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Diakonie Pirmasens baut in Contwig: Reges Interesse an Wohnprojekt

Diakonie Pirmasens baut in Contwig : Reges Interesse an Wohnprojekt

Rund 200 Menschen aus Contwig und Umgebung informierten sich über die Pläne für ein neues Wohnquartier.

Beim Schachen am Ortseingang von Contwig aus Richtung Oberauerbach soll auf einer Fläche von 10 000 Quadratmetern ein neues Wohnquartier für ältere Menschen entstehen (wir berichteten). Zur ersten Infoveranstaltung pilgerten rund 200 Besucher. Bürger des Ortes und solche, die sich vom vielsagenden Slogan „Gut leben und Älterwerden in Contwig“, angesprochen fühlten. Das Diakoniezentrum Pirmasens wird Einrichtungsträger sein. Kooperationspartner beim Pilotprojekt werden die Ortsgemeinde und der Landkreis sein.

Das Pilotprojekt ist bereits Thema im Ort. Nicht allein deshalb, weil die Mitglieder des Ortsgemeinderates schon dabei sind, die planerischen Voraussetzungen für das Vorhaben zu schaffen. Im Schachen, am Ortsrand der großen Schwarzbachtalgemeinde, will die Diakonie ein neues Wohnquartier schaffen. Für 60-70 ältere Menschen. Dorfbewohner oder solche von auswärts. Es wird kein Pflegeheim, machten der kaufmännische Vorstand Carsten Steuer und im weiteren Verlauf Silvia Bach von der Diakonie klar, bei der als Leiterin der Bereiche Wohnen und Pflege die organisatorischen Fäden zusammenlaufen. Das Ziel ist klar: wohnen in der Nachbarschaft. Mit barrierefreien Wohnungen, Ein- oder Mehrfamilienhäusern. Kauf oder Miete. Einem Quartierplatz als Zentrum, denkbar ein Café, vielleicht sogar einen kleinen Tante-Emma-Laden.

Es sollen wieder abhanden gekommene Strukturen aufgebaut werden, skizzierte es Silvia Bach bei der Projektvorstellung und lobte die Contwiger als offene Bürger. Aus den positiven Erfahrungen mit dem „Haus Serepta“, dem in unmittelbarer Nachbarschaft des Tagungsortes gelegenen vollstationären Heim und Tagespflege mit seinen 78 Plätzen sei der Gedankte für das Quartierkonzept geboren worden. Einig waren sich alle sehr schnell darin, dass sich ein solches im ländlichen Raum nirgendwo besser realisieren lässt als in Contwig. Die Nachbarschaftshilfe soll tragendes Element für die künftigen Quartierbewohner sein. „Ich schließe dir den Fernseher an, dafür formulierst du mir den Brief an die Verwaltungsbehörde“, formulierte Silvia Bach die gelebte Nachbarschaft in der Quartierzukunft.

Deshalb erging auch mehrfach jetzt schon der Appell, bei den vorgesehenen Bürgerwerkstätten am 5. Juni und 28. August aktiv mitzuwirken. Planer Marco Müller vom Beratungsbüro Dr. Sven Fries aus Speyer, das mit der Planung betraut ist, verwies dazu nochmals auf die offenliegenden Listen im Haus Serepta und dem Rathaus in Contwig.

Ortsbürgermeister Karl-Heinz Bärmann und Verbandsbürgermeister Jürgen Gundacker würdigten bereits im Grußwort die Bemühungen um das Entstehen des Wohnquartiers und sicherten volle Unterstützung zu. Mit dem Landkreis Südwestpfalz, notfalls zuständig als Kostenträger für die Altenpflege, ist die Absicht zum Wohnquartier abgestimmt. Der Kreisbeigeordnete Peter Spitzer zeigte sich in Contwig vom Quartiervorhaben der Diakonie Pirmasens regelrecht begeistert, garantiere es doch einen Verbleib in den eigenen vier Wänden. Dadurch würden auch Kosten beim Landkreis eingespart werden, weil derzeit die vollstationäre Heimunterbringung den Kreishaushalt doch stark belaste. „Wir wollen Gemeinschaften entwickeln, nicht nur Pflegeleistungen verkaufen“, brachte es Carsten Steuer nochmals auf den Punkt, ehe es zur Fragerunde überging. Die Kostenfrage, das Vererben bei Eigentumserwerb, die  Wohnungsgröße, Anteilzahlungen der Pflegeversicherung, das alles sind Themenpunkte gewesen.