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Spatenstich für Recyclinghof Contwig

Spatenstich in Contwig : Neuer Recyclingplatz soll nächstes Jahr fertig sein

Am Mittwoch war Spatenstich in Contwig.

Weder Dauerregen, Wasserpfützen noch morastiger Bodenuntergrund konnten dem Startschuss zum neuen Millionenprojekt in der Contwiger Bahnhofstraße etwas anhaben. Der Landkreis Südwestpfalz schafft dort in der unmittelbaren Nachbarschaft des gegenwärtigen Wertstoffhofes einen neuen Platz zur Wiederverwertung von Abfall.

Bei dessen Erstanlage war es noch ein Wertstoffhof, zeitgemäßer ist heute die Rede von einem Wertstoff- und Recyclingplatz. Viel Vorlaufzeit ging dem Projekt voraus, das seit 2016 fest im Gespräch ist. Jetzt liegen alle Genehmigungen vor, kann gebaut werden. Zur Jahresmitte 2022 soll die neue Anlage, für die ein Kostenaufwand von rund einer Million Euro ermittelt ist, für die Kreisbürger zur Nutzung fertig sein.

Schlechter hätten die äußeren Bedingungen zum symbolischen Spatenstich für das Großprojekt des Landkreises in Contwig wahrlich nicht sein können. Doch Landrätin Susanne Ganster bewies einmal mehr, dass sie damit erfrischend locker umgehen kann. Fingerfertig, wenn auch mit notwendiger Unterstützung eines erfahrenen Baggerfahrers, bediente die Landrätin den großen Löffelbagger, ehe es dann doch noch, allerdings wegen der unaufhaltsamen Segensgrüße von oben unter einem schützenden Zeltdach, den ersten Spatenstich mit anwesenden Ehrengästen vornahm.

Davor aber gab es jede Menge Informationen über die Kreislaufwirtschaft Abfall, die wegen der Bedeutung und Kosten in die Zuständigkeit der Landkreisverwaltungen fällt. Für das Thema Klima- und Ressourcenschutz komme den Recyclinghöfen der Gegenwart eine immer größere werdende Bedeutung zu, sagte Landrätin Ganster, die deshalb auch die Bedeutung solcher Einrichtungen bei der Sammlung und ordnungsgemäßen Entsorgung von Abfall in jeder Art unterstreicht. Gezielt sprach daher auch die Landrätin bei den Wertstoff- und Recyclingplätzen der Gegenwart von Drehscheiben beim Entsorgen und Recyceln. Beim Thema Kreislaufwirtschaft falle den Einrichtungen dieser Art eine immer größere Rolle beim Thema Klimaschutz zu. „Wie können wir Wertstoffe aus diesem Kreislauf zurückbringen?“, so die thematische Frage, mit der sich die Landrätin vor Ehrengästen und Verantwortlichen ihrer Verwaltung auseinandersetzte.

Allein in den letzten 20 Jahren habe sich das Erscheinungsbild der Abfalleinrichtungen stark gewandelt. Susanne Ganster: „Das standen in einem umzäunten Gebiet einige Container in welche gezielt und sortiert der Abfall entsorgt wurde. Heute haben solche Anlage eine richtige Infrastruktur und ausgeklügelte Logistik.“

Auf die Servicefreundlichkeit der modernen Wertstoff- und Recyclinghöfe ging Susanne Ganster näher ein. Gründe dafür seien einleuchtend, die Bürgerinnen und Bürger sollen sie bei der Abfallentsorgung leicht aufsuchen können. Der Zulauf und die Nachfrage bei diesen zentralen Entsorgungsstellen sei nicht erst sei Corona groß und immer weiter steigend, so die Erkenntnis des Landkreises als Betreiber. Die Frage nach passenden Öffnungszeiten nannte Ganster als weiteres Beispiel, darüber werden oft im Umweltausschuss des Landkreises diskutiert um vielleicht die Servicezeit passend am Bürgerinteresse zu orientieren.

Die Erreichbarkeit und gute Anfahrt nannte die Landrätin als weiteren Aspekt für einen guten Werstoffhof. Das Zauberwort bei diesem verregneten Spatenstich in Contwig: Die Abfallhierarchie. Ganster dazu: „Wenn Abfälle vermieden und Altprodukte wiederverwendet, also recycelt werden können, dann ist das in der Regel immer umweltfreundlicher als eine einfache Entsorgung!“ Der Beitrag zum Umweltschutz sei deshalb mit den Wertstoff- und Recyclinghöfen groß, stellte die Landrätin fest, weil mit modernen Einrichtungen wie sie jetzt in Contwig geschaffen wird, eine optimale Rückführung in die Kreislaufwirtschaft gewährleistet werden kann.

Die Planungen auf der 4800 Quadratmeter großen Fläche für den neuen Wertstoff- und Recyclinghof erläuterte Dipl.-Ing. Harald Krupp. Eine Ausschreibung der Einzelgewerke sei mit der Verwaltung abgesprochen, neben Erd- und Oberflächenarbeiten wird jetzt auch der große Entlastungskanal von den beiden Regenrückhaltebecken zum Klingbach gebaut. Eine Vorflut, die das in den beiden Becken gesammelte Oberflächenwasser gedrosselt in den Schwarzbach einleitet.