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Reifenberg: Wahlsieger Reifen zerstochen

Ortsbürgermeisterwahl in Riedelberg : Trauriger Willkommensgruß: Reifen plattgestochen

(cos) Welch tiefe Gräben sich derzeit in Riedelberg auftun, musste der frisch gewählte neue Ortsbürgermeister Christian Schwarz am Wahlabend erfahren. Beim seinem Auto, das fast den ganzen Tag vor dem Dorfgemeinschaftshaus gestanden hatte, war der rechte Reifen plattgestochen worden.

„Aus versicherungstechnischen Gründen musste ich die Polizei alarmieren, ich bin mir auch sicher, dass es sich hier um einen Einzeltäter handelt. So habe ich das auch zur Polizei gesagt und deshalb möchte ich dazu nicht mehr sagen.“

Dass die Ortsbürgermeisterwahl, Schwarz hatte mit ganzen vier Stimmen Vorsprung seinen Mitbewerber und jetzigen Ortsvorsteher Peter Lethen überrundet, in ihrem Ergebnis zeigt, welche Spaltung im Augenblick durch die Gemeinde geht, konnte und wollte Christian Schwarz auch unabhängig vom plattgestochenen Reifen nicht leugnen. „Das ist so, deshalb werde ich mit aller Kraft auch versuchen, vorhandene Gräben zuzuschütten. Meine Losung ist schon vor der Wahl gewesen, dass ich im Rat bei der Arbeit auch mal wieder lachen kann. Daran werde ich festhalten, dafür will ich mich mit aller Tatkraft einsetzen, wenngleich ich mir der Schwere der Aufgabe bewusst bin. Für mich und meine Mitstreiter war klar, dass es ein knappes Ergebnis wird. Bei einer sachlichen Betrachtung kann ich allerdings auch feststellen, dass der Amtsvorgänger bei seiner Wahl ohne einen Gegenkandidaten damals lediglich 20 Stimmen mehr für seine Person verbuchen konnte.“ Daher sehe er den Wahlausgang „durchaus als ein gutes Ergebnis für meine Person“, sagt Schwarz. „Jedes Ratsmitglied ist gewählt von der Bürgerschaft, das ist für mich die Losung. Alle wollen wir uns zum Wohle der Bürger ins Ehrenamt einbringen. Hält sich das jeder vor Augen, dann sind unsere Ziele erreichbar.“ Über Ideen und Vorhaben wollte Christian Schwarz sich jetzt noch nicht äußeren, das sollte erst nach der konstituierenden Sitzung geschehen.

„Der Wähler hat entschieden, gleich mit welchem Ergebnis“, kommentiert der unterlegene Peter Lethen das Ergebnis. „Bereits im Vorfeld zur Wahl stellte ich fest, dass man bei einem Urnengang mit allem rechnen muss. An dieser Einschätzung hat sich nichts geändert, dass jetzt vier Stimmen den Ausschlag gegeben haben, ist nicht entscheidend. Jetzt werde ich vielleicht noch fünf Wochen kommissarisch die Geschicke der Ortsgemeinde leiten, danach bin ich dann nur noch Rentner. Um unser Dorf müssen sich dann andere kümmern, ich jedenfalls werde nichts mehr machen.“ Als er nach Martin Krämer das Ehrenamt übernommen habe, sei das „mit Herzblut“ gewesen, so Peter Lethen am Montag. Ob Dorfgemeinschaftshaus, die Außenanlagen, der Kinderspielplatz, das alles könne sich sehen lassen.