Sakrale Volksmusik

Schlager in der Kirche? Zumindest im Schnittbereich zwischen Volksmusik, Populärmusik und christlichen Liedern bewegten sich Oswald Sattler und das Kastelruther Männerquartett gestern Abend in der Pfarrkirche Heilig Kreuz.

Mit den Kastelruther Spatzen wurde er einst berühmt - jetzt hat sich der gläubige Katholik Oswald Sattler auf christliches Liedgut verlegt und präsentiert dieses auf einer Tournee durch diverse deutsche und österreichische Gotteshäuser. Mit dabei hat er seinen Bruder Robert und drei weitere Sänger, die zusammen das Kastelruther Männerquartett bildeten. Dieses gab den Anfang des gut besuchten Konzerts in der Zweibrücker Heilig Kreuz-Kirche mit einer sauber intonierten Blechbläser-Einlage, bevor dann das eigentliche Programm mit A Capella-Stücken des Quartetts begann. Schon bald aber bedienten sich die vier Tiroler eines Playbacks, das die Sänger an einer Stelle nahezu aus dem Takt warf - "was alles so passieren kann!", lautete dazu der Kommentar von Ewald Mahlknecht, dem Chef des Quartetts.

Oswald Sattler betrat erst nach einer guten Weile den Altarraum. Auch der 57-jährige, dem man sein Alter nicht ansah, bediente sich der Musik vom Band, was aber niemanden zu stören schien. Rein musikalisch hat sich Sattler eben nicht von der modernen Volksmusik wegbewegt. Die Texte waren es, die dem kirchlichen Rahmen entsprachen. Von den Kreuzen am Wegesrand war darin die Rede, von der "schwarzen Madonna aus Altötting " oder vom "Ave Maria der Kinder". Das Publikum lauschte andächtig dem Tiroler mit der stattlichen Figur. Rosa-Maria und Karl-Heinz Plößer waren sogar aus Darmstadt angereist, um "ihren" Oswald Sattler zu sehen. Das ältere Ehepaar war froh über die Sitzgelegenheiten in der ersten Reihe (bei einem anderen Konzert habe es nur Stehplätze gegeben) und zeigte sich begeistert. "Wir waren auch schon in Sattlers Gaststätte in der Nähe von Kastelruth", erzählten die beiden echten Fans in der etwas lang geratenen Pause. Pfarrer Wolfgang Emanuel, der das Konzert mit ermöglichte, war ebenfalls sehr zufrieden mit der Veranstaltung. "Man spürt, dass Oswald Sattler das lebt, was er singt", äußerte der Geistliche.

Im wieder vom Männerquartett eingeläuteten zweiten Teil erklangen auch Lieder über die Heimatliebe der Tiroler. Dann begleiteten die Vier den Star des Abends für zwei Lieder, bevor dieser wieder solo übernahm. Manche Träne wurde bei den emotionalen Songs verdrückt, obwohl Sattler kaum die Mine verzog. Am Ende ging das Publikum mit dem Gefühl nach Hause, dafür belohnt worden zu sein, den Abend hier verbracht zu haben.