Sie will die Menschen mitnehmen

Man habe auch in diesem Jahr die richtige Wahl getroffen, meinte der erste Zunftmeister der Homburger Narrenzunft, Rüdiger Schneidewind, bei der Verleihung der Homburger Kanone an die gesellschaftlich engagierte Marlene Schneider.

Nicht wenige hatten nicht wenig darüber spekuliert, wer in diesem Jahr mit der "Homburger Kanone" durch die Homburger Narrenzunft (HNZ) für sein außerordentliches Engagement geehrt werden könnte. Und als dann Anfang der Woche bekannt wurde, dass Marlene Schneider die Auszeichnung erhalten wird (wir berichteten), da war das Urteil klar: eine gute Wahl. Schneider, mehr als 30 Jahre im Pflegedienst am Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS) in Homburg tätig und darüber hinaus für die CDU kommunalpolitisch aktiv und in vielen ehrenamtlichen Funktionen unterwegs, hatte so am Mittwochabend allen Grund, anlässlich der offiziellen Verleihung als Teil des Neujahrsempfangs der HNZ im Homburger Saalbau stolz zu sein, mit der ihr eigenen Bescheidenheit. "Ich freue mich über diese Auszeichnung, die ich als Bestätigung und Anerkennung meiner langjährigen Arbeit im politischen und ehrenamtlichen Bereich entgegen nehmen darf", bedankte sich Schneider für die Würdigung. "Mir war es immer wichtig, die Menschen mitzunehmen, ihre Ansichten ernst zu nehmen, sie zu begeistern, um gemeinsame Ziele zu realisieren. Ich habe immer versucht, andere darin zu bestärken, selbst tätig zu werden. Es war auch immer wichtig für mich, den Menschen freundlich zu begegnen und auch anerkennende Worte zu finden."

Am Mittwochabend nun war Marlene Schneider selbst die Adresse für solch anerkennende Worte - mit Blick auf ein berufliches und gesellschaftliches Leben im Dienst anderer: 38 Jahre als Krankenschwester (dabei zuletzt als Pflegedienst-Leitung), seit 1985 aktiv im CDU-Ortsverein Homburg-Mitte, von 1994 bis 2009 Mitglied des Kreistages (ab 1999 als ehrenamtliche Kreisbeigeordnete), nach 2009 Beauftragte der Kreise und nach ihrem Ruhestand im Jahr 2001 15 Jahre ehrenamtlich aktiv als Patienten-Fürsprecherin am UKS.

Gabi Schmitt, die zweite Zunftmeisterin der HNZ, nannte Schneider schon in ihrer Begrüßung einen "besonderen Menschen" - ein Bild, das Rüdiger Schneidewind , der erste Zunftmeister der Narrenzunft, in seiner Laudatio mit Blick auf die zahlreichen Verdienste von Marlene Schneider noch deutlicher zeichnete.

Schneidewind nannte hier auch Schneiders Impuls, vor mehr als 20 Jahren und zusammen mit dem früheren UKS-Pflegedienstdirektor Paul Staut den Verein "Initiative Krankenpflege" zu gründen, "ein für unsere Stadt und die Region wichtiger Verein, der sich als Lobby-Verband für die Pflegekräfte einsetzt". Vor zahlreichen Gästen aus Gesellschaft, Wirtschaft und Politik wandte sich Schneidewind zum Abschluss seiner Laudatio direkt an die Preisträgerin und sagte: "Marlene, Du warst eine Institution am UKS. Und ich zitiere jetzt Paul Staut: Für Deine Patientinnen und Patienten ‚bische dem Deibel uff die Schipp gegangen' - und zwar für jeden einzelnen. Für dieses Engagement ehren wir Dich. Und wir sind der Überzeugung, genau die richtige Wahl getroffen zu haben. Also gilt auch diesmal: Diese Frau ist eine echte Kanone!"