Selfiestick-Grüße ans Krankenbett

Mit einem dreifach-donnernden „Alleh-Hopp“ ist der Humoristische Fasenachtsverein Zweibrücken/Contwig (HFZ) auf seiner Prunksitzung am Samstagabend in die heiße Phase der fünften Jahreszeit gestartet.

Leider musste die HFZ-Prunksitzung in der Turn- und Festhalle Contwig ohne einige Mitwirkende auskommen. Krankheitsbedingt gab es viele Absagen, wie Sitzungspräsident Marc Heib eingangs verkünden musste. Sogar HFZ-Prinz Sascha I. fehlte auf seiner Heimprunksitzung.

Umso mehr legten sich die Protagonisten ins Zeug, um eine tolle Show zu zeigen. Bestückt mit Smartphone, Selfie-Stick und Live-Übertragung über Facebook , versuchte der Verein den daheimgebliebenen Krankenständlern die Auftritte sowie etwas von der Atmosphäre aus der Halle zu vermitteln.

Die Prunksitzung war überwiegend gespickt mit Tanzeinlagen des HFZ und Gastvereinen. Die HFZ-Minis machten den Anfang und bekamen die erste Stimmungsrakete des Abends. Die rockigen Humba Buwe von der Stadtgarde Kaiserslautern sangen sich mit ihren Stimmungsliedern wie "Habt ihr Lust auf Party, wir feiern Fasenacht" (Give it up) in die Herzen der gut 240 Besucher. Die sangen und schunkelten nicht nur zu den eingängigen Melodien und Texten mit, beim "Bobfahrer "-Lied begaben sich alle im Stehen auf eine heiße Schlittenfahrt durch den Eiskanal und legten sich nach vorn, nach hinten, gingen in die links und rechts Kurve.

Die Blieskasteler Showtanzgruppe und Funkengarde (BKG Blieskastel - Nix wie druff) war in ihrem fünf mal elften Jubiläumsjahr mit einer zahlreichen Abordnung nach Contwig gekommen. Büttenredner Felix Schäck (Die Kerbcher) zeigte die Uraufführung seiner diesjährigen Comedyvorstellung. Er berichtete von seinem Freund Kalle und dessen Freundin, die so manche schwierige Alltagssituation erleben, etwa Einparken vorm Supermarkt. "Gleich zweimal wurde aus Spaß Ernst", frotzelte Marc Weib ins Mikrofon, als er eine weitere Showtanzgruppe eines Gastvereins vorstellte.

Die Zweibrücker-Fasenachts-Freunde (ZFF) wurden am Samstag auf den Tag genau sieben Jahre. Unter all den Frauen der Tanzformation versteckte sich auch ZFF-Präsident Andreas Bergmann. Er hatte im Vorfeld der Session verkündet, laut Heib wohl nicht ganz ernst gemeint, dass er, wenn seine Frau Ellen schwanger sei, deren Rolle in der Frauengruppe übernehmen werde - beides traf nun zu. "Außen cool - innen heiß", das war das Motto der HFZ-Chilly's. Die Frauenshowtanzgruppe trat als Eisbären auf. Mit dem isländischen Schlachtruf "Huh" brachte das als Wikinger verkleidete HFZ-Männerballett den Saal nochmal zum Beben.

Stargast des Abends war die aus Radio und Fernsehen bekannte Julanda Jochnachel, die zu später Stunde mit Hr. Hühnerfeld in die Bütt stieg.

HFZ-Ehrensitzungspräsident Peter Schmidt sparte in seiner kessen Büttenrede nicht mit scharfen Anspielungen und ging auf die vielen "Baustellen und Löcher" in Zweibrücken näher ein. Er habe beantragt, im Stadtwappen den Löwen durch einen Maulwurf zu ersetzen. Und die "Stadt am Wasser" müsse man wohl in "Buddelstadt" umbenennen.

Eine Perle deutscher Ingenieurskunst sei die neue Verkehrsführung stadteinwärts über die Gottlieb-Daimler-Brücke. Da habe wohl einer Aversionen gegen Radfahrer bei der Planung gehabt.

HFZ-Mitglied Leon Keller wurde für seine Arbeit vor und hinter den Kulissen der Hausorden Stufe I in Bronze verliehen.

Zum Thema:

Auf einen Blick HFZ-Mitwirkende: Minis (Trainerinnen Beatrix Staub, Lisa Keller), Jugendgarde (Trainerinnen Christine Nehlig, Kerstin Keller), Funkengarde (Trainerin Alexandra Dufour), Frauenshowtanzgruppe HFZ-Chilly's und Männerballett (beide Trainerin Daniela Heib), Funkenmariechen Liv Nehlig, Medley Volker Siener, Büttenredner Peter Schmidt. Gäste: Julanda Jochnachel und Hr. Hühnerfeld (Bütt), Showtanzgruppe ZFF (Zweibrücker-Fasenachts-Freunde), Funkengarde und Showtanzgruppe BKG Blieskastel (Nix wie druff), Felix Schäck vom Karnevalverein Die Kerbcher (Bütt), Die Humba Buwe (Stadtgarde Kaiserslautern). mw