Waldschule Ein Wildpark auf Rädern

Contwig · Die „Rollende Waldschule“ war jetzt im Kindergartenin Contwig zu Besuch.

In Contwig hatte die „Rollende Waldschule“ bei der Tagesstätte auf dem Rathausplatz Station gemacht und die Kleinen waren restlos begeistert.

In Contwig hatte die „Rollende Waldschule“ bei der Tagesstätte auf dem Rathausplatz Station gemacht und die Kleinen waren restlos begeistert.

Foto: Norbert Schwarz

Der Wald ist jetzt ein Thema für die Kleinen des Contwiger Kindergartens gewesen. Der Wald als Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Was lag da näher als die „Rollende Waldschule“, ein Kooperationsprojekt des rheinland-pfälzischen Landesforstverwaltung zusammen mit dem Landesjagdverband Rheinland-Pfalz zu einem Besuch nach Contwig einzuladen. Kindergartenleiterin Karin Klein kam dieser Gedanke ganz spontan. Ist sie doch als ausgebildete Jagdbegeherin bestens mit der Thematik vertraut, weiß sie zudem genau, wie spannend Geschichten über den Wald und seine Tiere für Kinder aller Altersgruppen sind. 

50 Kinder werden in der kommunalen Kindertagesstätte in Contwig derzeit von Kita-Leiterin Karin Klein und ihrem großen Erzieherinnenteam betreut. Das Umweltbewusstsein schon im Kindesalter zu schärfen gehört zum Konzept. Spaziergänge in der Natur und den Waldgebieten rund um Contwig gehören deshalb stets zum Lehrprogramm. Altersangepasst, versteht sich. „Natürlich ist die Arbeit mit den Vorschulkindern eine ganz andere als mit denen aus der U3, wo das Fühlen eines Tierpelzes schon ein ganz besonderes Erlebnis ist“, erzählt die Kita-Leiterin.

Zum naturnahen Erleben  gehöre eine Waldschule einfach dazu, meint Karin Klein, und bekommt selbst wieder ein Leuchten ins Gesicht, als sie sich an die strahlenden Kinderaugen erinnert , als die Kleinen den rollenden Schulwagen betraten, in welchem die vielen Tiere untergebracht sind. Vom Rehkitz bis zum Fuchs, dem „Meister Lampe“, der so viele Beinamen in vielen Geschichten bekam, bis hin zum Igel.

„Hu ich traue mich aber nicht, tun die Stacheln nicht weh?“ Zaudern gehört dazu, keines der Kinder wird gezwungen, die meisterlich präparierten Tiere anzugreifen. Dafür gibt es auch Felle  zum Befühlen oder Tastbretter mit Fellstücken, um durch entsprechendes Be-Greifen ein Begreifen zu ermöglichen.

Zur breitgefächerten Ausstattung der rollendenden Waldschule, alles ist auf einem rund drei Meter langen und zwei Meter breiten Anhänger untergebracht, zählen auch viele Tiere aus der Waldvogelwelt, wie etwa eine Ringeltaube oder ein Rebhuhnpaar. Der Rotmilan ist ein präpariertes Tier, das die Blicke vieler Kinderaugen auf sich vereinigt und beim Specht, der Schleier- oder Waldohreule kommen die Kleinen aus dem Staunen und Frage stellen kaum mehr heraus.

Auch wenn in der Gegenwart der sonntägliche Spaziergang in den Familien nicht allgegenwärtig verbreitet ist, Naturschutz, und nachhaltige Nutzung der Natur haben bereits im Alltag der Kindergartenkinder einen hohen Stellenwert. Die Arbeit der Erzieherinnen ist entsprechend ausgelegt. Karin Klein: „Natur hautnah zu erleben, das ist für uns ein oberstes Gebot!“ 

Es sind viele ehrenamtliche Jägerinnen und Jäger, die sich bei den rollenden Waldschulen engagieren und dort bei Vorträgen ihr umfangreiches Wissen über Tiere, Pflanzen, Wald und Landwirtschaft weitergeben. Schon die Kindergartenkinder sollen kindgemäß für die Belange des Naturschutzes der nachhaltigen Nutzung auf natürlichem Wege begeistert werden. Für die Kita-Leiterin als ausgebildete Jagdfrau war es eine Selbstverständlichkeit ihr umfassendes Wissen auf diese Art an die Kleinen weitergeben zu können. „Das Anfassen ist bei der rollenden Waldschule wörtlich gemeint“ stellt Karin Klein im Gespräch fest und freut sich über eine Erfahrung, die sie jetzt selbst machen durfte. Das Stachelkleid eines präparierten Igels mit den kleinen Kinderhändchen zu befühlen, nein, das ging bei einem der vielen Kinder  partout nicht. Im Abseits stand dieses trotzdem nicht, Im Gegenteil, sie wurde Zeuge vieler Betastungsversuche ihrer Altersgenossen nicht allein beim Igel. Zum Schluss brach der Bann, wollte auch das letzte Kind mal einen Igel „streicheln“ und ein Gespür dafür bekommen, wie sich das Igelkleid anfühlt. 

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