Stimmungskanonen in roten Latzhosen

Kerb in Käshofen, das ist Ausnahmezustand für alle im Ort. So war es auch an diesem Wochenende wieder – und dabei steht mit dem Kerwebegräbnis noch ein Höhepunkt bevor.

Das Kerwefeiern scheint den Käshofern mit in die Wiege gelegt worden zu sein, denn wenn sich die Kerwetage nähern, steht der Ort Kopf. Straußmädels und -buben zogen schon gestern bei der Kerwerede eine mächtige Show ab, und dabei steht neben dem heutigen Frühschoppen ein weiterer Höhepunkt noch bevor: Das Kerwebegräbnis morgen, das sonst nirgendwo so zünftig und ausgelassen gefeiert wird wie in Käshofen .

Der Schlachtruf kam donnernd und immer wieder. "Unn die Käshower Kerb soll läwe…" Das war beim mehrstündigen Zug mit dem bunten Kerwestrauß und zackig aufspielenden Blasmusikanten durch den Ort der Fall und änderte sich auch dann nicht, als Christin Schneider und Paul Mannschatz beim Dorfgemeinschaftshaus vor großer Zuhörerkulisse die zündende Kerwerede hielten. Wahrlich, an Zuspruch, an Originalität hat die Dorfkerwe nichts eingebüßt. Auf ein geschlossenes Erscheinungsbild wird großer Wert gelegt: In ihren roten Latzhosen waren die Straußmädels und Straußbuben nicht zu übersehen.

Der in jeder Beziehung unterhaltsamen und abwechslungsreichen Kerwerede mangelte es zudem nicht an Zündstoff. So wurde natürlich der Zoff um die Windräder nochmals passend beleuchtet, kam der Rücktritt des Ortsbürgermeisters nach der Windräder-Abstimmung nicht zu kurz und wurde dazu passend der Amtsantritt eines Hornbachers an der Dorfspitze von Käshofen ins Bild gerückt. Auch dessen Absicht, sich wie der Vorgänger landwirtschaftlich zu betätigen, blieb den spitzen Zungen der Kerweredner natürlich nicht verborgen und der Bericht über die Hühnerhaltung und das Eierlegen sorgte für viel Gelächter.

Vom Nachwuchs für die Straußmädels und Straußbuben war unter dem Beifall der Zuhörer die Rede, von einem echten Dorfflitzer, der inflagranti im Ehebett überrascht wurde. Und natürlich vergaßen die engagierten Straußmädels und Straußbuben nicht, sich selbst den Spiegel vorzuhalten. Eben ganz so, wie es sich für einen "Brüller in Breitwand" gerade zur Kerwe in jeder Hinsicht geziemt.