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Siegerhengst stammt erstmals aus Zweibrücken

Siegerhengst stammt erstmals aus Zweibrücken

Zweibrücken. Zum ersten Mal seit der Pferdezuchtverband Rheinland-Pfalz-Saar seinen "Goldenen Zweibrücker Herbst" ausrichtet, stammt der Siegerhengst von einem Hengst des Zweibrücker Landgestüts ab. Als er in dessen Reithalle am Samstag bei der Gala präsentiert wurde, bestätigte sich die Prognose vieler Züchter, die die Vorstellung der Hengstanwärter verfolgt hatten

Zweibrücken. Zum ersten Mal seit der Pferdezuchtverband Rheinland-Pfalz-Saar seinen "Goldenen Zweibrücker Herbst" ausrichtet, stammt der Siegerhengst von einem Hengst des Zweibrücker Landgestüts ab. Als er in dessen Reithalle am Samstag bei der Gala präsentiert wurde, bestätigte sich die Prognose vieler Züchter, die die Vorstellung der Hengstanwärter verfolgt hatten. Mit seiner großen Ausstrahlung und seiner Optik habe dieser moderne und bewegungsstarke Sohn des Süddeutschen Prämienhengstes Stockholm die Körkommission begeistert, erklärte Zuchtleiter Hans-Willy Kusserow.Besonders schön für die Region: Dieser Rapphengst stammt aus der Zucht von Werner Hauter (Großsteinhausermühle). 2010 wurde er von dem renommierten Gestüt Sprehe in Westfalen bei der Fohlenauktion auf dem "Goldenen Zweibrücker Herbst" als Siegerfohlen ersteigert. Noch drei weitere Hengste erhielten die Staatsprämie, darunter ein Nachkomme des ehemaligen Landbeschälers Lordano. Insgesamt die Hälfte der vorgestellten Hengste, nämlich 13, wurden zur Zucht zugelassen. In der ausgebuchten Reithalle des Landgestüts konnten die Pferdefreunde dann auch den Hengst Stockholm selbst feiern. Zelebriert wurde das Dressurtalent von der rheinland-pfälzischen Olympionikin Dorothee Schneider, die in London mit der Deutschen Mannschaft die Silbermedaille gewonnen hatte.

Weit über drei Stunden dauerte die "Nacht der Pferde" am Samstag und zeigte in höchst abwechslungsreichen Schaubildern ein buntes Kaleidoskop der saar-pfälzischen Pferdezucht mit Dressur- und Springtalenten, Kaltblütern und Islandpferden. Bei der Begrüßung der hochkarätigen Ehrengäste würdigte Verbandsvorsitzender Karl-Heinz Bange die Verdienste von Alt-Oberbürgermeister Helmut Reichling um das Landgestüt: "Sie waren für uns Züchter stets ein engagierter und zuverlässiger Partner." Das Maß seiner Verbundenheit zeigte sich in der amtierenden, vierjährigen Reitpferde-Championesse, Florentiana, die Reichling vor vier Jahren auf der Fohlen-Auktion ersteigert hatte.

Überhaupt waren viele der 20 Programmpunkte geprägt von Pferden und Reitern aus der Saar-Palz-Region. Die Siegerstute der Zweibrücker Pferdetage, Fine Sierra, stammt aus der Zucht der Einöder Familie Reitnauer, die Bronzegewinnerin im Süddeutschen Springchampionat, Calluna L, von der ebenfalls Einöder Züchterfamilie Linn. Mit Birgit Hohlweg und Anke Schmitt setzten gleich zwei Zweibrückerinnen über Geländehindernisse. Voll Gaudi und im Dirndl sprang Eva-Raab von der Etzenbacher Mühle mit ihrem Pfalz-Haflingerhengst Sommertraum über eine Bierbank. Heiterkeit verbreiteten auch die Jungzüchter mit ihrem "Mächtigkeitsspringen". Eine Voltigier-Showtruppe, spanische Freiheitsdressur und Fallabellas (die mit 107 Zentimetern kleinste Pferderasse der Welt) ergänzten das bunte Programm.

www.pferdezucht-rps.de

Auf einen Blick

Die Fohlenauktion verlief nicht ganz so erfreulich wie die Hengstprämierung. Trotz aller Bemühungen von Auktionator Volker Raulf fanden nicht alle der 17 Fohlen einen neuen Besitzer, obwohl die meisten von ihnen die Fohlenchampionate gewonnen hatten. Bei einem Umsatz von 80 000 Euro lag der Durchschnittspreis bei 4706 Euro. Allerdings ging allein das Siegerfohlen "Fire and Thunder" aus der Zucht des Verbandsvorsitzenden Karl-Heinz Bange aus Rheinböllen für 20 000 Euro abermals an das Gestüt Sprehe. cvw