1. Pfälzischer Merkur
  2. Zweibrücken-Land

Reges Leben in den Wiesbacher Kirchengemeinden

Reges Leben in den Wiesbacher Kirchengemeinden

Im vergangenen Jahr standen gleich zwei Großereignisse im Leben der Wiesbacher Kirchengemeinden auf der Tagesordnung. Während die Katholiken das hundertjährige Bestehen ihrer Kirche feierten, mussten die Protestanten vor allem das Dach an ihrem Gebäude erneuern.

Die Dietrich-Bonhoeffer-Kirche in Wiesbach strahlt in neuem Glanz. Vor allem das Dach musste dringend saniert werden. Aber auch Schäden an den Mauerschwellen traten auf. So hat es teilweise sogar in die Sakristei hineingeregnet. Um größere Schäden zu vermeiden, wurde das Kirchenschiff daraufhin mit einer Plane gesichert und das Gebäude gesperrt. Rund 500 000 Euro wurden für die Renovierung des Gotteshauses ausgegeben. Im vergangenen Herbst konnte nach 20 Monaten dann wieder der Gottesdienst in der protestantischen Kirche gefeiert werden.

Die Pfarrkirche, die in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts erbaut wurde, steht unter Denkmalschutz. Grabungen anlässlich einer umfangreichen Renovierung in den sechzig Jahren des 20. Jahrhunderts ergaben, dass sich das gotische Bauwerk auf den Überresten einer früheren romanischen Kirche erhebt, die etwa um die Jahrtausendwende entstand. Seit dem "Rijswijker Frieden” (1697) wurde sie von beiden christlichen Konfessionen genutzt. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts nutzt sie nur noch die evangelische Kirche, weil die Katholiken ihr eigenes Gotteshaus bauten. Sie erhielt damals den Namen Dietrich-Bonhoeffer-Kirche. Nach dem Fund einer Muschel wird vermutet, dass Wiesbach in früheren Jahren auch einmal am pfälzischen Teil des Jakobswegs gelegen haben könnte.

Ohne die Hilfe von Spendern aus dem Ort wäre die Sanierung aber kaum zu realisieren gewesen. Insgesamt kann Wiesbach auf ein reges Leben in den beiden Kirchengemeinden verweisen. So wurde voriges Jahr in Anwesenheit des Speyerer Bischofs Karl-Heinz Wiesemann das hundertjährige Bestehen der katholischen Kirche "Maria Himmelfahrt” gefeiert. Das Gotteshaus wurde vom Architekten Dünnbier aus Nürnberg in den Jahren 1912 bis 1914 erbaut. Sie sei eine der wenigen Jugendstilkirchen der Pfalz. Sehenswert ist vor allem der Hochaltar, der nach historischen Fotos rekonstruiert wurde.