Sefrin beharrt auf Dorf-Sheriff

Bechhofen. Blinde Zerstörungswut ließ Paul Sefrin vor einem Jahr den Kragen platzen. Vandalen hatten in Bechhofen mehrfach ihr Unwesen getrieben. Unter anderem war der hintere Eingang des Dorfgemeinschaftshauses mit rohen Eiern beworfen worden. Am Bistro wurden Bäume abgesagt und anschließend auf den Stumpf aufgesetzt, so dass diese Tat zuerst niemandem auffiel

Bechhofen. Blinde Zerstörungswut ließ Paul Sefrin vor einem Jahr den Kragen platzen. Vandalen hatten in Bechhofen mehrfach ihr Unwesen getrieben. Unter anderem war der hintere Eingang des Dorfgemeinschaftshauses mit rohen Eiern beworfen worden. Am Bistro wurden Bäume abgesagt und anschließend auf den Stumpf aufgesetzt, so dass diese Tat zuerst niemandem auffiel. Dazu kamen mehrere Einbrüche in Bechhofen. Ortsbürgermeister Sefrin reichte es: "Ich werde diese Auswüchse nicht mehr hinnehmen", zürnte er. Es sei verständlich, dass die Polizei überlastet sei und nicht überall Präsenz zeigen könne. Aber dann müsse anderweitig eine Kontrollfunktion installiert werden. Der CDU-Politiker forderte damals im Merkur, dass ein Dorf-Sheriff eingestellt werden sollte. Bechhofen könnte diese Person gemeinsam mit anderen Gemeinden, die ebenfalls von Vandalismus betroffen waren, finanzieren, plädierte er. Soweit - so schlecht. Denn Kurt Pirmann (SPD), Bürgermeister der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land, zeigte sich ungehalten über den Vorschlag. Es könne nicht angehen, dass ein Ortsbürgermeister dafür plädiere, externe Kräfte für Recht und Ordnung sorgen zu lassen. Auch entstehe durch diesen Hilferuf aus Bechhofen ein falsches Bild, schalt Pirmann Sefrin. Außenstehenden dränge sich das Gefühl auf, in der Verbandsgemeinde tobten die Vandalen. Investoren und Bürger hätten bei ihm nachgefragt, was in der Verbandsgemeinde los sei, erklärte Pirmann damals. Nach diesen geharnischten Worten war der Vorschlag vom Tisch. Oder? Der Merkur fragte Sefrin nach dem Stand der Dinge. "Die Kritik aus der Verbandsgemeinde an meinem Vorschlag war damals heftig", weiß auch der Ortsbürgermeister. Dennoch sei er unbeirrt: Die Idee, einen Dorf-Sheriff nach dem Rechten sehen zu lassen, sei sinnvoll. Gerade erst dieser Tage habe er das wieder leidvoll erfahren müssen. Sefrin: "Am 31. Oktober, den ja einige als Halloween feiern, gab es bei uns wieder mehrere Fälle von Vandalismus. Am Dorfplatz wurden die Schilder, die auf die noch nicht eingeweihten Wanderwege hinweisen, umgeknickt. Dabei entstand ein Schaden von zirka 300 Euro." Am Kindergarten hätten die Täter Pflanzen aus den Beeten gerissen. Der Schaden auch hier: 300 Euro. Außerdem warfen die Unbekannten in der Mühlstraße einen Streugutbehälter um. Der Inhalt ergoss sich auf die Straße, danach ließen die Rabauken den Behälter die Treppe in der Mühlstraße hinunterpoltern. Für manche seien dies vielleicht "kleine Fälle, aber das summiert sich doch, 300 Euro hier, 300 Euro dort", ärgert sich Sefrin. Die Gemeindemitarbeiter müssten die Sachen wieder richten, Steuergelder würden so verheizt. "Ich habe die Bürger im Amtsblatt dazu aufgerufen, Hinweise zu den Tätern zu geben", erklärt er. Aber ob dabei etwas herauskomme, sei fraglich. Solche Fälle von Vandalismus, wie am 31. Oktober, gebe es nicht nur in Bechhofen, weiß Sefrin. "Ich will keine Namen nennen, aber aus Gespräch mit anderen Ortsbürgermeistern weiß ich, dass auch andere unter solchen Vorfällen leiden", drückt sich Sefrin diplomatisch aus. Auch nach der heftigen Kritik an seinem Vorschlag beharrt er darauf. "Und zwar deshalb, weil mir viele Bürger sagten, dass sie auch dafür sind", unterstreicht der Lokalpolitiker. Wie soll dies realisiert werden? Sefrin moderat: "Es muss ja nicht gleich jemand eingestellt werden." Es wäre auch ein Weg, etwa bei Veranstaltungen private Sicherheitskräfte stundenweise zu verpflichten. Bei der Kerwe in Bechhofen, nennt Sefrin ein Beispiel. Die wurde Mitte Oktober im Ort gefeiert - und wieder einmal wurde ein Scherbenhaufen hinterlassen. "Mehrere Pkw wurden beschädigt, Spiegel abgebrochen", ärgert sich der Ortsbürgermeister. Er will künftig für größere Veranstaltungen private Sicherheitskräfte akquirieren. Aber das könne nur ein erster Schritt sein. Sefrin meint, mit Blick auf die bevorstehende Gebietsreform in Rheinland-Pfalz: "Vielleicht werden durch diese Reform und damit einhergehende Zusammenlegungen von Funktionen Kapazitäten frei, so dass hieraus jemand für die Tätigkeit eines Dorf-Sheriffs gewonnen werden könnte."