"Springen kann er auch"

Zweibrücken. "Vorsicht, dieser junge Mann ist noch etwas explosiv." Gemeint ist ein dreijähriger Hengst, der gemeinsam mit zwölf weiteren Junghengsten zur Zeit im Landgestüt Zweibrücken seinen 30-Tage-Test absolviert

Zweibrücken. "Vorsicht, dieser junge Mann ist noch etwas explosiv." Gemeint ist ein dreijähriger Hengst, der gemeinsam mit zwölf weiteren Junghengsten zur Zeit im Landgestüt Zweibrücken seinen 30-Tage-Test absolviert. "Bei dieser sogenannten Veranlagungsprüfung ermitteln wir Ausbilder, ob ein Pferd eher Dressur- oder Springanlangen mitbringt oder gar ein Allroundtalent besitzt", erklärt Chefbereiter Hans-Günter Klein. Gemeinsam mit Springreiter Ingo Linn vom Bliesberger Hof in Bexbach kümmert sich der Nationenpreisreiter um die Ausbildung der Springhengste. Die Dressurpferde werden unter Leitung des langjährigen Zweibrücker Reitlehrers Heiner Eitel auch von zwei Dressuramazonen geschult, den Pferdewirtinnen Carina Reitnauer vom Berghof Einöd und Anna Zepke.Die Prüfung am 30. November und 1. Dezember unter einem fremden Reiter entscheidet darüber, ob der junge Hengst zur Zucht zugelassen wird. Neben der Frage nach Leistungsvermögen und Rittigkeit spielt hier auch die charakterliche Einschätzung, das Interieur, eine bedeutende Rolle. Mit einer sehr guten Note rechnen darf hier wohl Stakkino, der dreijährige im Landgestüt Zweibrücken aufgestellte Hengst. Der wohlgeformte braune Zweibrücker stammt aus der Zucht von Gerhard Brengel aus Gersheim-Walsheim und ist im Besitz des Franzosen Patrick König. Als Dressurpferd nimmt ihn Eitel jeden Morgen unter den Sattel, aber Klein bestätigt: "Springen kann er auch." "Stakkino ist ungeheuer lieb und brav und außerdem einfach zu reiten", lobt sein Ausbilder. Die Qualität im diesjährigen Lot, das aus zwei Fünfjährigen und sonst ausschließlich mit drei Jahren noch sehr jungen Pferden besteht, sei gut, informiert Klein. Allerdings: So ein Überflieger wie Landbeschäler Salento, der im vergangenen Jahr die Hengstleistungsprüfung haushoch gewann, habe sich bislang nicht gezeigt. Die jungen Hengste stammen unter anderem von erfolgreichen Dressur-Ställen wie dem von Olympiareiterin Alexandra Simons de Ridder bei Aachen oder dem Gestüt Brookhouse in Erbach. Zwei Pferde kommen aus der Schweiz beziehungsweise aus den Niederlanden. Pferdefreunde sind eingeladen, Montag bis Samstag von neun bis etwa zwölf Uhr bei der Morgenarbeit mit den Junghengsten zuzuschauen.