planungsbüro und Ortsbürgermeister Sefrin die Gretchenfrage: bester Standort beim notwendigen Neubau. Für das Planungsbüro Grub hatte Architekt Gerhard Müller Pro und Contra zur Standortfrage Rollschnelllaufbahn erarbeitet. Eingeschossige Bauweise und Nähe zum Bestand war den Fachkräften wichtig, die räumliche Trennung von Dorfgemeinschaftshaus und Kindertagesstätte ein weiterer Aspekt der Kommunalaufsicht beim Landkreis. Nach diesem Gespräch bei der Kreisverwaltung organisierte Paul Sefrin Anfang des Monats nochmals eine extra Telefon- oder Videokonferenz zum gleichen Thema. Diesmal waren die Fraktionsvorsitzenden der im Rat vertretenen Parteien zusammen mit der örtlichen Spitze und der Kindergartenleiterin im Dialog. Selbst Bürgermeister Björn Bernhard war zugeschaltet worden. Insgesamt gab es drei Standortvarianten. Rollschnelllaufbahn, im Grünbereich zum Dorfgemeinschaftshaus Richtung bestehender Einrichtung und obere Hälfte des alten, aufgelassenem Friedhofs. Ein Konsens wurde nicht gefunden. Deshalb ist Spannung für den Montag angesagt.