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Sakrale Klänge zum Genießen und Entspannen

Sakrale Klänge zum Genießen und Entspannen

Zweibrücken. Auf eine musikalische Reise, beginnend mit der Neuzeit, ging es gestern Abend mit dem Noëma-Ensemble aus Den Haag. Während der Veranstaltung des Kammerchors Zweibrücken in der Alexanderskirche konnten die rund 50 Besucher einen Eindruck von der Musik der Renaissance gewinnen

Zweibrücken. Auf eine musikalische Reise, beginnend mit der Neuzeit, ging es gestern Abend mit dem Noëma-Ensemble aus Den Haag. Während der Veranstaltung des Kammerchors Zweibrücken in der Alexanderskirche konnten die rund 50 Besucher einen Eindruck von der Musik der Renaissance gewinnen. Die Gesangstücke der Renaissance wurden in der Regel komponiert, um in Kirchen aufgeführt zu werden, die damals das Leben der Menschen prägte. Bei den Kompositionen wurde vor allem die Akustik dieser sakralen Bauwerke genutzt, was auch bei dem gestrigen Konzert zum Ausdruck kam. Zu Beginn sang die niederländische Vokalgruppe von der Empore das Stück "Veni Sancte Spiritus" von John Dunstable. "Es handelt sich dabei um eine Pfingstsequenz, in der die Gemeinde den den heiligen Geist um Beistand bittet", erklärte Koen van der Meer, Leiter des Ensembles.Die harmonischen Neuerungen des englischen Komponisten hätten einen großen Einfluss auf die Musikentwicklung der Frührenaissance im 15. Jahrhundert ausgeübt.

Das Neuartige in Dunstables Werk sei als "contenance angloise" bezeichnet worden. Koen, der auch den Kammerchor mit gegründet hat, informierte die Zuschauer vor Konzert über die einzelnen Lieder.

So wurde bei "Regina Celi Laetare" des französischen Komponisten Antonie Busnois von den sechs Künstlern die Königin des Himmels angebetet. Um Maria ging es auch beim Stück von Johannes Ockeghem. Es sei voller Klage über die missliche Situation der Menschen, die kräftig beweint wird. "Maria soll die Menschen aus ihrer Not holen", beschreibt der Leiter das Werk. Nach der Pause ging es mit Liedern von Josquin Desprez weiter. Dieser sei der Lieblingskomponist Luthers gewesen.

Besonders eindrucksvoll fanden die Besucher die Motette (mehrstimmige Vokalmusik) Ave Maria. Aber auch der Grabgesang "Nymphes des Bois" wurde von den Besuchern gelobt. Es handelt sich dabei um einen Trauergesang auf seinen niederländischen Lehrer Ockeghem: "Obwohl es ein Requiem ist, zählt das Werk zu den Chansons, den weltlichen Gesängen", erklärte Koen.

Der Komponist forderte seine Kollegen auf, zu Ehren des Verstorbenen schwarze Gewänder anzuziehen. Für die Zuhörer bot das Konzert nicht nur musikalischen Genuss. Die Vocalmusik und die Stille der Kirche luden auch zum Entspannen ein.