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Stichstraße in Martinshöhe bekommt neue Asphaltdecke

Gemeinderat Martinshöhe : Neue Asphaltdecke für Stichstraße

Der Rat von Martinshöhe hat sich trotz Mehrkosten von 1000 Euro gegen Pflasterung mit Verbundstein ausgesprochen.

Bei der Bäckerei Sprengard und dem früheren Anwesen des Friseurs Bernhard in Martinshöhe, exakt gegenüber dem Dorfgemeinschaftshaus, gibt es eine Stichstraße, die jetzt erstmals als Gemeindestraße hergestellt werden soll. Über zwei Varianten mussten die Ratsmitglieder bei ihrer Zusammenkunft am Freitagabend in der Sporthalle der Grundschule Martinshöhe entscheiden. Für den Ausbau in Asphalt muss mit Kosten von rund 98 000 Euro einschließlich der Ingenieurkosten gerechnet werden. Mit Verbundsteinpflaster sind es 1000 Euro weniger. Für 40 Meter Straßenlänge.

Klaus Feller, einer der beiden Geschäftsführer des Planungsbüros SDU aus Waldfischbach-Burgalben, erläuterte selbst die beiden erarbeiteten Bau-Alternativen, zu deren gesamten Herstellungskosten die Anlieger 90 Prozent der Kosten tragen müssen (zehn Prozent trägt die Ortsgemeinde). Unterschiedlich breit ist der gegenwärtig nur mit festgefahrenem Schotter befestigte Weg, der eine Handvoll Privatgrundstücke und über einen Geschäftsparkplatz auch die Betriebsstätte der Bäckerei erschließt. Im Einmündungsbereich der Zweibrücker Straße hat diese Stichstraße, welche sich in der Baulast der Ortsgemeinde befindet, während die Ortsdurchfahrt eine klassifizierte Landstraße (L 465) ist, eine Breite von 4,52 Metern. Bis zum Übergang in einen reinen Feldweg verringert sich diese Breite um rund einen Meter auf 3,51 Meter. Der Straßenunterbau mit rund einem halben Meter entspreche dem Regelwerk für Anliegerstraßen. Zu Bedenken gab Klaus Feller, das die Stichstraße auch als Anlieferstraße für den Gewerbebetrieb diene und deshalb eine Reduzierung im Unterbau nicht möglich sei. Mit Längsrinnen wird das Oberflächenwasser gesammelt und schadlos abgeleitet. Feller geht nicht davon aus, dass ein zusätzlicher Bodenaustausch vorgenommen werden muss. Die erste Ausbauvariante sieht ein Asphaltieren der Straßenfläche vor, die ein Dachprofil bekommen soll. Rinnenplatten links und rechts sollen eine Abgrenzung sein.

Beim Ausbau mit verstärktem Betonpflaster bekäme die Stichstraße eine Mittelrinne. Die Hälften links und rechts zu asphaltieren würde unweigerlich zu Kostensteigerungen führen, meinte Klaus Feller und führte plausible Gründe dafür ins Feld. Kleine Asphaltfertiger könnten selbst dann nicht zum Einsatz kommen. Ein Herstellen mit Verbundsteinpflaster berge zudem das Belastungsrisiko in sich, dass die einfahrenden Lastkraftwagen mit ihren Rädern auf der Oberflächen „radieren“ und es damit leichter zu Schäden kommen könnte.

Diesen Aspekt griff auch Hartwig Schneider auf und plädierte in seinem Redebeitrag vor der Abstimmung klar für den Vorschlag mit dem Asphaltbelag und keiner Mittelrinne, sondern seitlicher Wasserableitung. Bei zwei Stimmenthaltungen sprachen sich die Ratsmitglieder mehrheitlich dafür aus.

Alte stattliche Bauerngehöfte zählen im Ort zu den Leerständen. Das ehemalige „Rubly’sche Anwesen“ soll jetzt unter Denkmalschutz gestellt werden. Die Kreisverwaltung Kaiserslautern als zuständige Denkmalschutzbehörde legte diese Absicht nunmehr der Ortsgemeinde zur Zustimmung vor. Das lehnte der Rat allerdings mehrheitlich ab. Ortsbürgermeister Hartwig Schneider skizzierte die bauliche Situation, wie sie sich derzeit darstelle. Im Innern des Haupthauses seien wesentliche bauliche Merkmal bereits verloren gegangen. Hartwig Schneider: „Ich habe selbst mit dem neuen Eigentümer gesprochen, der mir versicherte, das Äußere des Wohnhauses zu erhalten. Die landwirtschaftlichen Nebengebäude sind keinesfalls erhaltungswürdig, zumal neuzeitliche Anbauten das Gesamtensemble stören. Der Unterschutzstellungsgedanke geht dort einfach an der Sache vorbei.“

Dieser Auffassung schloss sich auch Michael Haack von der gleichnamigen Wählergruppe in seiner Stellungnahme an. Oskar Hemmer (SPD) plädierte dagegen für einen Erhalt des Kulturgutes. „Wie stellen wir uns als Rat dazu, mit dem besonderen Kulturgut in unserer Gemeinde umzugehen? Dieses Kulturdenkmal ist ein Symbol für unsere Höhengemeinde. Wollen wir das einfach so aus der Hand geben? Ich bin auch dafür, dass wir dem neuen Eigentümer keine Steine in den Weg legen sollten, gebe aber zu bedenken, dass bereits beim günstigen Erwerb die Umstände eine Rolle gespielt haben. Wir sollten unseren Gestaltungswille nicht aus der Hand geben. Ich bin der Meinung, wir sollten als Rat eine klare Position beziehen, wenn man Gestaltungswille haben will. Ich bin der Meinung, so kann man mit einem Kulturgut nicht umgehen, wie das jetzt vorgeschlagen wird“.

 Zustimmung gab es abschließend für ein Bauvorhaben in den Langgärten. Dieses liegt außerhalb den Grenzen eines Bebauungsplanes, wird aber die planerischen Fortentwicklung die Ortsgemeinde nicht behindern, sollte sie von ihrem Planungsrecht Gebrauch machen.