Hornbachtal Im Herbst soll es Ergebnisse geben

Hornbach · In der Pirminiushalle gab es eine erste Bürgerveranstaltung zum Starkregenkonzept für Hornbach.

 Randvoll das Rückhaltebecken bei Dusenbrücken. Den Hornbacher Feuerwehrleuten obliegt die Steuerung, doch jetzt gingen die Fluten viel zu schnell über die Hochwasserschwelle talabwärts.

Randvoll das Rückhaltebecken bei Dusenbrücken. Den Hornbacher Feuerwehrleuten obliegt die Steuerung, doch jetzt gingen die Fluten viel zu schnell über die Hochwasserschwelle talabwärts.

Foto: Norbert Schwarz

Hochwasserstände sind in der Klosterstadt nicht unbekannt. Überflutungen der Talaue beim Zusammenfluss der beiden Gewässer Hornbach und Schwalb haben die Leidensgrenzen der Stadtbürger bereits seit vielen Jahrzehnten geprüft. Das Jahrhundertwasser von 1993 ist vielen noch in Erinnerung, jetzt kommt das Pfingsthochwasser mit seinem Millionenschaden gerade in Hornbach hinzu. Die Schadensorte sind bekannt, der Bürgergroll, weil sich seit Jahren in Hochwasserschutz nichts tut, ist enorm. Verständlich daher auch die Gemütslage viele Stadtbürger sich einmal „Luft zu verschaffen“, wenngleich „Starkregenereignisse“ und „Hochwasserschutz“ zwei paar verschiedene Stiefel sind.

Für Stadtbürgermeister Reinhold Hohn zusammen mit seinem Stadtbeigeordneten Helmut Weiske deshalb auch keine leichte Aufgabe, eine Transparenz herzustellen, wie sich am Gesprächsabend in der Pirminiushalle vor einem großen Teilnehmerkreis mit enormem Bürgerzuspruch ablesen ließ. Zumal, wie sich in der Diskussion auch zeigte, die Stadtbürger und Hochwassergeschädigten schon allein deshalb mächtig sauer sind, weil viel geredet, doch behördlicherseits nichts getan wird.

Ob des schleppenden Bearbeitungsverfahren in Sachen „Starkregenkonzepte für alle Ortschaften“ kam jetzt eine erste Bürgerbeteiligung in der Klosterstadt Hornbach just nach dem Pfingsthochwasser. Das fertige Starkregenkonzept der Nachbargemeinde Mauschbach, scherzhafterweise in der Faschingszeit vor allem als Hornbach-Ost tituliert, hat derartige Bürgerinformationen bereits wiederholt mit großem Zuspruch organisiert und als einzige Ortschaft unter den 17 Gemeinden der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land verfügt auch gerade Mauschbach über ein fertiges Starkregenkonzept.

Mit der Konzepterstellung ist auch in Hornbach das Planungsbüro Dilger aus Dahn betraut und Mirco Lang als planender Fachingenieur musste auch in der Klosterstadt die Feststellung treffen, dass durch den spürbaren Klimawandel Starkregenereignisse und Hochwasser die Bürger künftig noch häufiger treffen können. An entsprechenden Vorsorgehinweisen für potentiell gefährdete Bürger mit ihren Immobilien mangelte es gleichfalls nicht, obwohl Schutzmaßnahmen durch den Staat und seine nachgeordneten Verwaltungsebenen nicht auszuschließen seien, so der Planer.

Beim Ausarbeiten der Unterscheidungsmerkmale machte Mirco Lang vom Planungsbüro Dilger auch deutlich, was unter einem Starkregenereignis zu verstehen sei, nämlich das schadlose Ableiten von großen Mengen an Oberflächenwasser durch ein Regenereignis in kurzer Zeit, das mitunter von den Gemarkungszonen im Außenbereich (Äcker, Wiesen und Brachen) in die bebaute Ortslage gelangen kann.

Die topografische Lage macht Hornbach jedoch besonders anfällig für Hochwasser, wie es sich jetzt auch zu den Pfingsttagen zeigte. Reinhold Hohn erinnerte vor allem daran, dass mehr als ein Jahrzehnt vergangen sei seit der Simulation von Hochwassergefahren für Hornbach bei der TU Karlsruhe.

Die Stadtspitze mit Hohn und Weiske erinnerte auch gemeinsam daran, dass bereits nach dem „Jahrhunderthochwasser 1993“ Schutzmaßnahmen ins Gespräch gekommen seien, es allerdings bei der Erklärungsabsicht blieb. Mit Ausnahme des Rückhaltebeckens bei Dusenbrücken sei nämlich nichts passiert. Im Gespräch mit dem Pfälzischen Merkur hat Stadtbürgermeister Reinhold Hohn auch nochmals deutlich gemacht, dass die Gewässerunterhaltung auf keinen Fall im Sinne der geschädigten Stadtbürger sein kann. „Wie haben an den Ufern und im Gewässer derart viel Totholz, dass dieses unweigerlich bei höherem Wasserstand zu Rückstau und Überflutungen führen muss.“ Schützenhilfe in dieser Unterhaltungsfrage bekommt Reinhold Hohn dabei auch von seinem Amtskollegen Bernhard Krippleben aus Mauschbach, der beim Landkreis wiederholt die mangelnde Landschaftspflege dazu angemahnt hat.

Davon, wie sich Veränderungen, mögliche Renaturierungen und vergleichbare wasserwirtschaftliche Maßnahmen auswirken, können jetzt auch die geschädigten Bürger aus der Nachbarortschaft Althornbach ein Lied singen. In der Spitze des Schadensereignisses, so ist beim Infoabend in der Pirminiushalle von Hornbach zu hören gewesen, war am Althornbacher Pegel ein Abflusswert von 175 Kubikmetern pro Sekunde gemessen worden. Dass die Wassermassen derart die Hauptstraße überfluten, habe Althornbach in der Art und Weise noch nicht erlebt.

Welche Auswirkungen in diesem Zusammenhang die talabwärts vorgenommenen Renaturierungsmaßnahmen (Gemarkung Rimschweiler) im Althornbacher Ortsgebiet möglicherweise ausgelöst haben, ist dabei noch nicht untersucht. Nach dieser Bürgeranhörung sollen für das Hornbacher Starkregenkonzept Analysen erstellt werden. Für den Herbst ist dann eine Information zu möglichen Ergebnissen und Maßnahmen geplant.