Strawberry Part II

Haben wir im ersten Teil der Kolumne Herkunft und Geschichte unserer Lieblingsfrucht im Frühsommer kennen gelernt, ist es nun an der Zeit, die kulinarische Bedeutung der Erdbeere zu besprechen. Dafür, dass sie zu 90 Prozent aus Wasser bestehen, haben sie im vollreifen, idealen Zutand ein unvergleichbares Aroma

Haben wir im ersten Teil der Kolumne Herkunft und Geschichte unserer Lieblingsfrucht im Frühsommer kennen gelernt, ist es nun an der Zeit, die kulinarische Bedeutung der Erdbeere zu besprechen. Dafür, dass sie zu 90 Prozent aus Wasser bestehen, haben sie im vollreifen, idealen Zutand ein unvergleichbares Aroma. Mittlerweile werden mehrere hundert Sorten angeboten, die in Größe, Farbe, Beschaffenheit und Geschmack variieren, aber eines gemeinsam haben: Sie müssen vorsichtig behandelt werden, da sie sehr druckempfindlich sind und schnell faulen, wenn sie einmal angeschlagen sind. Sie sollten spätestens zwei Tage nach der Ernte gegessen werden; zum Waschen reicht das Eintauchen in kaltes Wasser und danach vorsichtiges Trockentupfen, erst im Anschluss daran Stiele und Blätter entfernen. Mit 60g Vitamin C pro 100g Fruchtfleisch ist der Gehalt höher als bei Orangen und Zitronen, außerdem enthalten sie wertvolle Mineralstoffe wie Kalzium, Kalium, Phosphor, Eisen, Zink, Mangan und Kupfer. Erdbeeren gelten in der Volksmedizin als Mittel gegen Blutarmut und werden wegen des hohen Gehalts an Salzylsäure zur Linderung von Rheuma und Gicht empfohlen. Ihr Energiegehalt liegt bei ca. 30 Kilokalorien pro 100 Gramm, bieten also - im puren Zustand genossen - Genuss ohne Reue. Grundsätzlich unterscheidet man in einmal- und zweimaltragende Sorten. Erstere entwickeln ihre Blüten nur im Frühjahr, wenn die Tage kürzer sind, letztere setzen auch noch während der längeren Sommertage Blüten an. Aber gehen wir in die Küche, wo die Erdbeere ihren verdienten Platz nicht nur in der Pâtisserie hat. Klar, pur mit etwas Sahne oder Crème fraîche und einer Prise Zucker ist das Aroma am natürlichsten; auch nichts gegen ein Stück guten Erdbeerkuchen - aber als Frucht mit Persönlichkeit bietet sie sich durchaus für ungewöhnliche Kombinationen an. Klassiker sind selbstverständlich die Erdbeeren mit Pfeffer und Pernod, wobei man den Pfeffer heutzutage auch durch die modische Chili ersetzen kann. Edler Balsamico ist wegen der perfekten Balance aus Säure und Süße ein kongenialer Partner. In der Verbindung mit Spargel und Avocado, vielleicht gegrillte Scampi dazu, lässt sich ein leichter sommerlicher Salat herstellen. Als Chutney gehen sie eine verblüffend harmonisch kulinarische Ehe mit kräftigem Rotschmierkäse ein. Oder probieren Sie einmal einen süßen Risotto mit Orange, Pistazien und Erdbeeren: sensationell - wobei wir schon fast beim Milchreis angelangt wären. Und zu dem schmecken sie ja bekanntermaßen sowieso!