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Schnelles Internet kommt nach Stambach

Glasfaser-Ausbau : Schnelles Internet auch für Stambach

Der Knotenpunkt wurde jetzt gesetzt, im Januar beginnen die Ausbauarbeiten.

In der größten Ortschaft der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land wird gegenwärtig  flächendeckend ein Glasfasernetz aufgebaut (wir berichteten). In rund 50 Dorfstraßen ist bereits ein orangefarbenes Leerrohr verlegt. In dieses Rohrsystem wird zum Zeitpunkt X das Glasfaser technisch „eingeblasen“. Der Zugang zur schnellen Datenautobahn ist dann gegeben. Knotenpunkte sind die sogenannten POP’s, die Points of Presence, die Knotenpunkte zur Datenautobahn. Für den Ortsteil Contwig steht dieser POP in der Schachenstraße. Für den Ortsteil Stambach kam der POP jetzt auf den großen Parkplatz beim Warmfreibad „ConAqua“. 

Das Contwiger Glasfasernetz schafft das Unternehmen „Unsere Grüne Glasfaser“ mit dem Firmenkürzel UGG, das in Ismaning seinen Hauptsitz hat. Es ist ein freies Netz, UGG ist selbst kein Provider wie etwa Telekom., Telefonica, Vodafon oder etwa O2. Dafür ist das Glasfaser-Joint-Venture des deutschen Versicherungskonzerns Allianz und des spanischen Telefonica-Konzerns mit der UGG zustande gekommen. Für Glasfasernetze hauptsächlich in ländlichen Regionen werden dafür 6 Milliarden Euro in die Hand genommen. Ausgebaut werden die Glasfasernetze für das schnelle Internet insbesondere in ländlichen Räumen. Eben dort, wo die bekannten Großanbieter zumindest bisher noch wenig Interesse an einem Versorgungsanspruch der Bürger „auf dem flachen Land“ zeigten.

Für Ortsbürgermeisterin Nadine Brinette ist deshalb von Anfang an klar gewesen: Ausschau halten, ob selbst etwas auf die Beine gestellt werden kann! Beim Stöbern im Internet wurde sie fündig, kam zu „Unsere Grüne Glasfaser“ und wurde neugierig. Dabei verließ sich die frisch gewählte Ortsbürgermeisterin nicht allein auf die durchaus „griffigen Werbeslogans“ und Firmendarstellungen. Nadine Brinette klopfte auch bei Amtskollegen an und wollte genau wissen, wie diese mit der Arbeitsleistung der UGG, den vertraglichen Vereinbarungen und allen Dingen, die dazu gehören, zufrieden sind. Immer von der Kenntnis geplagt, dass eigentlich der Heimatort wie alle übrigen Ortschaften aus der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land in der Sache selbst das „Heft aus der Hand“ gegeben haben und die Zuständigkeit auf den Landkreis Südwestpfalz übertragen haben.

Zahllose Gespräche mussten geführt werden, nicht allein mit dem zuständigen Koordinator des Landkreises, sondern auch mit der Landrätin Susanne Ganster selbst. Bürgermeister Björn Bernhard unterstützte Nadine Brinette umfänglich, die Ratsmitglieder aus allen Ratsfraktionen plädierten von Anfang an dafür, dass der Versorgungsversuch eingegangen wird, zumal die UGG ein offenes Netz ohne Kostenbeteiligung der Ortsgemeinde anbot und das auch jetzt umsetzt.

Etliche Arbeitstrupps sind seit 20. November mit den Verlegearbeiten für die Leerrohre vollauf beschäftigt, zählen inzwischen schon zum Straßenbild des Ortes. Es sind überwiegend spanische Arbeiter des Konzerns Moncobra, der in der spanischen Hauptstadt Madrid seinen Firmensitz hat und eine Niederlassung in Deutschland (Köln). Antonio Cano ist der Firmenvertreter vor Ort und ständiger Gesprächspartner für die Ortsbürgermeisterin.

Gelobt wird das Arbeitsverhalten der Bautrupps allenthalben. Bei bei Projektvorstellung ist öfter zu hören gewesen, dass frühmorgens die Bürgersteige aufgebrochen wurden und abends alles schon wieder zugewesen ist, wenn beispielsweise Arbeiter von der Schicht kamen.

Das können jetzt auch viele Straßenbewohner von Contwig sagen, in deren Straßenzug die Arbeiten zum Verlegen des Leerrohres für das Glasfaser schon unter der Erde ist. Die Zeit zum Heimaturlaub sehnten die Arbeit dennoch herbei, wenngleich sie die herzliche Aufnahme der Contwiger Dorfbevölkerung über den grünen Klee loben. Warme Getränke würden angeboten, Weihnachtsgebäck und viele nette Worte und Gesten seien an der Tagesordnung.

Ortsbürgermeisterin Brinette nahm dieses Lob der wahren „Gastarbeiter“ gerne auf. Diese Woche wurde auch der POP für den Ortsteil Stambach auf einem Tieflader geliefert und zum auserkorenen Standort beim Schwimmbadparkplatz gebracht. Im neuen Jahr sollen dann noch mehr Arbeitstrupps zum Dorfbild zählen, denn dann gehen auch die Ausbauarbeiten im Ortsteil Stambach los.